Mai 10 2009

Zitat des Tages XII

Nachdem ich die Berichterstattung der letzten Tage zur DNS-Manipulation durch die Bundesregierung verfolgt habe, kam mir wieder der amerikanische Journalist Edward R Murrow in den Sinn. Dieser war in den fünfziger Jahren maßgeblich am Sturz des McCarthy beteiligt, indem er kritisch über ihn berichtete. George Clooney hat im Jahre einen sehenswerten Film über ihn gemacht und diese Geschichte nacherzählt. Das Zitat ist genauso kurz wie aussagekräftig:

No one can terrorize a whole nation, unless we are all his accomplices.

CBS television broadcast, on “See It Now” (7 March 1954)

Bestechend einfach.



Mrz 12 2009

Schäuble, Du …argh..!

Heute fiel mir ein kurzer Artikel im Spiegel auf, in dem der Innenminister mit folgenden Worten zitiert wird. Schäuble sagt dort, er habe

…Zweifel, ob das Verfassungsgericht wirklich entscheiden sollte, für welche Straftaten man welches Instrument gesetzlich vorsehen kann oder nicht.

Die bösen Jungs und Mädels aus Karlsruhe haben nämlich unverschämterweise eine einstweilige Verfügung zu ungunsten der Vorratsdatenspeicherung erlassen. Heul doch! Meines Wissens haben sie nicht gesagt, welches Instrument eingesetzt werden darf, sondern nur, welches nicht. Zumal eine einstweilige Verfügung erstmal nur heißt, das das Gericht das Gesetz zunächst nicht in Kraft treten läßt und sich stattdessen erstmal weitere Gedanken machen möchte. Und zwar in Ruhe.
Laufend scheitern Gesetzesvorhaben der CDU/CSU-Fraktion an den Verfassungsrichtern und der Innenminster sieht die Schuld dafür beim Gericht und nicht bei den Vorhaben oder gar sich selbst. Er fragt sich lieber:”Dürfen die das?” Komischerweise ist genau das aber deren Aufgabe: Das Bundesverfassungsgericht weist den Gesetzgeber in seine Schranken. Sein alberne Kommentar, wenn die Verfassungsrichter Gesetze machen möchten, dann sollten sie sich um ein Mandat im Bundestag bemühen, schlägt in die selbe Kerbe. Die Verfassungsrichter sind dem Innenminister und der Kanzlerin (siehe vorigen Post) ein Dorn im Auge, da sie nicht jedes blöde Vorhaben ungeprüft übernehmen, jetzt philosophiert die rollende Apokalypse über die Beschneidung ihrer Kompetenzen; denn nichts anderes heißt es ja wohl, wenn plötzlich jemand darüber nachdenkt, ob sich die Richter einmischen dürfen.

Sie dürfen nicht nur, es ist ihre verdammte Pflicht! Sie machen nichts anderes; für nichts anderes bezahlen wir sie bezahlt.


Dez 17 2008

Zitate

Neuchlich ist mir mal wieder ein Zitat zu Ohren gekommen, das ich euch nicht vorenthalten kann. Angeblich stammt es von Woody Allen und ich bekomme es nur sinngemäß hin, dafür unterschreibe ich es dann auch in Druckschrift:

Die Musik von Richard Wagner kann ich mir nicht anhören, dabei überkommt mich immer das Bedürfniss Polen zu überfallen…

Wie recht er hat.


Nov 5 2008

Sehr gut Meike!

Das die Gewinnerin meines Fernseherverschenkausschreibens selbst ein Blog betreibt war mir neu und gleich der erste (also mehr der letzte) Eintrag trifft es auf den Punkt. Eigentlich “nur” ein Tucholsky-Gedicht, wenn man sich das aber mal wegdenkt, kommt man gar nicht umhin zu glauben, das hätte jemand vorletzte Woche geschrieben. Die ein oder andere Floskel hört man heute auch wieder, die ein oder andere Vokabel scheint auch damals schon aktuell gewesen zu sein und das schon damals die Regierungen versucht haben die Banken zu unterstützen, ist da eigentlich nur noch Ironie. Hoffen wir mal, das es dieses mal glimpflicher abläuft und für alle, die gern wissen möchten, wovon ich rede:

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen,
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky, veröffentlicht in „Die Weltbühne”, 1930


Okt 14 2008

Spam…

… wird auch immer eigentümlicher. Heute erreicht mich eine Mail mit dem Betreff:”Du bist bald tot”. In Anbetracht des Umstandes, das “bald” weder umgangssprachlich noch wissenschaftlich näher spezifiziert ist, hat sich der Verfasser mit diesem Betreff wohl nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt. Auf kurz oder lang trifft es jeden. Oder um es mit Keynes zu sagen:

“The long-run we are dead.”

Ob “bald” oder “langfristig” macht wohl sicher keinen Unterschied. Anders gesagt: “Bald bin ich millionär!” -Prost!-


Aug 28 2008

Zitat des Tages XV

Als Reaktion auf diesen Artikel unter lawblog.de, kam ich am Ende doch wieder auf eines meiner Lieblingszitate von Tucholsky.

Das wirklich Bemerkenswerte ist eigentlich, das bei dieser “Ausschreibung” bereits die Leistungen vom Arbeitsamt mit einkalkuliert sind und dieser Arbeitgeber (ob soziale Einrichtung oder nicht @15) bereits eine Rechnung im Hinterkopf hat, wieviel dem Arbeitnehmer am Ende wohl bleiben wird. Im Prinzip versucht hier jemand für sein Unternehmen Unterstützung vom Staat zu erheischen, indem er mit Leistungen rechnet, die eigentlich mal als Hilfe für sozial Schwächere gedacht waren. So verkommt das Arbeitslosengeld zu einer Subvention für Unternehmer; und ich als jemand, der verpflichtet ist, laufend für dieses Geld aufzukommen, darf es wohl zu recht als himmelschreiende Zweckentfremdung meiner Mittel betrachten, wenn sich Unternehmer indirekt daran bereichern.

Auch, wenn es vielleicht richtig ist, das Arbeit mehr als reiner Broterwerb ist; soziale Kontakte und Bindungen am Arbeitsplatz befördert werden und vielleicht auch ins Privatleben überstrahlen, die Aussicht auf Festanstellungen steigt und sich sicher auch das Gefühl des “Gebrauchtwerdens” einstellt, wenn man Spaß an seiner Arbeit hat; es bleibt plumpe Ausbeutung. Der Arbeitgeber kann sich doch auch einfach darüber freuen, das er viele Angestellte hat, dem Gemeinwesen etwas Gutes tut und das wohlige Gefühl genießen, einer armen Seele eine Chance zu geben. Wozu braucht er dann noch das Geld, welches er durch billige Arbeitskräfte einspart? Sprich: Warum ist es immer das Salär des Arbeitnehmers, welches zur Disposition steht? Beide Parteien versuchen Geld zu verdienen, warum wird das Anliegen des Arbeitnehmers generell geringer eingeschätzt?

Ich bin ja gewiss keine Linke Socke, sondern ein vehementer Beführworter des Leistungsprinzips. Leistung heißt aber auch: Wer Leistung erbringt hat dafür adäquat bezahlt zu werden. Wenn ich diese “Hauptsache Arbeit”-Mentalität aus dem bürgerlich-christlichen Lager so höre kotze ich gern auch mal im Strahl. Wenn sich dann auch noch diese komischen, selbsternannten Liberalen dazwischen drängeln und von Angebot und Nachfrage Faseln ist meine Sehnsucht nach einem Mindestlohn auch schon komplett. Von wegen der Arbeitsmarkt ist ein Markt wie jeder andere! Was passiert denn eigentlich, wenn mal eines der Waren aus dem Angebot schadhaft oder mangelhaft ist? Ist das ein Garantiefall? Geht das Produkt zurück zum Absender? Wird nachgebessert? Die Ware “Arbeit” ist (gelinde gesagt) ausgesprochen eng mit den Menschen verknüpft, die sie anbieten, wie kommt man da eigentlich auf diesen einfältigen Gedanken, den Arbeitsmarkt wie jeden anderen Markt auch zu behandeln? Nein, nein, auf dem Arbeitsmarkt gelten andere Regeln (davon bin ich zumindest überzeugt) und bisher hat noch keine politische Strömung in Deutschland passende Werkzeuge gefunden, diesem Umstand gerecht zu werden.

Zum Glück bin ich nicht der Erste, dem es so geht und wir nicht die erste Generation, die derlei Phänomene beobachtet. Das kannte schon Tucholsky, guckst Du:

“Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: wer die Butter hat, wird frech.” – “… zu dürfen”, in: “Die Weltbühne”, 14. Oktober 1930, S. 597


Aug 20 2008

Zitat des Tages XIV

Neulich habe ich mich mal wieder mit einem meiner ehemaligen Kollegen über den Umstand unterhalten, das so viele Menschen in Deutschland so komische Hemmungen haben, ab der magischen Altersgrenze von 30 Jahren ihren Arbeitgeber zu wechseln oder einen neuen Beruf zu erlernen. Ein typisch deutsches Phänomen und einigermaßen schwer nachvollziehbar, gerade, wenn man, wie im Falle des Kollegen, als Angestellter regelmäßig mit seinem Job oder den Arbeitsbedigungen unzufrieden ist. Jenseits der dreizig ist Schluß; Ende der Fahnenstange. Viele scheinen zu glauben, sie könnten wohl als sprunghaft gelten, wenn sie ab einem gewissen Alter nochmal ihr Leben umkrempeln. Obwohl ich mich immer frage, ob das sein kann. Mit anfang, mitte Dreizig hat man in der Regel noch mindestens 30 bis 35 Jahre zu arbeiten, da fallen ein paar Jahre für eine Umschulung oder vielleicht sogar für ein Studium doch echt nicht ins Gewicht. Stattdessen aber reichen viele die innere Kündigung ein und warten auf die Rente oder wahlweise das Wochenende. Und trampeln so auf den angestammten Pfaden weiter, nur weil die sich so schön vor einem Abzeichnen. Ich kann mir nicht vorstellen, das das wirklich Spaß macht oder gesund sein kann.

In diesem Zusammenhang fiel mir neulich wieder das gute, alte Indianersprichwort ein, das man jedem mit einem solchen oder ähnlichen Problemen zu rufen möchte:

“Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.” – Indianisches Sprichwort


Jun 20 2008

Zitate: Passend zum Fußball…

Ich bin mir zwar fast sicher, das die überwiegende Mehrzahl der Fußballfans diese Sprüche schon kennt, ich will sie trotzdem nochmal auflisten.

“So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere.” – Lukas Podolski nach dem 0:2 im WM-Halbfinale gegen Italien. Für diesen Spruch erhielt er die Auszeichnung “Fußballspruch des Jahres 2006″ von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur

Männer haben 100 Gramm mehr Gehirn als Frauen – da ist unter anderem die Abseitsregel drin.” – Dieter Nuhr

“Und wenn Wembley die Kathedrale des Fußballs ist, dann haben die Deutschen hier heute einen kräftigen Schluck Weihwasser gesoffen, das Gesangbuch geklaut und die Kerzen ausgepustet.” – Johannes B. Kerner, Kommentar nach dem 0:1 Auswärtssieg im Wembley-Stadion im Jahr 2000. Danach wurde das Stadion abgerissen

“Was nützt die schönste Viererkette, wenn sie anderweitig unterwegs ist.” Johannes B. Kerner

“Einige Leute halten Fußball für einen Kampf um Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!” – Bill Shankly, Sunday Times, 4. Oktober 1981

In diesem Sinne, ich leg mich wieder hin.


Mai 3 2008

Zum Thema Geld: Zitate

Wer einmal so blöd geschaut hat, wie ich gestern als meine Karte einbehalten wurde, der fängt ganz neu an über das Thema Geld nachzudenken und merkt mal wieder wie wichtig es sein kann, ein wenig davon in der Tasche zu haben. In diesem war ich heute mal wieder bei Wikiquote und fand ein paar lustige Zitate:

“Das Geld muss in die Schulen. Und was machen unsere Politiker? Die jammern stattdessen herum, dass wir zuwenig Kinder haben. Jetzt wollen sie wieder Wurfprämien einführen, damit wir alle hier soviele Kinder haben wie unsere neue Familienministerin, diese niedersächsische Zuchtstute”

- Volker Pispers, …bis neulich

Richtig, hat nicht viel mit dem Verlust meiner Karte zu tun aber Volker Pispers ist natürlich immer wieder gern gesehen. Vielleicht dieses hier:

“Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.”

- Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray,

Spätestens wenn man dann auf dem Trockenen sitzt, merkt man, das der alte Wilde recht hatte…


Jan 30 2008

Zitat des Tages XII und XIII

Ja, die Wahl läßt mich nicht los. Da habe ich Gott sei dank noch einen netten Ausspruch von Willy Brandt entdeckt:

“Wir sind keine Erwählten, wir sind Gewählte. Deshalb suchen wir das Gespräch mit allen, die sich um diese Demokratie bemühen.”

Willy Brandt, Regierungserklärung, 28. Oktober 1969

Mit derselben Begründung könnte die FDP in Hessen in eine Ampelkoalition eintreten, bzw. Rot-Rot-Grün den/die nächste(n) Ministerpräsidenten(in) stellen. Deshalb noch ein weiteres:

“Die Politiker werden auch nicht sauberer im Bad der Menge.”

Gedankenreich, Erhard H. Bellermann

Wohl war, aber Schweine nehmen in der Regel lieber Schlammbäder. Da ich mich selbst zwar oft, abr andere nur ungern als Dreck abqualifiziere kommt noch mein Lieblingsspruch:

“Das schöne an der Demokratie ist: Man kann jederzeit und mit recht behaupten, jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient. Ob es will oder nicht.”

Dirk Becker

In diesem Sinne: Legt euch wieder hin.