Diese Frage stellt mir ein Berliner, der mittlerweile in Oldenburg lebt, und das ausgerechnet, während ich in der Bundeshauptstadt verweile, kurz vor einer wichtigen Klausur und mit mindestens 80 oder 90 Grad Fieber. So kam es mir zumindest vor. Ich habe mir nämlich auf halber Strecke zwischen Klausur Eins und Nummer Zwei eine Grippe eingefangen, die ich ganz eindeutig aus der Hauptstadt habe und von der ich noch immer zehre. Tolles Berlin! Wo wir bei Krankheiten sind: Berlin ist vermutlich die einzige Stadt in Westeuropa, wo man sich noch mit Tuberkulose infizieren kann, was der Bruder eines Kumpels von mir im letzten Jahr ziemlich leidvoll hat erfahren müssen. Überall in Europa hat man diese Geißel im Griff, nur die alte preußische Metropole spielt hier das kleine, uneinnehmbare gallische Dorf und versorgt zugezogene gern mit ein paar hartnäckigen Viren aus alten Ost-Block-Beständen. Wirklich, tolles Berlin! Immerhin läßt man sich da in Berlin nicht lumpen und haut so richtig auf den Putz, was das modernisieren und renovieren der Infrastruktur und der übrigen Baumasse angeht. Nächstes Jahr währt die Teilung zwanzig Jahre und noch immer prägen Baukräne die Skyline von Berlin. Okay, strenggenommen, sind sie die einzige Skyline von Berlin, außer der Berliner Charité reicht wohl kaum ein Gebäude aus Berlin-Mitte in den Bereich “Hochhaus”. Dementsprechend nervtötdend kann diese Stadt auch sein. Wo nämlich nicht nach oben gebaut wird, wird stattdessen in die Breite gebaut; wenn man gut 3,4 millionen Einwohner unterbringen möchte, wird das natürlich ein ziemlicher Fladen. Ich glaube, nur um zum Bäcker zu gelagen, fährt mancher morgens eine viertel Stunde mit der U-Bahn. Einfache Fahrt. Sowieso, das meiste Geld lässt man in der Hauptstadt wohl beim Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel, die andere Hälfte wirft man dort einfach zum Fenster hinaus. Und das ist wörtlich zu nehmen. Erschreckenderweise wird zwar in Berlin wahnsinnig viel modernisiert, scheinbar werden die Gebäude aber nicht auf den neuesten Stand gebracht, sondern erstmal nur auf den Stand von 1980. Zumindest kommt es mir so vor, wenn man überall Gebäude sieht, die lediglich einfach Verglasung besitzen. Ganz eklatant ist da das Beispiel der technischen Uni (Wo ich die beiden Klausuren geschrieben habe), die Verglasung des Hauptgebäudes sieht stellenweise aus, als stamme sie noch aus Kaiser Wilhelms-Zeiten. Dabei ist das Gebäude wohl erst in den 1960′er Jahren gebaut worden. Was soll`s Berlin hat`s ja bzw. weiß, wo sie es herbekommen. Ganz toll, diese Berlin!
Genug gekotzt. Es war natürlich mal wieder ganz toll alte Freunde zu treffen und neue Bekanntschaften zu schließen. Ganz zu schweigen von dem Umstand, das die Klausuren jetzt geschrieben sind und ich zumindest den Mathe-Kram endgültig hinter mir habe. Also die Klausur bestanden habe. Was die Logik-Klausur angeht, werde ich wohl im Laufe dieser Woche mehr erfahren.
Wie dem auch sei, bei mir steht jetzt erstmal wieder viel Arbeit auf dem Plan und ich für meinen Teil werden den Rest des Tages damit zubringen, diesen in gesundheitlich möglichst einwandfreien Zustand hinter mich zu bringen.