Ich habe mich die letzten Tage gewundert, weswegen das Internet bei mir so langsam ist. Das ist für mich ein bemerkenswerter Zustand, schließlich habe ich (laut Vertrag mit 1und1) eine 16 000er Leitung zu meinem Gehirn, die ich auch intensiv in Anspruch nehme seit der Fernseher weg ist. Desweiteren habe ich ja vor Kurzem einen Job bei einem lokalen Telefonieanbieter angetreten, deshalb interessierte mich dieses Problem schon von berufswegen. Zum Stand der Dinge:
Ich nutze hier ein Windows x64 System auf Basis eines AMD Sempron 3000+, Mainboard (samt des Netzwerkadapters) basieren auf Chipsätzen von Nvidia, als Festplatten habe ich zwei 200gByte S-ATA II Festplatten als Level-0 RAID verbaut (Stripe-Mode). Als Router kommt eine FritzBox Fon7113 zum Einsatz, die DSL-Leitung ist von 1und1 und mit 16000 bit/s gebucht. Alles in allem sollten sowohl die Leitung als auch der Rechner ausreichend Kapazitäten haben, um einen reibungslosen Internetbetrieb sicherzustellen. Trotzdem bemerkte ich die letzten Tage, das das Surfen im Internet störend langsam geworden ist (Ich zähle nicht zu den Leuten, die ihre Hardware laufend durchmessen und sich ärgern, wenn sie nicht das Optimum herausholen können. Bei mir muss irgendetwas schon negativ auffallen, damit ich es als Problem wahrnehme.) Ich zog also los um herauszufinden, was Sache ist.
Ausgehend von verschiedenen DSL-Speedtests im Internet stellte ich fest, das die Durchsatzrate bei mir irgendwo zwischen 800 Bit/s und 1500 Bit/s beim Download von Daten lag und das über mehrere Tage hinweg. So war das ja nicht gedacht! Ich habe also mal versucht herauszufinden, was mir gerade den Spass verdirbt. Eines der Programme, welches im Hintergrund läuft? Vielleicht die Firewall oder der Virenscanner? Vielleicht hatte ich mir auch nur einen Virus eingefangen oder sonstige Spyware? Nein, alles sauber. Spybot gratuliert sogar zu einem System, welches völlig frei von Spyware sein soll (Cross my fingers!). Ich stand also plötzlich vor meinem System wie viele der Kunden, die regelmäßig bei uns im Support anrufen. Bisher lief alles und ohne etwas verändert zu haben, ging es plötzlich nichts mehr. Ich hatte ja schon meinen DSL-Anbieter im Verdacht und schon die erste Zeile eines gepfefferten Beschwerdebriefes im Kopf verfasst, als ich mich darauf besann, das die Fritzboxen alle ein recht brauchbares Tool an Board haben, mit dem man mal schnell die Leitungswerte und die aktuelle DSL-Synchronisation abfragen konnte.
Aus meiner Sicht war das erstmal enttäuschend, da offenbar wurde, das die Box selbst mit knapp 17000 Bit/s synchronisiert und auch die Leitungswerte (Dämpfung, Signalrauschen) absolut top waren (Ich also niemand anderen als mich selbst dafür verantworlich machen konnte). Lag also nahe, das bei mir irgendetwas falsch konfiguriert war. Sprich: Weiter suchen. Ich bin recht schnell auf das Programm TCP Optimizer gestoßen, welches helfen soll insbesondere die Packetgrößen (MTU maximum transmiossion unit) und weitere Netzwerk relevante größen am Rechner einzustellen und das auf recht kompfortable weise. Bemerkenswerterweise war das Problem letztendlich eine Sache von drei Mausklicks und eines Neustarts, dann hatte das Programm meinen Netzwerkadapter entsprechend konfiguriert. Wobei ich mich immer noch frage, weswegen das Problem plötlich auftratt (MTU-Werte hatte ich noch nie vorher manipuliert, ehrlich gesagt habe ich heute das erst mal davon erfahren…) und was das Programm da eigentlich alles eingestellt hat. Egal, jetzt läuft´s und bei dem nächsten Kunden, der sich über eine zu geringe Bandbreite ärgert habe ich wieder ein Option mehr im Hinterkopf, die man vielleicht mal ansprechen und ggf. korrigieren kann….