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Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

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Gas-OPEC

Oktober 21, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Heute fällt mir eine Meldung auf den Seiten der ARD auf. “Wir wollen eine Gas-OPEC gründen!” Nach dem Vorbild des Erdölkartells wollen Rußland, Iran und Katar ihre Fördermengen absprechen und damit den Preis des Erdgases ebenso in die Höhe treiben, wie die Gemeinsacht der Erdölexportierenden Länder. Ich habe den Artikel noch gar nicht zu Ende gelesen aber ich weiß schon jetzt, welche Meldungen und Statements von Seiten der deutschen Energiewirtschaft auf eine solche Ankündigung folgen werden. “Wir brauchen mehr Atom- und Kohlekraftwerke! Wir müssen uns von Energie Importen unabhängig machen!” Mit ihrer zweiten Prämisse haben die Lobbisten tatsächlich recht: Mehr unabhängigkeit bedeutet auch mehr Planbarkeit und Stabilität bezüglich des Bezugspreises von Energie, allerdings glaube ich nicht, das die vorgeschlagenen Mittel zum Erfolg führen können. Wer mal schaut, wo in der Welt Uran abgebaut wird, der sollte sich eigentlich wundern. Denn offenkundig will die Energiewirtschaft sich von Gasimporten aus Rußland zu gunsten von Uran-Importen aus Rußland von Rußland selbst unabhängiger machen. Absolut einleutende Argumentation. Gut, auch in Deutschland kann (und wird vermutlich auch) Uran abgebaut, allerdings sind die meisten Standorte längst im Zuge der Wiedervereinigung geschlossen worden. Bleibt alos die Frage, ob man die Urannachfrage bei gestiegener Kapazitäten (durch Neubau von Atomkraftwerken) tatsächlich komplett durch eine Mehrförderung in Deutschland selbst decken kann. Vermutlich wird aber wieder importiert werden müssen. Bei der Verstromung von Kohle ist es auch nicht so, das sich Deutschland von Importen lösen könnte. Die in Deutschland geförderte Kohle wird sicher nicht ausreichen, um den Bedarf im Zuge der Verstromung zu decken. Meines Wissens soll das neue Werk in der nähe von Wilhelmshaven gerade aufgrund der Küstennähe in Wilhelmshaven gebaut werden, damit die Kohle direkt vom Schiff in den Kessel kann.

Von dem Umstand einmal abgesehen, das Gas in Deutschland überwiegend zum Kochen und Heizen verwendet wird, da die Energieausbeute bei Elektroherden und -heizungen einfach zu niedrig ist. Naja, den Mehrverbrauch nimmt die Stromlobby sicher billigend in Kauf.

Interessante Idee…

September 16, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Sogar der politische Kampf zwischen der extremen Linken und Rechten scheint neuerdings auf völlig neuen Schlachtfeldern ausgetragen zu werden. Da hat eine Linke Organisation (Datenmafia) Nutzerdaten, Forenbeiträge und sonstige Daten von geschützten Servern der Nazi Organisation “Blood and Honour” entwendet und im Internet veröffentlicht, wie der Spiegel berichtet. Die Organisation “Blood and Honour” ist in Deutschland verboten, insofern dürften die Daten für die Strafverfolgung von Interesse sein, zumal diese wohl sehr detailiert sind und auch Klarnamen enthalten.

Wobei ich mich natürlich wieder frage, wie das eigentlich ist mit beweisen, die auf fragwürdige Art und Weise erhoben wurden. Eigentlich ist es ja verboten sich Zugriff auf geschützte Server zu verschaffen (zumindest habe ich da sowas im Hinterkopf), dennoch können solche Beweise in Deutschland weiterhin vor Gericht verwendet werden. Das ist ja eigentlich ein Einfallstor für übereifrige Ermittler. Einfach Beweise sammeln, wo es nur geht und jene, deren Beschaffung nicht ganz legal war, einfach anonym im Internet veröffentlichen und dann ebenfalls verwenden. So bekommt man alles, was man braucht und muss auch keine straf- oder dienstrechtlichen Konsequenzen fürchten. Besorgnis erregend.

Da reib ich mir die Augen

Juli 14, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein 1 Kommentar →

Art 5

(1) 1Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. 2Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. 3Eine Zensur findet nicht statt.
…näheres regelt ein Landesgesetz…zumindest ist dies meine Lesart, wenn ich den Eintrag auf www.lawblog.de lese. Udo hat es erfasst, hoffentlich klagt bald jemand gegen diese Verordnung. Besser heute als morgen…

Schnüffel, schnüffel, schnüffel

Juni 11, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Wie ich gerade auf golem lese, will die Bundesregierung die Übermittlung von Passagierdaten bei Flügen in die USA ausweiten und dazu auch persönliche Informationen, wie die Zugehörigkeit zu Gewerkschaften miteinbeziehen.

Was in Deutschland gerade rund um das Thema “Datenschutz” passiert spricht eigentlich Bände. Ich schreibe diesen Artikel eigentlich nur, um auch diese Meldung einmal festzuhalten.

Scheiß Kasandra-Komplex!

Juni 11, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Ich möchte ja nicht in der Haut von Udo Vetter stecken. Seine Prognose, die Aussage des Holzklotzwerfers von der Autobahnbrücke nahe Oldenburg könnte nicht viel Wert sein, scheint sich zu bewahrheiten. Arme Sau, ich möchte nicht bei jedem Sachverhalt gleich Erkennen können müssen, wo die Reise hingehen wird. Und dann auch noch für so zwielichtige Gestalten partei ergreifen müssen, weil wegen Rechtspflege und so. Ehrenwert ist sein Anliegen allemal, so konsequent wäre ich sicher nicht.

Andererseits: Nach allem, was ich die letzten Jahre zusammen mit unserem Herrn Schäuble in Sachen Rechtstaatlichkeit erlebt (vielmehr gelesen) habe, empfinde ich diese Meldung fast schon als beruhigend auch wenn es der Opfer-Familie gegenüber fast schon zynisch ist. Beruhigend ist, das die Polizei nicht mit allen erdenklichen Mitteln Aussagen aus Tatverdächtigen herausbekommen kann und dann noch auf eine problemlose Verurteilung hoffen darf. Immerhin hat die Staatsanwaltschaft jetzt handfeste Probleme ihre Mordanklage durchzudrücken. Ein Sieg für den Rechtstaat, hoffentlich kein Pyrrhussieg.

Komm, wir senken die Steuern

Mai 27, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Heute bin ich mal wieder auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, Petitionen an den deutschen Bundestag zu richten. Ich konnte nicht widerstehen und habe selbst mal hingelangt. Folgende Eingabe habe ich gemacht:

Konsequenzen aus dem Armutsbericht der Bundesregierung 2008 für die Steuergesetzgebung.

Laut des Armutsberichts der Bundesregierung aus diesem Jahr liegt die Armutsgrenze in Deutschland bei 781 €. Wer also netto 781 € oder weniger im Monat verdient gilt (zumindest gemäss EU Definition) als arm. Dem gegenüber steht die steuerliche Behandlung von geringen Einkommen bei der Einkommenssteuer. Ab einem Einkommen von 7.664 € jährlich ist auf die darüberliegenden Einkommen Steuern zu entrichten. Es fällt auf, das Menschen am unteren Ende der Einkommensskala, die von der Bundesregierung als “arm” bezeichnet werden trotzdem 256,20 € Einkommenssteuer zahlen müssen:  ( (12 * 781) – 7664 ) * 0.15 ) Also zwölf Monatseinkommen a 781 € abzüglich des Steuerfreibetrages von 7664 € mal dem Eingangssteuersatz von 15 %.

Aus meiner Sicht scheint es angebracht, den Steuerfreibetrag auf die Höhe der Armutsgrenze anzuheben.

Es wäre wünschenswert, wenn die Steuergesetzgebung von den Erkenntnissen aus dem Armutsbericht profitieren und konsequenzen ziehen würde. Es erscheint mir schwer vermittelbar, wenn jene, die gemeinhin (auch von der Bundesregierung) als arm erkannt werden, genauso für die gemeinschaftlichen Aufgaben herangezogen werden wie alle anderen.

Das Ziel muss sein, den Steuerfreibetrag auf das Armutsniveau anzuheben. Wenn wir schon wissen, wann genau jemand als arm zu gelten hat, dann ist es nur recht und billig diesen Betrag von der Steuer zu befreien. Idealerweise steht ein Automatismus am Ende, der den Grundfreibetrag jährlich auf das entsprechende Armutsniveau des Vorjahres anpaßt, um die Einkommensschwachen in diesem Lande dauerhaft zu stärken.

Dieser Gedanke schoss mir durchs Hirn, als ich letzthin Berichte über den Armutsbericht der deutschen Bundesregierung gesehen habe. Irgendwie laufen da die Steuergesetzgebung und die Analysen der Regierung etwas gegeneinander. Mal sehen, wenn ich weiß, wo ihr die Petition unterschreiben könnt, sage ich natürlich bescheid ;-)

Die Holzklotzstory

Mai 22, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Manchmal bin ich ja froh, wenn Leute, die fest im Berufsleben stehen, regelmässig von ihrer Arbeit berichten. Zum Beispiel in Blogs. Sonst wäre mir nie aufgefallen, wie fragil die gestrigen Meldungen sind, die von der Festnahme des Holzkoltzwerfers auf der A29 künden. Sicher, die Polizei hat einen Täter, der den Indizien nach aller Wahrscheinlichkeit der Täter ist. Die oldenburgische NZW rühmt sich schon, den Täter quasi im Alleingang gefasst zu haben. So haben sie heute auf fast zwei Seiten eine Berichterstattung über den Fall gebracht und in fast jedem Artikel sprechen die Redakteure von dem öffentlichen Druck, den die Berichterstattung der NWZ wohl auf den Täter erzeugt hat. Dieser soll dann dazu geführt haben, das der Täter sich erst als Zeuge gemeldet und anschließend in Widersprüche verwickelt hat. Eigenlob stinkt bekanntlich, scheint aber wahnsinnig verkaufsfördern zu sein. Alle sind sich sicher den Täter gefasst zu haben und nur einer fragt sich, ob es überhaupt was gebracht hat, sprich: Ob der vermeintliche Täter überhaupt eine Strafe zu befürchten hat, da sich der Tatverdacht unter Umständen komplett auf Indizien stützt. Es ist mal wieder der gute Udo Vetter, der in seinem Blog den Einwand macht, das das Geständnis vermutlich sofort zurückgezogen werden wird, wenn erstmal ein Anwalt auf den Plan tritt, da es quasi unter dem Druck von Entzugserscheinungen entstanden ist. Dieser kleine Hacken macht das Geständnis vielleicht wertlos, gut die übrigen Indizien sollten reichen, um den Täter zu überführen.

Grund zum Jubeln gibt es aber wohl noch keinen.

Und täglich grüßt der Verfassungsbruch…

April 22, 2008 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Nicht gerade einfallsreich, diese Überschrift. Aber es fällt mir schwer, das unverbesserliche Verhalten der Konservativen hierzu Lande anders in Worte zu fassen. Laufend rennen diese los und entwerfen neue Gesetze, die die Grundrechte, insbesondere die Bürgerrechte, beschneiden und uns dadurch vor den unangenehmen Seiten des Lebens bewahren sollen. Gleichgültig, wie oft das Bundesverfassungsgesetz etwaige Gesetzesvorhaben bereits wieder kassiert, sie versuchen es immer wieder: “Wir brauchen mehr Befugnisse! Der Staat muss sich wehren! Die Kriminellen rüsten ja auch auf!”. Langsam wird es doch langweilig, oder nicht? Ich werde einfach nicht den Eindruck los, das genau das die Absicht von Leuten wie Wolfi Schäuble ist. Wir sollen uns wohl langsam daran gewöhnen, das hier in Deutschland bald ein anderer Wind weht. Dabei hatte ich eigentlich gedacht, das der “Wind of Change” das kalte Wehen aus dem Osten nun endgültig hinfort geblasen hätte, und wir uns nun, nachdem sich auch der letzte totalitäre Staat auf deutschem Boden überholt hat, nicht mehr um so banale Sachen wie “Freiheit” und “Bürgerrechte” Gedanken machen müssten. Wie immer weit gefehlt. Wo konservative Patrioten die öffentliche Ordnung bedroht sehen, und sei es nur durch eine diffuse Angst vor terroristischen Anschlägen, wird nicht lang gefackelt und alles in Bewegung gesetzt, um diese um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Dabei wissen wir doch längst:

“Durch Ruhe und Ordnung kann die Demokratie ebenso gefährdet werden wie durch Unruhe und Unordnung.” Hildegard Hamm-Brücher

Und mal ehrlich: Wenn ich mir so anschaue, mit welch brachialen Methoden der Freiheit hier so zu Leibe gerückt wird, kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, das jene, die sich besonders um die öffentlich Ordnung sorgen, eben die sind, die sie als Erste und ohne Bedenken abschaffen. Aber laut sagen, darf man das ja nicht. Nein, da sind sie empfindlich unsere hochgeschätzten Ordnungsladenhüter. So lese ich bei heise online:

Schäuble wies Kritik zurück, wonach mit immer neuen Sicherheitsgesetzen ein Überwachungsstaat geschaffen wird. “Ich rate jedem, mich nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden.” Er habe nichts gegen einen gehörigen politischen Wettstreit. “Aber bei der Diffamierung unseres Rechtsstaates als Überwachungsstaat hört es auf. Es ist schändlich, dass gerade die Linkspartei alias PDS/SED damit agitiert”, sagte Schäuble.

Ihren Rat in ehren, kann ich doch ganz gut entbehren! Nein, Herr Schäuble, drohen Sie mir nicht! Drohen Sie mir nicht mit einer Verlumndungsklage, nur weil ich die Wahrheit sage, wenn ich behaupte: “Sie sind ein permanenter Verfasungsbrecher…” und ich gehe noch weiter “…der unentwegt höchstrichterliche Entscheidungen verwirft und sich darüber hinwegsetzt.” Drohen Sie mir nicht, das kann ich nicht leiden und unter uns: Wer im Laufe einer Diskussion seinen eigenen Standpunkt nur noch durch Drohungen, nicht aber durch Argumente unterfüttern kann, den nimmt ohnehin niemand mehr ernst. Es ist im Übrigen nicht unser Rechtsstaat, den ich diffamiere, sondern bestenfalls den Überwachungsstaat, den Sie daraus machen möchten. Aber Hand aufs Herz: Nichtmal einen Überwachungsstaat würde ich diffamieren wollen, wenn ich den Überwachungsstaatsarchitekten stattdessen angreifen kann, also Sie, Herr Schäuble. Sie sind es, den ich diffamiere! Also lenken Sie nicht vom Thema ab.

Übrigens es ist nicht bloß die Linkspartei, die damit agitiert, schließlich bin ich bei den Grünen, und sogar der FDP wird es ja bisweilen mulmig, wenn die soetwas von Ihnen hören. Nein, es ist doch offensichtlich, das Sie schon wieder das dumme Klischee vom bösen Kommunisten heraus kramen, wenn jemand einmal nicht blindlings ihren Vorstellung von Patriotismus folgt. Schädlich sind einzig und allein Sie. Sie und die Selbstgefälligkeit, mit der sie uns vorzuschreiben versuchen, wie wir unser Zusammenleben in Zukunft zu gestalten haben. Nichts anderes drückt die Verfassung nämlich aus. Auch, wenn Sie es als allzu simple erachten: Die Verfassung ist bloß ein Regelwerk, welches das Zusammenleben innerhalb Deutschland ermöglichen soll. Das als erstes ist der Kern unseres Grundgesetzes. Sie hingegen fördern mit ihren Gesetzesvorhaben Mißtrauen und Vorurteile, ihre Arbeit ist schädlich, weil Sie den Kern unseres Rechtssystems ins Visier nehmen: Das Miteinander.

Doch Herr Schäuble, sie sind ein unentwegte Verfassungsbrecher! Und der Tag, an dem ich das nicht mehr öffentlich sagen darf, ist der, an dem ich meine Sachen packe und die Biege mache. Dann wäre hier eh nichts mehr zu retten.

Und, waren Sie wählen?

Januar 30, 2008 Von: admin Kategorie: Gesellschaft, Krams, Politik 2 Kommentare →

Der ein oder andere weiß vielleicht, das ich bei der letzten Landtagswahl in Niedersachsen (das war übrigens letzten Sonntag, für den Fall, das ihr es nicht mitbekommen habt) als Wahlhelfer in meiner alten Gemeinde Bad Zwischenahn tätig war. Zwischendurch ist es ja interessant zu sehen, wie die Sache so vor Ort abläuft. Alles in allem hatten wir in unserem Wahllokal eine relativ (sagen wir einfach mal) brauchbare Wahlbeteiligung, sie muss so bei um die 65% gelegen haben, allerdings stehen die Gemeinden scheinbar in regem Kontakt zueinander, so dass man auch erfährt, was 20 Kilometer weiter in Oldenburg so passiert. Gegen 14 Uhr meldet jemand, die Beteiligung in Oldenburg wäre gerade erst bei 30% angelangt. Hossa! Gut, die Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen ist generell nicht so hoch und dieses mal wurde die Wahl in Niedersachsen auch sehr von der Wahl in Hessen überlagert. Also aus medialer Sicht, die Medien haben der Wahl in Hessen weit mehr bundespolitische Bedeutung beigemessen, als der in niedersachsen. Was nachvollziehbar ist, allerdings auch dazu führt, das viele nicht wissen, was sie im Wahllokal in Niedersachsen wollen, wenn sich offenkundig niemand für die Wahl interessiert. So wirkt es ja, wenn jegliche Berichterstattung über Landtagswahlen (und so war es die letzten Wochen) von Wiesbaden aus geführt wird. Jetzt weiß jeder, was der Koch für Pläne hat und vorallem, wer er ist. Die Frage nach der Funktion von Christian Wulf und seiner Parteienzugehörigkeit scheinen viele allerdings noch nicht so recht beantworten können. Dabei gilt er vielen in der CDU schon als Kandidat für das Kanzleramt. Demgmäß wird die geringe Wahlbeteiligung erklärbar. Leider habe ich kein Rezept in der Hand, wie man diesem Aufmerksamkeitsgefälle entgehen kann.
Lustig fand ich hingegen die Erklärungen für die schlechte Wahlbeteiligung in den Medien selbst. So erklärten dies einige Politologen mit den schlechten Wetter am Wahlsonntag. Ich glaube es hackt! Gut mag sein, das die Wahlbeteiligung deshalb so niedrig war aber mir kommt das trotzdem vor, wie eine billige Ausrede. Ich kann mir regelrecht vorstellen, wie empirische Forschung zu solchen Ergebnissen kommt. Da geht ein Meinungsforscher los und entwirft einen Fragebogen für Leute, die am Sonntag nicht zur Wahlgegangen sind. Da finden sich dann einige Fragen, unter anderem “Wenn Sie am Sonntag nicht zur Wahl gegangen sind, warum nicht?” und um die Menschen nicht zu überfordern, werden ein paar Antwortenmöglichkeiten gegeben Wie “Ich gehe grundsätzlich nicht wählen!”, “Ich glaube nicht, das ich durch die Wahl irgendetwas verändern kann!” oder “Bei Regen gehe ich nie aus dem Haus!”. Ein riesen Arschvoll Menschen wird sich für die letztere Alternative entscheiden, weil sie glauben sich opportun verhalten zu müssen, wenn irgendein Institut anruft (das klingt ja schon mal hochoffziell) und sie nach ihren Wahlgewohnheiten befragt. Das sie generell kein Interesse an der Demokratie haben wollen sie also nicht sagen, also sagen sie lieber:”Gestern war mir einfach nicht nach Wählen, nächstes Mal bestimmt wieder.”. Allerdings frage ich mich ernsthaft, wie irgendein Politologe solche Ergebnisse unreflektiert über den Äther schickt, wenn er nach der geringen Wahlbeteilung gefragt wird. Eigentlich sollte er die Ergebnisse wenigstens relativieren können und sagen: “Bei schlechtem Wetter gehen wohl die weniger an Politik interessierten Wähler seltener zur Wahl.” Was nicht heißt, das die Wahlbeiteilung niedriger war, weil das Wetter schlecht war, genauso könnte man nämlich auch postulieren: “Wenn was gutes in der Glotze läuft, dann gehen eher weniger Menschen zur Wahl.” und einen entsprechenden Fragenkatalog entwerfen, ein Call-Center beauftragen diesen bei den Wählern abzufragen und kann (bei entsprechender Wahl der Antwortmöglichkeiten, siehe oben), garantiert empirisch beweisen, das die Aussage stimmt. Die Wahlbeteiligung ist garantiert nicht des schlechten Wetters wegen so niedrig gewesen, sondern weil die Nicht-Wähler nicht an Politik interessiert sind.
Allerdings muss man da dann wieder ermitteln woran es liegt, dass die Nicht-Wähler kein Interesse an der Wahl, bzw. Politik hatten. Unter Umständen muss man dann die Politiker selbst in die Pflicht nehmen, das diese vielleicht nicht zu abgehoben regieren dürfen und die Bürger mehr einbinden müssten etc. Dann läuft man als Institut allerdings Gefahr, keine Aufträge mehr aus der Politik zu erhalten. Denn, die Kunden der Meinungsforschungsinstitute kommen überwiegend aus der Politik (und eher seltener aus der Ecke der Medien) in Form von Parteien und Politikern. Damit schließt sich der Kreis: Das Wetter war also nur schuld an der schlechten Wahlbeteiligung, weil die Politik in Deutschland nicht kritisiert werden möchte und lieber den Herr Gott für die geringe Wahlbeteilung verantwortlich macht, als selbst Fehler einzugestehen. Gut, ich polemisiere hier natürlich. Das ist mein gutes Recht und ein brauchbares Stilmittel. Wer den Zusammenhang zwischen Wetter und der Politik als Elfenbeinturm als absurd abqualifiziert, hat sicher recht, allerdings komme ich beim Lesen von Meldungen, wie:”Das Wetter ist schlecht, also gehen weniger Menschen zur Wahl.” nicht umhin genau diese ebenfalls als absurd zu deklarieren. Wenn die Wahlbeteiligung schlecht ist, dann habe die Leute einfach keinen Bock auf Politik. Nicht mehr, und nicht weniger.
Was mir während meiner Arbeit als Wahlhelfer aufgefallen ist, ist das überwiegend Ältere und junge Familien im Wahllokal aufschlagen. Warum ist bei diesen Menschen die Neigung zu wählen höher, als bei dem Rest der Welt? Bei den Älteren kann ich es schnell erklären. Vielen sind die Erfahrungen während oder kurz nach dem II. Weltkrieg sicher noch in Erinnerung. Für diese war die Demokratie ein Neuanfang nach den Wirren des Krieges, wobei der Neuanfang auch prima hingehauen hat, wenn man an die Wirtschaftswunderzeit der sechziger Jahre denkt. So scheint die Demokratie für viele Ältere (sicher nicht alle), auch wenn sie von außen aufgezwungen wurde, immer noch eng mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland verknüpft zu sein. Deshalb erfährt sie in dieser Altersschicht vermutlich mehr Zuspruch.
Bei den jungen Familien? Bin ich überfragt. Vielleicht sind junge Eltern generell mehr an Politik interessiert, weil sie sich ein soziales Geflecht um sicher herum wünschen (warum zeugt man sonst Kinder, von den Pannen einmal abgesehen) oder soziale Geflechte um sich herum eher wahrnehmen und versuchen es mit zu gestalten. Wobei man an meinen Erklärungsversuchen merkt, das sie so abstrakt sind, das ich selbst keine Ahnung habe, was junge Eltern so zahlreich zur Wahl getrieben hat. Vielleicht zelebrieren sie auch einfach nur einen kleinen Sonntagsspaziergang mit den Kindern und suchen sich als Ziel das Wahllokal. Getreu dem Motto:”Mal wieder raus und frische Luft, ist immer gut, was mit den Kindern unternehmen sowieso und wenn man dann noch kurz Wählen geht haben sogar alle was davon.” Oder sie wollen einfach nur gute Vorbilder für ihre Kinder sein, diesen “Verdacht” hatte ich auch zwei bis drei mal. Jetzt kommen die Soziologen unter euch. Aufgrund der Vorüberlegungen im letzten Absatz könnte man bezüglich der Wahlbeteiligung junger Eltern fragen:
“Sind Eltern deshalb eher geneigt zur Wahl zu gehen, weil sie sozialer eingestellt sind? Bzw. gehen sie deshalb zur Wahl, weil sie verantwortungsbewußter sind (die Verantwortung für die Kinder äußert sich in der Tatsache, das sie scheinbar gute Vorbilder sein möchten)?”

Kann man dann weiter behaupten:
“Nicht-Wähler sind weniger Verantwortungsbewußt und weniger sozial eingestellt (was das Wörtchen Asozial impliziert).”

Mischt man jetzt noch das Ergebnis der Wahl mit hinein, dann haben wir die Begründung, weswegen die Gesellschaft scheinbar immer weiter nach Links rückt (bei bei den Wahlen hat die Links.Partei ziemliche zuwächse erstritten). Offenbar sind solche Ergebnisse nur möglich, weil lediglich jene zur Wahl gehen, die ein ausgeprägteres Verantwortungsbewußtsein und Sozialverhalten an den Tag legen. Diese wählen aber tendenziell eher links.

Kaum zu übersehen, das ich gerade viel Zeit habe. Eigentlich wollte ich nur kurz ein Päuschen von der Lernerei einlegen und ich beschäftige mich wohl geradenur deshalb so umständlich mit Politik, um nicht wieder zurück an den Schreibtisch zu müssen. Vielleicht kann ich auch nur deshalb nicht lernen heute, weil das Wetter so schlecht ist…

Arsch hoch!

Dezember 04, 2007 Von: admin Kategorie: Gesellschaft, Krams, Politik Noch keine Kommentare →

Hier ist der Name Programm!
Als selbsternannter Retter der Welt und notorisch selbstherrlicher Gesellschaftskritikkritiker, geht mir bei Internetseiten mit einem solchen Titel natürlich die Hose auf und lauter kleine Tauben entfleuchen meiner Unterbekleidung. Spaß beiseite, ich bin gerade wieder auf eine Seite zum Thema Bürgerrechte gestoßen und komme nicht umhin, sie euch vorzustellen.

Also: Arsch hoch…und informieren!

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