Mai 5 2012

Huldigung

Eigentlich wollte ich heute an Songtexten feilen, dann fiel mir dieses Gedicht in die Hände. Ich hab´s nochmal überflogen und wollte es euch nicht vorenthalten.

Huldigung
Die Stunde tropft Minutenweise, durch den Dunst im Stadtcafé,
die Welt schwirrt durch die Zeit, so leise, nur im Spiegel wächst noch Klee.
Setze es auf die Tagesthemen, wenn der Sturm und Drang vergeht,
wenn der Pispers schon verwegen, mit der Rechnung vor dir steht.
Wenn der Kleber auf der Scheibe, trocken und um Zahlen schwebt,
wenn sich keiner deiner Reime auch verdreht und schwer geschunden,
ungeschickt und blöd verstrickt, mit diesem Senf verträgt.

Geht dir Geisler, diese Geißel, nicht gehörig auf den Keks?
Geht dem einer ab wenn keiner seinen Schlichterspruch versteht?
Gähnend lange Langeweile, wenn es von der Kanzel seibert:
Jede alte Eiche bleibt! …bis zum Ende ihrer Laufzeit….
Und im Uhlenspiegelhäuschen spielt der Schutzmann Majestät,
bricht man Lanzen für die Wanzen, mit gewissen Wissensbissen,
wird gerissen und verbissen auch grundsätzliches geschliffen.

Schreiberlinge, Pfeffersäcke, Schweinehirten, viel zu laut,
will `ne Maut für jedes Säulein, die ihr durch die Gassen haut.
Falls die armen Irren ahnten, was ich heut´ für Grebe gäbe,
für ´nen Pelzig und der Weltsicht, selten arm und niemals träge.
für ´nen Rether auf dem Äther, statt Verrätern in den Phaetons.
Für ´nen Schramm in allen Ecken, falls er seine Gruben grübe,
grübelnd jede trübe Lüge zornig vor die Wähler trüge.

Ich glaub, sie würden reich.