Dez 23 2008

Abfindungsklagen leicht gemacht

Da erfahre ich neulich und eher nebenbei, das mein ehemaliger Arbeitgeber seine Dependance in Oldenburg schließen wird; kaum vier Monate nach meinem Weggang. Erster Gedanke: “Glück gehabt!” Zweiter Gedanke: “Wie kommen die ehemaligen Kollegen aus der Sache raus?” Durch Nachfragen erfuhr ich, das die Firma bisher darauf verzichtet hat Kündigungen auszusprechen. Stattdessen hat der Fillialleiter einige Ex-Kollegen angerufen und ihnen Mitgeteilt, das die Filliale geschlossen werden wird. Ende Januar.

Für einen Fachanwalt sicher ein gefundenes Fressen: Mißachtung von Schrifterfordernis und der Kündigungsfristen. Kündigung durch konkuldentes Verhalten sozusagen. Die Hauptverhandlung wird 30 Minuten dauern, wovon 20 für die Formalia draufgehen. Ich hoffe, die Kollegen wissen das.

Mein Ex-Arbeitgeber ist vermutlich der Einzige der Welt, der es schafft einen Betrieb still zu legen und dabei vergißt den Mitarbeitern zu kündigen. Schade, das ich nicht mehr dabei bin, eine solche Einladung hätte ich nie ausgeschlagen.


Apr 1 2008

Geschützt: Zu hülf! Justiziare!

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Dez 20 2007

Kommunizieren per Banküberweisung.

Wir, also Einzelunternehmer, die ihre Auftragnehmer und/bzw. -geber in aller Regel persönlich kennen, teilweise auf deren Geburtstagen aufschlagen oder sie zumindest beim Vornamen kennen und also auch dutzen; wir also, die wir viel auf uns allein gestellt, in unseren einsamen Kämmerleinen über Buchhaltung und Aufträgen, Angeboten und Inkassofragen brüten, wir haben uns ein neues Hobby zugelegt, um der Einsamkeit gelegentlich zu entfleuchen und zumindest ab und zu Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen. Wir schicken uns neuerdings Nachrichten per Banküberweisung, getreu dem Motto: ‘Wenn ich den Sack schon bezahlen muss, kann ich den Platz auf dem Überweisungsträger für den Verwendungszweck auch nutzen, um mich von diesem Raffke auf ein Bier einladen zu lassen.’ Gut, ganz so schlimm ist es natürlich nicht aber fast, jedenfalls haben mich heute auf diesem Wege die ersten Weihnachtsgrüße erreicht. Quasi alles in einem Abwasch: Rechnungen bezahlen, Weihnachtsgrüße aussprechen und damit wieder etwas für`s Seelenheil tun. (Ach übrigens: Geld ist angekommen. Dank auch.)
Ja, eigentlich meinen wir es immer gut miteinander und motivieren uns auch hübsch gegenseitig, beim Hard-Core-Selbstausbeuting. Neulich hat es mal wieder einer meiner Auftraggeber so gehalten und sich leider ein wenig verrannt. Im Verwendungszweck dieser Überweisung fand sich der Text:
“Jeder Cent wert”
Da fragt man sich: Jeder Cent ist was wert?! Wert ausgegeben zu werden? Natürlich! Vielleicht war das der eherne Grundsatz:”Wer den Cent nicht ehrt ist des Euros nicht wert” und der gute Mann wollte bloß sage:”Jeder Cent ist es wert, das man ihn ehrt und nicht teert und dann federt.” So wie ich den Auftraggeber kenne, war es die Aufforderung: “Kauf Dir mal was hübsches und gib ruhig alles auf einmal aus!”. Spaß beiseite: Ich sollte gelobt werden mit den Worten: “JedeN Cent wert.” Und der Satz sollte lauten:”Der Becker ist jeden Cent wert.”
Ich für meinen Teil behaupte das jetzt einfach mal und gehe damit so langsam in den wohlverdienten Winterurlaub.


Aug 23 2007

…und sie dreht sich doch!

…und meistens schneller als man will, zum Glück immer wieder zu meinen Gunsten. Der Kunde von neulich hat sich gemeldet, nachdem ich eine Rechnung verschickt habe. Die Rechnung kam zwar zurück, da der Adressat angeblich verzogen war, dennoch war eine Nachfrage per eMail immerhin so erfolgreich, als das ich eine neue Rechnungsadresse habe. Vermutlich war der Auftraggeber tatsächlich nur im Urlaub und ich wieder zu voreilig. Ich werde noch bis Montag warten, bevor ich eine neue Rechnung stelle, dann hat der Kunde Zeit sich die Arbeit noch einmal in Ruhe anzusehen.

Der Kauf der Wohnung geht mit großen Schritten voran, naja, eigentlich ist sie ja schon gekauft. Die Organisation drumherum wird allerdings immer weniger. Wir haben gerade die letzten Details mit der Bank geklärt, da stand noch eine Löschungsbewilligung aus, die Vorbedingung für die Bewilligung des Kredites war. Da bei dieser Sicherheit mittlerweile drei Banken involviert sind, ist es einigermaßen kompliziert geworden. Anscheinend begnügt sich die Bank, welche den Kredit bereitstellt jedoch mit unserem ‘Bemühen’ und schickt uns eine Mitteilung darüber. Im Grund ist dies aber auch keine Großtat, denn bei dem Grundbucheintrag handelt es sich um eine verhältnismäßig geringe Summe. Anschließend muss ich nur noch einziehen, die Fenster austauschen und mich wohlfühlen. Die Einweihungsparty ist auf alle Fälle für Anfang Oktober geplant, Einladung erfolgt gesondert.

Tja, und dann wundere ich mich immer wieder, wer alles mit Aufträgen an mich heran tritt. Heute bin ich von einer lokalen Veranstaltungsagentur als Barkeeper angefordert worden. Der ein oder andere weiß vielleicht, dass ich eine ganze weile Cocktails geschüttelt habe und eigentlich gar keinen Bock mehr auf den Gastromist hatte…na, so ein riesen Arsch voll Schulden verändert bisweilen die Sicht auf die Dinge, außerdem: was soll`s hab ja sonst nichts zu tun. Allzu oft werden solche Einsätze allerdings wohl nicht vorkommen. Nö, da kann ich meine Zeit auch anders nutzen. Zugegeben, mich interessiert schon ein wenig, ob ich das überhaupt noch kann, und den Stattstrand wollte ich ja eigentlich schon den ganzen Sommer über einmal besuchen, andererseits: Im Augenblick habe ich weiß Gott andere Sorgen, neue Jobs sind mein geringstes Problem!

Oh, dann durfte ich heute wieder eine Rechnung von der Art schreiben, die mir im Grunde am liebsten ist. Eine Rechnung für die Erteilung einer Lizenz über Soundtaxi. Zugegeben, im Bereich ‘Musik’ werde ich noch einige Jahre warten müssen, bis mal ein nennenswerter Umsatz erzeugt werden wird, einer der zumindest den Aufwand rechtfertigt. Immerhin, wurde mal wieder eine Nummer von mir für so gut befunden, das jemand bereit war Geld auszugeben, um sie für sein Pod-Cast zu nutzen. Hat doch was!

Wie dem auch sei. Ich werde jetzt erstmal einen Lieferschein für den Job heute Abend entwickeln auch wenn ich die Leute kenne, wissen kann man ja nie. Nach den Querelen mit dem Kunden aus Frankfurt und den Schauergeschichten, die Sascha regelmäßig auspackt werde ich da jetzt etwas konsequenter werden. Danach noch zur Post und ein paar Arbeitsutensilien besorgen. Wir hören nächste Woche voneinander.


Aug 14 2007

Und, wie oft mahnst du so?!

Es ist ja schon ein Kreuz mit der Selbstständigkeit. Auf der einen Seite ist man froh, wenn man niemanden mehr im Nacken hat, der einem Tag für Tag in den Ohren hängt und einem sagen möchte, was man zu tun und zu lassen hat. Auf der anderen Seite wünscht man sich schon nach einem halben Jahr mindestens einen, hinter dem man sich verstecken kann, wenn mal wieder etwas so richtig in die Binsen geht. Denn leider kommt dieser Fall weit häufiger vor als man sich das so vorstellt aber, Gott sei dank, die Kunden realisieren in der Regel nicht jeden Faux-Pas und die meisten Fehler darf man ausbügeln, ohne das es in irgendeiner Form Ärger oder Nachverhandlungen gibt. “Kulanz” ist für mich dennoch ein Reizwort geworden, obwohl, dies sind andere Geschichten.

Nein, ich bin beim Mahnen. Bei säumigen Zahlern. Natürlich beleibt kein Selbstständiger jemals davon verschont, egal in welcher Branche er tätig ist. Und ich glaube, diesen Monat bin ich dran. Zum Glück geht es um einen wenig aufwändigen Auftrag, der auch in der Bilanz kaum Spuren hinterließe, aber mir geht`s ja doch gleich um`s Prinzip. Und, wenn ich mir dann noch vor Augen führe, das der Auftraggeber (ich nenne hier gewiss keine Details!) sich unter Umständen ins Fäustchen lacht, während er darauf spekuliert, das ich eine derart geringe Forderung niemals vor einem Gericht durchsetzen würde. Da packt mich ja schon mein Gerechtigkeitssinn und meine panische Angst mich ausnutzen zu lassen (und die Erkenntnis, das ich immer mehr werde, wie mein alter Herr, aber auch das ist eine andere Geschichte). Ich für meinen Teil werde auch Forderungen von unter 100 € erbarmungslos durchdrücken, im Grunde bin ich wahnsinnig kulant aber, wenn der Kunde sich nicht einmal mehr meldet, die Dienstleistung nicht abnimmt etc, mich ignoriert…nö, da bekomme ich richtig Lust zu schaden wo ich nur kann. Von wegen, einfach Verträge schließen und glauben man müsse sie nur soweit einhalten, wie nötig ist den eigenen Mehrwert zu erlangen! Da werd isch bockisch! Jawohl! Eine Zahlungserinnerung werde ich verschicken, die erste Mahnung kommt allerdings gleich per Einschreiben, damit sie gerichtsfest ist!

Nun gut, vielleicht ist der Kunde aber auch einfach nur im Urlaub. Mal schauen, wie sich diese Geschichte entwickeln wird. Im Grunde bin ich aber gespannt. Schließlich lässt sich hier vielleicht noch etwas dazulernen. Zum Beispiel: Wie mahne ich richtig?