Apr 10 2009

Nette Spielerei

Das Amazon so ein lustiges Partnerprogramm hat, wußte ich ja. Das es das Ganze jetzt auch mit lustigen Bildchen zum Aufpeppen der eigenen Internetseite gibt, finde ich natürlich doppelt gut. Da kann ich ja endlich mal eine Liste meiner Lieblings-CDs und Bücher aufbauen und habe auch gleich die passenden Bildchen in ansprechender Form dazu.

By the Way:  “The Southern Harmony and Musical Companion” für 1,25€ gebraucht? Meine Fresse, das ist immer noch eines meiner Lieblingsalben. Ich kann es mir schon nicht mehr von CD anhören, da die Schreib zu zerkratzt ist…


Jan 8 2007

Robert Lyng: Die Praxis im Musikbusiness

Jeder, der viel Musik macht und mit dem Gedanken spielt damit auch Geld zu verdienen kommt in die Situation, das er sich um die rechtlichen Aspekte dieser Arbeit Gedanken machen muss bzw. sollte. Es ist zwar auch möglich einfach ein bisschen “herumzunegern” und zu hoffen, das alles gut geht, früher oder später wird man damit aber nicht mehr weiter kommen. Da ist es besser lieber früher als später bescheid zu wissen, was für Rechte und Pflichten ich habe und mit welchen Teilaspekten des Rechtssystems es ein Musiker überhaupt zu tun hat etc.

Das Rechtliche ist übrigens auch der Hauptteil, den das Buch von Robert Lyng ausmacht. Verständlich, das Musikgeschäft ist nur durch bestimmte Teile des BGB möglich geworden (namentlich dem Urheberrecht), ein Teil des Rechtssystems, den es zu verstehen gilt, bevor man über Vermarktung nachdenken sollte. Neben dem Urheberrecht sind natürlich auch andere Bereiche des Rechts von Bedeutung, wie dem Arbeits- und dem Steuerrecht. Eines (und das macht Lyng auch unmissverständlich klar) hat der Musiker zu begreifen: Er ist Unternehmer, ein Selbständiger. Auch wenn das deutsche Recht Künstler besonders behandelt und nicht alle Fragen des Steuer- und Arbeitsrechts (wo es dann um Auftritte geht) auf ihn zutreffen; kaufmännische Fragen sind auch für ihn relevant (zumindest, solange er nicht im Theater oder der Oper arbeitet und seine Auftritte als Dienstzeit betrachtet). Natürlich kommt Lyng auch auf die Strukturen innerhalb eines Labels, einer Plattenfirma zu sprechen und zeigt auch Möglichkeiten auf, wie sich Musik vermarkten lässt und weist auf Fallstricke hin, die in diesem Zusammenhang auftreten können. Abgerundet wird das Ganze mit Musterverträgen, die einen schönen Überblick verschaffen, wie das Wissen ums liebe Recht in der Praxis aussehen können.

Das schöne an Robert Lyng als Autor ist seine Erfahrung, die er in langer Arbeit innerhalb des Bizz hat sammeln können, seine juristische Vorbildung und seine Tendenz, für die Künstler zu schreiben. Sein Anliegen scheint es zu sein, den Musikern Rüstzeug für das Geschäftliche zu geben und seine Sympathie gilt eindeutig dem Künstler (wobei er jedoch erstaunlich ausgeglichen bleibt).

Das Buch ist in jedem Falle lesenswert auch für jene, die ihr Hobby nicht weiter professionalisieren möchten. Es ist sehr umfassend und dennoch leicht verständlich geschrieben, also definitiv eine lohnende Anschaffung.


Jan 4 2007

Harmonielehre: In Vivo Guitar

In Vivo Guitar bei Amazon bestellenNoch ein Buch über Harmonielehre! Ja, ich weiß besonders viele lohnenswerte Veröffentlichungen gibt es da nicht. Warum empfehle ich “In Vivo Guitar” und mache mir dann auch noch die Mühe, das Buch zu besprechen? Weil ich weiß, wieviel Mist unter dem Label “pädagogisch wertvoll” veröffentlich wird; um allen die Orientierung zu erleichtern, also hier mal mein persönlicher Favorit in Sachen Harmonielehre.

Der Autor Abi von Reininghaus stammt aus dem “Gitarre und Bass” Dunstkreis. Für viele (und so war es am Anfang auch für mich) ist das allein schon ein Qulitätskriterium. In der Tat zeichnen sich diese Bücher in der Regel durch große allgemein Verständlichkeit aus, so auch “In Vivo Guitar”. Der Titel des Buches ist übrigens etwas mißverständlich, zwar richtet sich Abi (als Gitarrist) an Gitarristen, der Inhalt ist jedoch für alle Instrumentengruppen gleichermaßen gültig und anwendbar. Also wenn hier der ein oder andere Keyboarder oder Gitarrist mitliest: Auch euch kann dieses Buch durchaus interessieren. Worum geht es also in dem Buch?

Entgegen der üblichen Literatur von Gitarristen für Gitarristen haut uns Abi nicht laufen irgendwelche Übungsstücke um die Ohren, um die Fingerfertigkeit zu trainieren (Sprich: Zu frickeln, Dühne rauf, Dühne runter…). Nein, er konzentriert sich auf die harmonischen Grundlagen. Kirchentonarten, Harmoniefolgen etc. Das Schöne ist, bei ihm wird die Harmonielehre nicht zum Hilfswerkzeug für Leute, die ihre Songs um die Gitarrensoli herum bauen und Tonmaterial brauchen, um immer neue Soli zu erfinden. Nein, es geht mehr in Richtung Komposition. So war ich nach der Lektüre des Buches (und ein paar Übungen später) wesentlich besser in der Lage, meine Songs zu strukturieren und schon vom Harmonieschema her (also von Beginn an, da ich meistens mit dem Text beginne und den dann Vertone) mehr Abwechslung zu schaffen und mehr Stimmungen zu transportieren. Allein das ist schon Grund genug, sich intensiv mit dem Thema Harmonielehre zu befassen (und jetzt, wo ich weiß, wie es geht frage ich mich natürlich, wie ist es jemals ohne gegangen…)

Abi hat noch andere Vorzüge. So kommt er nicht aus einer Schule, wo es üblich ist einfach ein Buch aufzuschlagen und alles, was sich dort liest für bare Münze und der Weisheit letzter Schluss zu nehmen. Es hat sich angewöhnt, alles zu hinterfragen und nichts als Selbstzweck zu betrachten. Was mir persönlich sehr gut gefällt (da latent revolutionär). So ist der Quintenzirkel für ihn kein Muß, er entlarvt es stattdessen mehr als didaktisches Werkzeug, was die Musikwissenschaft wohl schon seit Jahrhunderten mit sich herumschleppt (und deshalb wohl von vielen immer so überhöht wird).

Für die Uni ist dieses Buch sicher nicht, da er nicht so viel auf Formalia wert legt. Dennoch für Autodidakten genau das richtige, also sicher mal einen Blick wert.