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	<title>Tyrbedarf &#187; Fernsehen</title>
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		<title>Und, wer war schuld?!</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jun 2007 07:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer war schuld an den Krawallen in Rostock? Dieser Frage gingen die Journalisten der Tagesthemen gestern Abend nach und sind nat&#252;rlich zu keiner befriedigenden Antwort gekommen. Es ist schon bemerkenswert, das mal wieder alle Beteiligten mit den Finger aufeinander zeigen und wirklich niemand bereit ist, auch nur eine Spur von Verantwortung zu &#252;bernehmen. Diese Spielchen kennen wir ja zur Gen&#252;ge aus Politik, Arbeitswelt und Kindergarten. Die Organisatoren der Anti-G8 Demonstrationen werfen der Polizei vor, sie h&#228;tten sich nicht ausreichend um Deeskalation bem&#252;ht und die Polizei beklagt, die Organisatoren w&#252;rden sie bei etwaigen Ermittlungen nicht ausreichend unterst&#252;tzen. Da ist der Kommentar des Innenministers fasst schon salomonisch: Schuld seien die Demonstranten, die von einem friedlichen Protest abgesehen haben. Wohl war. Allerdings kommt seine Erkenntnis nicht ohne den Hinweis aus, das er, der Innenminister, diese Ausschreitungen vorhergesehen hat und eigentlich noch viel mehr f&#252;r die Inneresicherheit tun wollte, ihm aber keine freie Hand gew&#228;hrt wurde. Ich freue mich schon auf die Diskussionen w&#228;hrend der kommenden Monate, in denen Sch&#228;uble immer wieder darauf hinweisen wird, das es nur zu diesen Ausschreitungen hat kommen k&#246;nnen, weil sein und das Sicherheitskonzept der L&#228;nder immer wieder ausgeh&#246;hlt wurde, durch Gerichtsurteile zum Beispiel. Jedesmal, wenn es mal wieder um Vorratsdatenspeicherung oder Geruchsproben geht, wird jeder Kritiker mit den Worten abgeb&#252;gelt:&#8221;Sie m&#246;chten also lieber Zust&#228;nde wie in Rostock oder Heiligen Damm?&#8221; Wir sollten uns jetzt schon mal &#252;berlegen, wie man solche <a class="previewlink" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Totschlagargument" target="_blank">Totschlagargumente</a> aushebelt und mir graust es auch schon vor den Intellektuellen Verrenkungen, die man daf&#252;r anstellen muss. (Sprich: Wechsel auf die Metaebene einer Kommunikation und erl&#228;utern der Sinnlosigkeit solcher Schein-Argumente. Das dauert in der Regel l&#228;nger, als die 1:30 min, die Fernsehstationen f&#252;r Statements reservieren und wird vom Otto-Normal-Zuschauer nur noch schwer nachzuvollziehen sein.)</p>
<p>Schuld waren in der Tat diejenigen, denen Demonstrationen eine willkommene Gelegenheit sind, sich in plumper Hooligan-Manier auszutoben. Wobei ich davon ausgehe, das wir bei jeder Demonstration auf derlei Individuen treffen d&#252;rften. Diese wild gewordene Minderheit von Leuten, die ihre Anliegen (so sie welche haben) nicht in ad&#228;quater Art und Weise artikulieren m&#252;ssen wir erdulden. Das empfinde ich als das Risiko der Freiheit. Das sind Lebensrisiken, die man nie zur G&#228;nze abstellen kann. Dasselbe gilt eigentlich auch f&#252;r Spitzenpolitiker. Diese sollten sich eigentlich dar&#252;ber im Klaren sein, das sich das private Risiko erh&#246;ht, Ziel von Anschl&#228;gen zu werden, sobald sie ein &#246;ffentliches Amt bekleiden. Risiken, die man bereit sein sollte zu tragen. Wir treiben allerdings auf unhaltbare Zust&#228;nde zu, wenn der Eindruck entsteht, die Polizei sei in der Hauptsache f&#252;r den Schutz von Spitzenpers&#246;nlichkeiten und nur nebenher f&#252;r die Aufrechterhaltung der &#246;ffentlichen Ordnung verantwortlich. Bei dem Aufwand, der in heiligen Damm betrieben wird, dr&#228;ngt sich der Eindruck fast auf.  Vielleicht ist ja weniger manchmal mehr.</p>
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