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Artikel der Kategorie ‘Politik’

Morgenlektüre (III)

März 01, 2007 Von: admin Kategorie: Medien, Politik, Zeitungen Noch keine Kommentare →

Was der Tagesschau gestern nur eine Meldung unter vielen wert war, dominiert heute ganz eindeutig die NZW. Airbus gibt sein Sanierungskonzept bekannt und die Mitarbeiter reagieren mehr als nur verschnupft. Irgendwie verständlich, wenn man seinen Mitarbeiter sagt, dein Betrieb wird geschlossen oder verkauft bzw. eure Arbeitsplätze werden nicht mehr gebraucht, sinkt die Motivation schnell mal gen null. Wäre bei mir nicht anders. Insofern ist es kein Wunder, das die Mitarbeiter gestern, nach bekannt werden der Pläne, einen Spontan-Streik hingelegt haben (rechtlich höchst fragil, menschlich mehr als nachvollziehbar). Wenn man die Wahl des Zitates als Zusammenfassung der Meinungen aus der Politik wertet, könnte man den Eindruck gewinnen, Christian Wulf war nur daran interessiert, auch den Franzosen möglichst viel der Last für die Sanierung aufzubürden. Vermutlich versucht hier jemand das Versagen von einigen Wirtschaftsführern in Wählerstimmen umzumünzen. Ich kann schon die Argumente bei der nächsten Landtagswahl hören: “Ja, aber der amtierende Ministerpräsident hat es wenigsten geschafft, das auch die Franzosen bluten mussten, als Airbus fast pleite ging.” Super Christian, bin stolz auf Dich!

Bemerkenswert ist ein seltsamer Uran-Fund in Niedersachsen. Im Kreis Holzminden haben Strahlenschützer etwa 110 g Uran im Garten eines privat Mannes gefunden. Die Herkunft ist unklar. Witzig ist in diesem Zusammenhang, das der Mann schon seit zehn Jahren versucht hatte, auf das Uran in seinem Garten aufmerksam zu machen und niemand eingeschritten ist. Das ist wieder so eine “Mir ist da was ganz merkwürdiges passiert, das glauben Sie mir nie!”-Geschichte. Ich persönlich kann mir richtig ausmalen, wie die Beamten im Gewerbeaufsichtsamt auf seine Schreiben reagiert haben müssen: “Ja, natürlich, Sie haben Uran im Keller, hmm, verstehe, ja…Stück Brot dabei?!” Gelesen, gelacht, gelocht. Ehrlich gesagt, auf eine solches Schreiben hätte ich zunächst vielleicht auch nicht reagiert. Aber nicht jede Geschichte die hanebüchen klingt muss auch erfunden sein. Aufmerksam sind die Behörden erst geworden, als der gute Mann ein Schreiben an die Kanzlerin verfasst hat. Diese hat den Brief im Umweltministerium abgeben und Gabriel hat dann die Gewerbeaufsicht in Niedersachsen Informiert. Ja, was lange währt wird endlich gut. Gefahr für Leib und Leben bestand wie immer nicht, wenn es um Strahlenunfälle geht….

Morgenlektüre (II)

Februar 28, 2007 Von: admin Kategorie: Medien, Politik, Zeitungen Noch keine Kommentare →

Hm…entweder ist heute nichts passiert oder die NWZ Redaktion ist gedanklich schon im Wochenende. Gut, zwei Berichte über die politisch-wirtschaftliche Entwicklung im Norden. Ein Bericht über ein Treffen von EADS Vertretern im Hotel Adlon und einer über die politischen Entwicklungen in Bezug auf den Jade-Port.

Ersterer war wenig ergiebig. Im wesentlichen ging es darum, das sich das Sparprogramm bei Airbus noch in der Planung befindet und das die Gewerkschaften jetzt schon die Messer wetzen. Das die NZW dennoch einen Artikel auf Seite eins bringt liegt daran, das Nordenham noch zum Verbreitungsgebiet gehört, die Leser also direkt betroffen sind. Dennoch, nichts wirklich Neues. Beim Jade-Weser-Port sieht es ähnlich aus, nur das sich die Zeichen auf Realisierung hindeuten.

Schön allerdings, das das Cicero Urteil gleich auf Seite eins zu finden ist. Das Journalisten für die Meinungs- und Pressefreiheit eintreten ist allerdings auch nicht sehr verwunderlich.

Alles in allem habe ich das Gefühl gestern ist rein gar nichts passiert.

Nachtrag zu gestern

Februar 28, 2007 Von: admin Kategorie: Medien, Politik, Zeitungen Noch keine Kommentare →

So, jetzt glaube ich zu wissen, weswegen der Ede gestern keine Gnade vor Recht ergehen lassen wollte. Im Falle der Gnadengesuche von Mohnhaupt und Klar, lese ich heute im Tagesschaublog, das die beiden noch immer nicht der Gewalt abgeschworen haben. Das wirft natürlich ein anderes Licht auf die Bewertung der Sachlage, allerdings war weder im Ede Zitat noch im Artikel der NWZ auch nur mit einem Wort die Rede von Entschuldigungen zum Beispiel bei den Opfern. Der Bericht zielte, so, wie er gedruckt wurde, auf die politische Gesinnung eines Inhaftierten an und sollte auch so verstanden werden. Ich denke auch der bayrische Landesvater hat diese kleine Unterscheidung nicht gemacht, bzw. schlicht vergessen (der gute Mann hat sein Jura-Examen übrigens mit der Note 1 bestanden, der sollte wissen, wovon er spricht. Schusseligkeit lasse ich hier nicht gelten).

Morgenlektüre (I)

Februar 27, 2007 Von: admin Kategorie: Politik, Zeitungen Noch keine Kommentare →

Heute habe ich seit Langem mal wieder die NWZ aufgeschlagen. Seit Jahren lese ich von Tageszeitungen eigentlich nur das Hauptblatt, also den Politikteil, so auch heute. Das Lesen der NZW ist für jemanden wie mich immer ein zweischneidiges Schwert, als konservative Tageszeitung aus dem ländlichen Raum, teilt man natürlich nur wenige Ansichten, die hier über Gott und die Welt vertreten werden. Zwar macht die Redaktion der NWZ keine derart hanebüchenen Fehler, wie beispielsweise die Bildzeitung, dennoch spricht die Themenauswahl manchmal Bände. Bemerkenswert ist auch immer wieder, welche Personen, mit welchen Aussagen zitiert werden. Heute war es Edmund Stoiber zu der Begnadigung des RAF-Terroristen Klar.

Klar hatte sich anlässlich der Rosa-Luxemburg-Konferenz in einer Art geäußert, die vermuten läßt, das er noch immer nicht mit dem kapitalistischen System im Reinen ist und sich lieber ein eher sozialistisches Gemeinwesen wünscht (Zugegeben, das war jetzt sehr diplomatisch formuliert). Diese Äußerung nimmt Ede zum Anlass, um über die Sicherungsverwahrung straffällig gewordener nachzudenken, die sich abfällig über das politische System äußern. Es fällt natürlich schwer, die Taten eines Christian Klar einfach außer Acht zu lassen, wenn man sich mit diesem Fall beschäftigt, dennoch darf es als höchst fragwürdig gelten, wenn die Frage nach dem Haftmaß, beziehungsweise einer etwaigen Begnadigung, davon abhängt, welche politischen Äußerungen ein Mensch macht. Sagt was ihr wollt, ich sehe diese Äußerungen schon als Angriff auf die Meinungsfreiheit (auch wenn ich die Meinung des Herrn Klar nicht teile). Es gibt nämlich nicht viele Äußerungen in Deutschland, die strafbewährt sind. Und das aus gutem Grund. Solange sich keine Aufrufe zur Gewalt oder volksverhetzende Aussagen finden, hat sich der Staat aus dem Denken seiner Bürger heraus zu halten. Das gilt auch für Strafgefangene. Ich frage mich natürlich, ob dieses Zitat nur zufällig auf der ersten Seite zu finden ist.

Lustig ist auch der Ausruf von Herrn Guido Westerwelle, bezüglich des Oscars für den Regisseur Florian Henckel von Donnersmark. Ja, auch Guido hat es auf die erste Seite geschafft: “Wir sind Oscar!”. Langsam kotz ich echt im Strahl. Nachdem wir zwar keine Fußballweltmeister, dafür immerhin Handballweltmeister sind, der amtierende Papst ein deutscher ist, haben “WIR” nun endlich einen Oscar gewonnen (übrigens schon der Dritte). Wer ist eigentlich “WIR”? Tucholsky würde sagen:

Wer waren unsre Ahnen?
Kaschubische Germanen.
Die zeugten zur Erfrischung
uns Promenadenmischung

Drum drehten wir
zum Beten hier
die nationale Rolle.
Was Wotan weihen wolle –!

Langsam bekomme ich das Gefühl (und nicht erst seit Möllemann), das sich auch im liberalen Lager schleichend eine Patrioten Fraktion heraus bildet. Blöde Schreckgespenster liegen mir nicht aber ein wenig seltsam finde ich diese Entwicklung schon.

Den Film habe ich indessen nie gesehen, und ich zweifle seit heute, ob ich das nachholen möchte. Geht es Deutschland so schlecht, das wir jedes bisschen Erfolg brauchen, um uns Selbstbewusstsein einzuflößen? Glaubt die Politik tatsächlich an ein zweites Wunder von Bern und das der Oscar dieselbe Zuversicht auslösen kann, wie der Weltmeistertitel von damals? Scheinbar sollen Erfolge in Kunst, Sport und Kultur das Wirtschaftswachstum erzeugen, welches durch verfehlte Finanz-, Wirtschafts- und Steuerpolitik eigentlich gar nicht anspringen will. Salopp gesagt, die wollen vom Thema ablenken und die NWZ macht fleißig mit.

Immerhin hat die NZW die Zeichen der Zeit erkannt und berichtet fast täglich über das Thema “Umweltschutz”. Ja, das muß ich denen eigentlich zu Gute halten, auch wenn dieses Thema umgehend auf Seite drei verbannt wurde, also scheinbar für niemanden von Belang ist.

Nehmen wir den Freistaat nicht zu wichtig?

Januar 22, 2007 Von: admin Kategorie: Politik Noch keine Kommentare →

Ist euch eigentlich mal aufgefallen, wie lange der Zinoba um die CSU Erbfolge schon andauert? Ich finde es bemerkenswert, geht es dabei doch eigentlich nur und ausschließlich um Landespolitik (und wirklich nur am Rande um Bundespolitik). Dennoch springt gerade alle Welt auf dieses Thema auf und wirklich wichtige Themen, wie der Mord an Hrant Dink geht komplett unter.

Warum schaffen es die Bayern eigentlich immer wieder, die eigene Bedeutung so maßlos zu überhöhen? Für sachdienlich hinweise bin ich immer wieder dankbar.

Irgendjemand hängt sich immer dran…

Januar 18, 2007 Von: admin Kategorie: Internet, Medien, Politik Noch keine Kommentare →

Das der ein oder andere Versucht Werbung für sein Blog zu machen kann ich nachvollziehen. Aber wenn, dann doch bitte mit Reaktionen auf die verfassten Texte und nicht bloß mit Copy und Paste Auszüge aus dem eigenen Blog einfügen oder Plug-Ins bemühen, die anderer Leute Blogs dicht Spamen (als Blogger will man sich ja auch ernst genommen fühlen).

Hilfreich war es dennoch. So habe ich mal wieder Erfahren, was man mit Out-Sourcing noch so alles machen kann. So fiel mir beim Blick auf Gabriele Paulis Blog auf, das die Gute scheinbar nicht selbst schreibt, sondern lieber eine Medienfirma damit beauftragt ihre Sicht der Dinge in Blog-Konformen Non-Sense zu bringen (Hinweis am Ende des Blogs beachen.).

Da ham wa´s mal wieder. In Bayern ist die politische Willensbildung schon von den Parteien  in private Hände gefallen. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis die Parlamentarier in Berlin auf die selbe Idee kommen. Wie wär´s mit studentischen Hilfskräften für die Sitzungen (einen “Miet-einen-Demonstranten”-Dienst gibt´s ja schon.), und Titanic-Redakteuren für die Prüfung von Gesetzes-Vorhaben?

Zehr Stoib Bär oder Steinschlag in Bayern

Januar 18, 2007 Von: admin Kategorie: Politik Noch keine Kommentare →

Ein gar possierliches Tierchen dieser Stoi Bär. Entgegen aller anderen Bärenarten ist dieser nicht im mindesten Kammerascheu, paßt sich jeder Umwelt an und ist sogar lieb zu Kindern (manche behaupten sogar, bereits ein stubenreines Expemplar entdeckt zu haben.). Jetzt ist eines dieser Expemplare einem Steinschlag zum Opfer gefallen (genauer, einem Becksteinschlag) und die Republik ist entsetzt.

Gut, Beckstein war nicht schuld, das der Stoiber auf eine weitere Kandidatur verzichtet, sondern eher eine geltungssüchtige junge Frau, deren Namen ich hier nicht nennen will (weil man Geltungssucht am besten mit Mißachtung ahndet). Dennoch wird dieser Stammelhannes wohl der Nachfolger von Stoiber und damit ist es für mich erwiesen, das man den Teufel wohl doch nur mit dem Beezeelbub austreiben kann. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, das die Bayern unter Beckstein eine Annäherung an die Bundesrepublik Deutschland unternehmen werden. Ihren Alleinvertretungsanspruch innerhalb der EU fallenlassen werden oder einfach nur sympathischer werden.

Wo ist eigentlich der Seehofer hin? War die Schwangerschaft seiner Geliebten doch keine Bild-Ente? Oder sind wir in Deutschland schon so weit, das Private Fehler und Fehlschläge mehr über die Qualifikation eines Menschen aussagen, als Berufserfahrung und breite Anerkennung?

Nicht das ich Seehofer mögen würde. Aber mit dem Teufel ist er dennoch nicht gleich zu setzen…

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