Apr 10 2009

Nette Spielerei

Das Amazon so ein lustiges Partnerprogramm hat, wußte ich ja. Das es das Ganze jetzt auch mit lustigen Bildchen zum Aufpeppen der eigenen Internetseite gibt, finde ich natürlich doppelt gut. Da kann ich ja endlich mal eine Liste meiner Lieblings-CDs und Bücher aufbauen und habe auch gleich die passenden Bildchen in ansprechender Form dazu.

By the Way:  “The Southern Harmony and Musical Companion” für 1,25€ gebraucht? Meine Fresse, das ist immer noch eines meiner Lieblingsalben. Ich kann es mir schon nicht mehr von CD anhören, da die Schreib zu zerkratzt ist…


Jun 4 2007

Und, wer war schuld?!

Wer war schuld an den Krawallen in Rostock? Dieser Frage gingen die Journalisten der Tagesthemen gestern Abend nach und sind natürlich zu keiner befriedigenden Antwort gekommen. Es ist schon bemerkenswert, das mal wieder alle Beteiligten mit den Finger aufeinander zeigen und wirklich niemand bereit ist, auch nur eine Spur von Verantwortung zu übernehmen. Diese Spielchen kennen wir ja zur Genüge aus Politik, Arbeitswelt und Kindergarten. Die Organisatoren der Anti-G8 Demonstrationen werfen der Polizei vor, sie hätten sich nicht ausreichend um Deeskalation bemüht und die Polizei beklagt, die Organisatoren würden sie bei etwaigen Ermittlungen nicht ausreichend unterstützen. Da ist der Kommentar des Innenministers fasst schon salomonisch: Schuld seien die Demonstranten, die von einem friedlichen Protest abgesehen haben. Wohl war. Allerdings kommt seine Erkenntnis nicht ohne den Hinweis aus, das er, der Innenminister, diese Ausschreitungen vorhergesehen hat und eigentlich noch viel mehr für die Inneresicherheit tun wollte, ihm aber keine freie Hand gewährt wurde. Ich freue mich schon auf die Diskussionen während der kommenden Monate, in denen Schäuble immer wieder darauf hinweisen wird, das es nur zu diesen Ausschreitungen hat kommen können, weil sein und das Sicherheitskonzept der Länder immer wieder ausgehöhlt wurde, durch Gerichtsurteile zum Beispiel. Jedesmal, wenn es mal wieder um Vorratsdatenspeicherung oder Geruchsproben geht, wird jeder Kritiker mit den Worten abgebügelt:”Sie möchten also lieber Zustände wie in Rostock oder Heiligen Damm?” Wir sollten uns jetzt schon mal überlegen, wie man solche Totschlagargumente aushebelt und mir graust es auch schon vor den Intellektuellen Verrenkungen, die man dafür anstellen muss. (Sprich: Wechsel auf die Metaebene einer Kommunikation und erläutern der Sinnlosigkeit solcher Schein-Argumente. Das dauert in der Regel länger, als die 1:30 min, die Fernsehstationen für Statements reservieren und wird vom Otto-Normal-Zuschauer nur noch schwer nachzuvollziehen sein.)

Schuld waren in der Tat diejenigen, denen Demonstrationen eine willkommene Gelegenheit sind, sich in plumper Hooligan-Manier auszutoben. Wobei ich davon ausgehe, das wir bei jeder Demonstration auf derlei Individuen treffen dürften. Diese wild gewordene Minderheit von Leuten, die ihre Anliegen (so sie welche haben) nicht in adäquater Art und Weise artikulieren müssen wir erdulden. Das empfinde ich als das Risiko der Freiheit. Das sind Lebensrisiken, die man nie zur Gänze abstellen kann. Dasselbe gilt eigentlich auch für Spitzenpolitiker. Diese sollten sich eigentlich darüber im Klaren sein, das sich das private Risiko erhöht, Ziel von Anschlägen zu werden, sobald sie ein öffentliches Amt bekleiden. Risiken, die man bereit sein sollte zu tragen. Wir treiben allerdings auf unhaltbare Zustände zu, wenn der Eindruck entsteht, die Polizei sei in der Hauptsache für den Schutz von Spitzenpersönlichkeiten und nur nebenher für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verantwortlich. Bei dem Aufwand, der in heiligen Damm betrieben wird, drängt sich der Eindruck fast auf. Vielleicht ist ja weniger manchmal mehr.


Mai 26 2007

Wer suchet, der findet!

Oder wer nichts findet hat nur noch nicht richtig gesucht. Gerade stieß ich auf der Online-Präsenz der taz auf diesen Kommentar des Hamburger Verfassungsschutz-Chef Heino Vahldieck.

Dagegen räumt Hamburgs Verfassungsschutzchef Heino Vahldieck durchaus ein, dass die Ermittler nach wie vor weitgehend im Dunkeln tappen. “Das sind abgeschottete Gruppierungen, die wie Profis agieren”, sagt Vahldieck. “Kriminaltechnisch verwertbare Spuren werden nicht hinterlassen.”

Irgendwie habe ich das Gefühl, die Herren aus dem Staatsschützer-Metier sind etwas paranoid geworden. Wenn man partout keine Spuren findet, liegt das daran, das man noch nicht tief genug gewühlt hat. Nie aber daran, das man eventuelle gar nichts finden kann, weil niemand vorhat ein Verbrechen oder vielleicht nur eine Ordnungswidrigkeit zu begehen.

Dialektik ist was wunderbares…


Mai 26 2007

Gestern im Spiegel…

Als ich mich gestern kurz auf ein paar Pilz in eine meiner Lieblingskneipen zurückgezogen und mir den Spiegel vorgeknöpft habe, durfte ich mit erstaunen feststellen, das einer meiner Lieblingsblogger mittlerweile von einem meiner Lieblingsmagazine zitiert wird. Hier ist der Auszug:

Alles ganz harmlos. Gleichwohl gibt es Strafverteidiger wie den Düsseldorfer Udo Vetter, die ihren Mandanten raten würden, “die Geruchsabnahme nicht zu dulden”. Wenn die Obrigkeit im Schweiß ihrer Untertanen schnüffle, sei das “ein Eingriff in die Intimsphäre von erheblichem Gewicht”

Aus: Spiegel Nr. 21/2007 Seite 33

Ich finde es bruhigend zu wissen, das die (teils als narzistisch belächelte) Blogszene auch in etablierten Medien langsam zur Kenntniss genommen wird. Das hießt für mich: die Blogs werden gelesen. Damit tragen sie zur Meinungsbildung bei und es wird auch Menschen mit weniger weitreichenden Möglichkeiten eine Tür geöffnet, abseits des Mainstreams an der Willensbildung mitzuwirken (Sprich: Ihre Meinung zu sagen). Das kann durchaus positive Folgen haben (und, wenn nur die Hälfte dessen, was ich während meines Politikstudiums über Demokratietheorie gelernt habe stimmt, müsste es richtig heißen: Dann muss das positive Folgen haben. Aber lassen wir uns lieber überraschen.).

Da der Spiegel leider versäumt hat, auf Udo ihm sein Blog hinzuweisen, mache ich das jetzt. Das Lawblog von Vedder beschäftigt sich überwiegend mit juristischen Fragen und Anekdoten aus dem Leben eines Verteidigers. Erfreulicherweise verzettelt er sich dabei nicht in langatmigen, juristischen Erklärungen sondern schafft es, sich allgemein verständlich auszudrücken und lässt dabei auch den Spaß nicht zu kurz kommen.

Inhaltlich ging es in dem Spiegel Artikel übrigens um den Einsatz von Spürhunden zur Ermittlung von potenziell Gewalttätigen Demonstranten innerhalb einer Menschenmenge. Diese Maßnahme steht in einer ganzen Reihe von Erlassen und Verordnungen seitens des Innenministers Schäuble, die geeignet sind, die Grundfesten unserer Republik zu erschüttern. Pikanterweise gehörten spezielle Spürhunde und Geruchsproben von Bürgern auch zum Reportoire der Stasi, was wohl viele Ost-Deutsche etwas (gelinde gesagt) irritiert hat. Da Udo das ähnlich sieht und fast täglich neue Beiträge zum Thema “Bürgerrechte”, “Freiheit” und “Sicherheitspolitik” schreibt, muss ich abermals auf das Lawblog verweisen und empfehlen, täglich dort vorbeizuschauen. Viele seiner Beiträge sind sehr nah dran am Geschehen, da er, wie erwähnt, die Erfahrungen aus der täglichen Anwaltstätigkeit mit einfließen lässt.

Da fällt mir aber noch der gute Westerwelle ein. Verstörenderweise bezichtigt der Vorsitzende der Liberalen Partei all jene als unfähig Demokratie zu begreifen, die den (historisch übrigens belegten) Vergleich des heutigen Spürhunde Einsatzes mit Stasi-Methoden wagen. Wenn ausgerechnet der Vorsitzende einer Liberalen Partei Geschichtsbewußtsein und sensiblen Umgang mit selbiger als Unverständniss für demokratische Prozesse diffamiert, kann ich sehr gut nachvollziehen, warum Hildegard Hamm-Brüchner 2002 ihr Parteibuch zurückgegeben hat. Solche Äußerungen sind hanebüchen und bedürfen keines weiteren Kommentars.

So, jetzt ist der heutige Beitrag mal wieder so richtig chaotisch geworden, dafür aber mal wieder ein kleiner Rundumschlag. Das waren mit Sicherheit die Themen, die mich diese Woche am meisten beschäftigt haben.


Apr 21 2007

Orwell`s Shop

Ja, da haben wieder einige die Zeichen der Zeit erkannt und machen sich an der Thematik “Überwachungsstaat” diesmal etwas zynisch zu schaffen. Nette Seite unbedingt anschauen. Hier ist der Link.


Apr 13 2007

Seltsame Wege…

Manchmal finde ich es erstaunlich, welche Wege man gehen muss, um im Internet mal wieder die ein oder andere Erkenntnis zu erlangen. Von der Bloggerei ging es heute bei mir über DIE LETZTE SEITE zu Basic Thinking. Robet verweist in einem seiner Beiträge auf ein Wiki in dem endlich mal ein paar übersichtliche Zeilen über die, auf der re:publica bearbeiteten Themen gelistet sind. Von dort bin ich auf das Blog Readers Edition aufmerksam geworden, das sehr umfangreich über die Geschehnisse informiert. Allerdings kamen dabei wohl Themen zur Sprache, die ich wegen Mangel an Bedeutung niemals für besuchenswert gehalten hätte.

Immerhin, die ersten Blogger schein wieder Heim zu kehren und bringen vielleicht neue Impulse mit.


Apr 13 2007

Morgenlektüre (XII)

Nach drei Tagen in verschiedenen Jobs, habe ich es endlich mal wieder geschafft die NWZ zu lesen und ich finde es immer wieder erstaunlich, in welcher Reihenfolge die ihre Artikel sortieren. Vielleicht habe ich einen völlig anderen Blick auf das Weltgeschehen aber, wenn ich sehe, das Meldungen über neue Schulformen und Krebsoperationen tatsächlich wichtiger sein sollen, als der Widerstand gegen einen Überwachungsstaat nach George Orwell, dann fallen mir tatsächlich die Toastkrümmel aus dem Spitzbart.

Aber so stellt es sich mir heute dar. Die Meldungen auf Seite eins legen den Verdacht nahe, das sich gestern nur eine wildgewordenen Minderheit im Irak daran gemacht hat, die Entwicklungen der letzten Jahre zu revidieren. Sonst scheint nichts passiert zu sein. Erst auf Seite 4 kommen die Berichte über die aktuellen Kommentare zu Schäubles Überwachungswahnsinngestetz. Die Politik scheint nämlich langsam aufzuwachen, und die Wunschliste des Innenministers nicht mehr einfach schlucken zu wollen. Eigentlich positiv, allerdings steht das Ganze unter einer Karikatur, die eher einen laxen Umgang mit dem Datenschutz fordert. Da komme ich nicht umhin, die NWZ als Befürworter des Überwachungsstaates wahrzunehmen.

Aber im Grunde interessiert es ja eh kein Schwein. Im Spiegel dieser Woche las ich, das auch die FDP nicht mehr viel von Bürgerrechten hält und der Ausweitung von Überwachung den Weg ebnet. Liegt wohl nicht zuletzt an der Anpassungsfähigkeit des Vorsitzenden Westerwelle, leider bekommt er aus seiner Partei keinen Gegenwind. Und so bläst alles zum Aufbruch in eine schöne, neue Welt.

Ich kotz im Strahl!


Apr 12 2007

Die Blogszene feiert sich selbst…

…zumindest kommt es mir so vor, wenn ich in allen Blogs dieser Tage Kommentare zur re:publica lese. Vielleicht war es an der Zeit, das sich die Blogger nicht nur virtuell, sondern auch mal im richtigen Leben austauschen. Fragen des Rechts erörtern und über ihr Tun nachdenken. Allerdings habe ich immer das Gefühl, das das “über das Bloggen bloggen” ohnehin schon viel zu viel Raum einnimmt. Eigentlich bin ich ja mehr an den Gedanken der Schreibenden interessiert, als an irgendeinem (teils) esoterischen Überbau. Gut, die Blogger sehen sich als Speerspitze einer neuen Medienwelt; solange die Avantgarde nicht weiß, wo sie hin will, ist die Gefahr groß, nur im Kreis zu laufen. Hin und wieder muss man reflektieren, was man da eigentlich treibt. Allerdings: Das Wörtchen “Medien” impliziert eigentlich die Stellung, die Techniken zur Verbreitung von Informationen einnehmen. Sie sind ein Medium. Ohne Inhalte erscheint selbst das modernste, facettenreichste und weitreichenste Medium hohl und albern. Wenn ich dann feststelle, das die Berichterstattung aus der Bloggerszene über die Bloggerszene scheibar völlig ohne Inhalte auskommt und nur Überschriften präsentiert, dann wirkt die große Digitalerevolution so, als würde sie würde sie nur in den Köpfen von ein paar Vordenkern existieren, die nicht genau wissen, was sie damit eigentlich anfangen wollen.

Natürlich: Demokratisierung der Meinungs- und Deutungshoheit über das aktuelle Tagesgeschehen. Warum deuten die Blogger dann so wenig? Und warum beschäftigt sich die Hälfte der Blogs mit Fundstücken aus dem Internet? Warum ignorieren die hard-core Blogger die etablierten Medien so geflissentlich, wenn sie eine Art “Gegenöffentlichkeit” aufbauen wollen? In Deutschland scheint mir der Otto-Normal Bürger schon ziemlich übersättig mit dem vorherschenden Medienangebot. Die überwiegende Zahl der Zeitungen und Nachrichtenredaktionen machen einen guten Job und sind durchaus in der Lage, die Nöte der Bürger zu erfassen und in die politische Situation einzufügen. In weniger freiheitlichen Staaten mag das Bloggen tatsächlich ein Möglichkeit zu sein, um auf Misstände aufmerksam zu machen, die von den etablierten und gleichgeschalteten Medien im Lande ignoriert werden. Aber bei uns?

Oder ist es immer so, das man eine Revolution um der Revolution willen macht, um dann zu gucken, was man mit dem gewonnen Freiraum anstellen möchte? Muß wohl.

Und die drängenste Frage zum Schluß: Darf das Ganze mittlerweile nicht mehr einfach nur Spaß machen? Muß ich gleich die Welt retten müssen, wenn ich hier hin und wieder meinen Gedankengängen in narzistischer Weise fröne?


Apr 6 2007

Frohe Ostern!

Ich finde es ja immer wieder bemerkenswert, was Wochenenden im Netz immer so bewegen. Eigentlich war ich immer der Meinung erlegen, durch die Globalisierung wäre auch der normale Wochenryhthmus in der Auflösung begriffen. Aber weit gefehlt. Jedesmal, wenn ich am Wochenende meine eMails checke, stelle ich fest, das sogar die Spammerbranche am Wochenende pausiert. Die Anzahl der täglichen Spammails sinkt ab Freitag Nachmittag von 50 auf nahezu 10 und so bleibt es in der Regel, bis der Montag wieder vor der Tür steht.

An diesem Osterwochenende sank die Spamrate auf Null. Naja, Spammer sind auch nur Menschen ;-).

Also, entspanntes Wochenende!


Apr 3 2007

Morgenleküre (X)

Woran man merkt, das in Oldenburg viele junge Familien ansässig sind? Die wirklich wichtigen Meldungen werden oft von Familienpolitik überlagert und auf die Hinteren Ränge verschoben. So auch heute. Die Politik hat sich in Sachen Krippenplätze soweit geeinigt, das sie sich einig geworden ist, eine Einigung zu erzielen (aber erst nach Ostern) und schwupps ist die Meldung auf Seite 1. Die Tatsache, das Schäuble Widerstand in Sachen digitalem Lauschangriff zu spüren bekommt, scheint dagegen weniger wichtig.

Ich verweise nochmal auf meinen Artikel von gestern und verbleibe mit der üblichen Feststellung: Gestern ist nichts wichtiges passiert. In diesem Sinne: Legt euch wieder hin.