Apr 13 2009

“Wir haben vor Feigheit gestunken”

Bemerkenswert! Es kommt nicht oft vor, das Bundestagsabgeordnete Klartext reden. In diesem Fall ist es der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler, der sich über das Duckmausertum seiner Kollegen beklagt. Er wundert sich sehr darüber, wie wenig im Parlament die freie Meinungsäußerung noch gewollt werde und wie unverholen einzelne unter Druck geraten können, wenn sie nicht mehr die Meinung der Parteioberen vertreten.

Duckmäusertum im Bundestag: “Wir haben vor Feigheit gestunken” – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik.

In wei weit Gauweiler damit einfach nur sich selbst profilieren möchte, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht ist es auch nur ein kleiner Feldzug gegen die eigene Partei, da er sich von ihr nicht mehr angemessen unterstützt fühlt. Dennoch, so ganz abwegig klingen die Vorwürfe nicht. Das Abgeordnete im Zweifel kräftig “durchgeknetet” werden, wenn Abstimmungsergebnisse “in Gefahr” sind, habe ich schon häufiger gelesen. Das es scheinbar der Normalfall ist und das wohl auch über alle Parteien hinweg, stimmt dann doch nachdenklich.


Apr 13 2009

Frohe Ostern!

…and a happy new Year! Was mich gerade wieder ankotzt ist der Umstand, das ich zwar die Zeit über die Feiertage sinnvoll nutzen könnte, um das Studium voran zu bringen, ich aber durch das System der Uni daran gehindert werde, Einsendeaufgaben zu bearbeiten. Das heißt, ich lese zwar die Kurstexte, muss dann aber noch bis nächste Woche Montag warten, bis ich auch die entsprechenden Aufgaben zu Gesicht bekomme und entsprechend bearbeiten kann. Nervt doch. Für mich hat das Osterwochenende ja ohnehin nur Arbeit bedeutet, da ich mir die Feiertagszuschläge in der Firma auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Die Zeit dazwischen kann man natürlich gut zum Lernen nutzen, Ausflüge kommen bei dem Wetter ja auch gar nicht in Frage. Zu groß die Gefahr eines anständigen Melanoms….

Nun gut, muß ich mich wieder anderen Projekten widmen, bevor es gleich wieder zur Arbeit geht.


Aug 6 2008

Wo war ich stehen geblieben?

In den letzten anderthalb Monaten nach der EM ist bei mir wieder so dermaßen viel passiert, das ich gar nicht genau weiß, was ich schon alles vermerkt und was ich noch unterzubringen habe. Zu allererst: Ich habe vorgestern bei Hertz gekündigt. Die Kündigung wurde nur widerwillig angenommen, was mich natürlich einigermaßen gefreut hat. Ja, sowas ist Bestätigung, das man seine Arbeit einigermaßen gut gemacht hat. Die Kündigung hat natürlich einen Grund: Ich werde wohl ab dem 15. bei der EWE-Tel anfangen und dort beim technischen Kundendienst arbeiten. Es war für mich wichtig sich frühzeitig nach etwas neuem umzusehen, da Hertz aufgrund von rechtlichen Erwägungen darauf verzichtet Aushilfen länger als zwei Jahre zu beschäftigen. Sprich: Im Februar wäre für mich Schluß gewesen und ich hätte ohne ein regelmäßiges Einkommen dagestanden. Allerdings hat mich mein zukünftiger Arbeitgeber mit seinem Tempo überrascht (und sich selbst wohl auch, ich warte noch auf den neuen Vertrag, der diese Woche bei mir eintrudeln soll), im Grunde war nämlich der Wechsel so für Oktober, November anvisiert. Jetzt werden sich die Dienstzeiten bei Hertz und der EWE-Tel noch etwas überschneiden und ich habe das Gefühl, das nochmal zwei ziemlich anstrengende Monate auf mich zu kommen. Denn im September steht auch noch eine Klausur in Hamburg auf dem Programm, für die ich sicher auch noch ein wenig Zeit werde einplanen müssen.

A propos Klausur: Dieses Wochenende, genauer Samstag, muss ich ebenfalls in die schöne Hansestadt um einen Leistungsnachweis zu erbringen. In diesem Fall eine Klausur über Datenstrukturen, sowie Such- und Sortieralgorithmen. Ein ziemlich weites Feld und ebenfalls eine Angstklausur, da es tendenziell ein sehr Mathelastiges Metier ist. Die Klausur am letzten Samstag (algorithmische Mathematik) habe ich zunächst ausfallen lassen, da mir die Vorbereitungszeit ausgegangen ist, ohne die ich niemals auch nur in den Bereich einer ausreichenden Punktzahl gekommen wäre. Ich kann und werde diese Klausur im Februar nachholen, das sollte als Vorbereitungszeit für eine zwei stündige Klausur wohl reichen.

Letzten Mittwoch und Donnerstag hatte ich mal wieder ein nette kleine Veranstaltung, die ich mit freuden mitgenommen habe. Zwar kannte ich den Künstler vorher nicht, war nach dem ersten Gig am Mittwoch allerdings schon recht begeistert. Im Rahmen des Kultursommers Inside hat der Thomas Keirut Wenzel, einen kölner Stand-Up-Comedian, nach Oldenburg geholt und ich durfte die Künstlerbetreuund übernehmen und mich ein wenig an der Technik vergehen. Alles in allem ein netter kleiner Spaß und das das Bier nach der Show zu einer regelrechten Kneipentour wurde, passiert mir natürlich auch nicht oft. Alles in allem ein sehr sympathisches, kleines Kerlchen und eine handwerklich gute Show.

So, vielen Dank für die Aufmerksamkeit; ich werde mich so langsam mal wieder an die Bücher begeben, damit das mit der Klausur diesen Samstag auch was wird.


Feb 10 2008

Teilerfolg

So, die erste Klausur habe ich jetzt geschrieben, hier in Berlin. Obwohl es fast nicht dazu kommen sollte, so habe ich mich Samstag morgen gleich verfahren, als vor die Tür trat, um zum Klausurort zu fahren. Obwohl ich mehr als 45 Minuten für den Weg eingeplant hatte, kam ich dann noch 15 Minuten zu spät an. Scheiße! Nur einer komischen Eingebung (quasi einem Wink aus dem Unterbewußten) war es zu verdanken, das ich mich irgendwie doch noch zum Raum begeben habe, in der die Klausur stattfinden sollte. Eigentlich nur, um sich mit der Umgebung etwas vertraut zu machen, da ich nächsten Samstag ja noch mal zur TU in muss. Am Raum angekommen stellte sich dann heraus, das gerade erst damit begonnen wurde, die Aufgaben zu verteilen. “Da laß ich mich nicht lumpen!”, denkt der gewiefte Student da und habe einfach darauf beharrt auch noch mitschreiben zu dürfen. Die Leute haben es locker genommen. Zum Glück, kenne auch Gestalten, die sich jetzt erst einmal mega-mäßig bekleckert hätten.

Nun gut. Ich denke, das ich zumindest noch eben bestanden habe, so daß ich nächstes Semester beruhigt mit dem weiteren Stoff fortfahren kann. Ansonsten mache ich mir noch ein paar nette Tage in Berlin und melde mich wieder, wenn es noch was interessantes zu vermelden gibt.


Jan 30 2008

Und, waren Sie wählen?

Der ein oder andere weiß vielleicht, das ich bei der letzten Landtagswahl in Niedersachsen (das war übrigens letzten Sonntag, für den Fall, das ihr es nicht mitbekommen habt) als Wahlhelfer in meiner alten Gemeinde Bad Zwischenahn tätig war. Zwischendurch ist es ja interessant zu sehen, wie die Sache so vor Ort abläuft. Alles in allem hatten wir in unserem Wahllokal eine relativ (sagen wir einfach mal) brauchbare Wahlbeteiligung, sie muss so bei um die 65% gelegen haben, allerdings stehen die Gemeinden scheinbar in regem Kontakt zueinander, so dass man auch erfährt, was 20 Kilometer weiter in Oldenburg so passiert. Gegen 14 Uhr meldet jemand, die Beteiligung in Oldenburg wäre gerade erst bei 30% angelangt. Hossa! Gut, die Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen ist generell nicht so hoch und dieses mal wurde die Wahl in Niedersachsen auch sehr von der Wahl in Hessen überlagert. Also aus medialer Sicht, die Medien haben der Wahl in Hessen weit mehr bundespolitische Bedeutung beigemessen, als der in niedersachsen. Was nachvollziehbar ist, allerdings auch dazu führt, das viele nicht wissen, was sie im Wahllokal in Niedersachsen wollen, wenn sich offenkundig niemand für die Wahl interessiert. So wirkt es ja, wenn jegliche Berichterstattung über Landtagswahlen (und so war es die letzten Wochen) von Wiesbaden aus geführt wird. Jetzt weiß jeder, was der Koch für Pläne hat und vorallem, wer er ist. Die Frage nach der Funktion von Christian Wulf und seiner Parteienzugehörigkeit scheinen viele allerdings noch nicht so recht beantworten können. Dabei gilt er vielen in der CDU schon als Kandidat für das Kanzleramt. Demgmäß wird die geringe Wahlbeteiligung erklärbar. Leider habe ich kein Rezept in der Hand, wie man diesem Aufmerksamkeitsgefälle entgehen kann.
Lustig fand ich hingegen die Erklärungen für die schlechte Wahlbeteiligung in den Medien selbst. So erklärten dies einige Politologen mit den schlechten Wetter am Wahlsonntag. Ich glaube es hackt! Gut mag sein, das die Wahlbeteiligung deshalb so niedrig war aber mir kommt das trotzdem vor, wie eine billige Ausrede. Ich kann mir regelrecht vorstellen, wie empirische Forschung zu solchen Ergebnissen kommt. Da geht ein Meinungsforscher los und entwirft einen Fragebogen für Leute, die am Sonntag nicht zur Wahlgegangen sind. Da finden sich dann einige Fragen, unter anderem “Wenn Sie am Sonntag nicht zur Wahl gegangen sind, warum nicht?” und um die Menschen nicht zu überfordern, werden ein paar Antwortenmöglichkeiten gegeben Wie “Ich gehe grundsätzlich nicht wählen!”, “Ich glaube nicht, das ich durch die Wahl irgendetwas verändern kann!” oder “Bei Regen gehe ich nie aus dem Haus!”. Ein riesen Arschvoll Menschen wird sich für die letztere Alternative entscheiden, weil sie glauben sich opportun verhalten zu müssen, wenn irgendein Institut anruft (das klingt ja schon mal hochoffziell) und sie nach ihren Wahlgewohnheiten befragt. Das sie generell kein Interesse an der Demokratie haben wollen sie also nicht sagen, also sagen sie lieber:”Gestern war mir einfach nicht nach Wählen, nächstes Mal bestimmt wieder.”. Allerdings frage ich mich ernsthaft, wie irgendein Politologe solche Ergebnisse unreflektiert über den Äther schickt, wenn er nach der geringen Wahlbeteilung gefragt wird. Eigentlich sollte er die Ergebnisse wenigstens relativieren können und sagen: “Bei schlechtem Wetter gehen wohl die weniger an Politik interessierten Wähler seltener zur Wahl.” Was nicht heißt, das die Wahlbeiteilung niedriger war, weil das Wetter schlecht war, genauso könnte man nämlich auch postulieren: “Wenn was gutes in der Glotze läuft, dann gehen eher weniger Menschen zur Wahl.” und einen entsprechenden Fragenkatalog entwerfen, ein Call-Center beauftragen diesen bei den Wählern abzufragen und kann (bei entsprechender Wahl der Antwortmöglichkeiten, siehe oben), garantiert empirisch beweisen, das die Aussage stimmt. Die Wahlbeteiligung ist garantiert nicht des schlechten Wetters wegen so niedrig gewesen, sondern weil die Nicht-Wähler nicht an Politik interessiert sind.
Allerdings muss man da dann wieder ermitteln woran es liegt, dass die Nicht-Wähler kein Interesse an der Wahl, bzw. Politik hatten. Unter Umständen muss man dann die Politiker selbst in die Pflicht nehmen, das diese vielleicht nicht zu abgehoben regieren dürfen und die Bürger mehr einbinden müssten etc. Dann läuft man als Institut allerdings Gefahr, keine Aufträge mehr aus der Politik zu erhalten. Denn, die Kunden der Meinungsforschungsinstitute kommen überwiegend aus der Politik (und eher seltener aus der Ecke der Medien) in Form von Parteien und Politikern. Damit schließt sich der Kreis: Das Wetter war also nur schuld an der schlechten Wahlbeteiligung, weil die Politik in Deutschland nicht kritisiert werden möchte und lieber den Herr Gott für die geringe Wahlbeteilung verantwortlich macht, als selbst Fehler einzugestehen. Gut, ich polemisiere hier natürlich. Das ist mein gutes Recht und ein brauchbares Stilmittel. Wer den Zusammenhang zwischen Wetter und der Politik als Elfenbeinturm als absurd abqualifiziert, hat sicher recht, allerdings komme ich beim Lesen von Meldungen, wie:”Das Wetter ist schlecht, also gehen weniger Menschen zur Wahl.” nicht umhin genau diese ebenfalls als absurd zu deklarieren. Wenn die Wahlbeteiligung schlecht ist, dann habe die Leute einfach keinen Bock auf Politik. Nicht mehr, und nicht weniger.
Was mir während meiner Arbeit als Wahlhelfer aufgefallen ist, ist das überwiegend Ältere und junge Familien im Wahllokal aufschlagen. Warum ist bei diesen Menschen die Neigung zu wählen höher, als bei dem Rest der Welt? Bei den Älteren kann ich es schnell erklären. Vielen sind die Erfahrungen während oder kurz nach dem II. Weltkrieg sicher noch in Erinnerung. Für diese war die Demokratie ein Neuanfang nach den Wirren des Krieges, wobei der Neuanfang auch prima hingehauen hat, wenn man an die Wirtschaftswunderzeit der sechziger Jahre denkt. So scheint die Demokratie für viele Ältere (sicher nicht alle), auch wenn sie von außen aufgezwungen wurde, immer noch eng mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland verknüpft zu sein. Deshalb erfährt sie in dieser Altersschicht vermutlich mehr Zuspruch.
Bei den jungen Familien? Bin ich überfragt. Vielleicht sind junge Eltern generell mehr an Politik interessiert, weil sie sich ein soziales Geflecht um sicher herum wünschen (warum zeugt man sonst Kinder, von den Pannen einmal abgesehen) oder soziale Geflechte um sich herum eher wahrnehmen und versuchen es mit zu gestalten. Wobei man an meinen Erklärungsversuchen merkt, das sie so abstrakt sind, das ich selbst keine Ahnung habe, was junge Eltern so zahlreich zur Wahl getrieben hat. Vielleicht zelebrieren sie auch einfach nur einen kleinen Sonntagsspaziergang mit den Kindern und suchen sich als Ziel das Wahllokal. Getreu dem Motto:”Mal wieder raus und frische Luft, ist immer gut, was mit den Kindern unternehmen sowieso und wenn man dann noch kurz Wählen geht haben sogar alle was davon.” Oder sie wollen einfach nur gute Vorbilder für ihre Kinder sein, diesen “Verdacht” hatte ich auch zwei bis drei mal. Jetzt kommen die Soziologen unter euch. Aufgrund der Vorüberlegungen im letzten Absatz könnte man bezüglich der Wahlbeteiligung junger Eltern fragen:
“Sind Eltern deshalb eher geneigt zur Wahl zu gehen, weil sie sozialer eingestellt sind? Bzw. gehen sie deshalb zur Wahl, weil sie verantwortungsbewußter sind (die Verantwortung für die Kinder äußert sich in der Tatsache, das sie scheinbar gute Vorbilder sein möchten)?”

Kann man dann weiter behaupten:
“Nicht-Wähler sind weniger Verantwortungsbewußt und weniger sozial eingestellt (was das Wörtchen Asozial impliziert).”

Mischt man jetzt noch das Ergebnis der Wahl mit hinein, dann haben wir die Begründung, weswegen die Gesellschaft scheinbar immer weiter nach Links rückt (bei bei den Wahlen hat die Links.Partei ziemliche zuwächse erstritten). Offenbar sind solche Ergebnisse nur möglich, weil lediglich jene zur Wahl gehen, die ein ausgeprägteres Verantwortungsbewußtsein und Sozialverhalten an den Tag legen. Diese wählen aber tendenziell eher links.

Kaum zu übersehen, das ich gerade viel Zeit habe. Eigentlich wollte ich nur kurz ein Päuschen von der Lernerei einlegen und ich beschäftige mich wohl geradenur deshalb so umständlich mit Politik, um nicht wieder zurück an den Schreibtisch zu müssen. Vielleicht kann ich auch nur deshalb nicht lernen heute, weil das Wetter so schlecht ist…


Dez 4 2007

Arsch hoch!

Hier ist der Name Programm!
Als selbsternannter Retter der Welt und notorisch selbstherrlicher Gesellschaftskritikkritiker, geht mir bei Internetseiten mit einem solchen Titel natürlich die Hose auf und lauter kleine Tauben entfleuchen meiner Unterbekleidung. Spaß beiseite, ich bin gerade wieder auf eine Seite zum Thema Bürgerrechte gestoßen und komme nicht umhin, sie euch vorzustellen.

Also: Arsch hoch…und informieren!


Okt 7 2007

Wie viel doch liegen bliebt..!

…wenn man mal so richtig beschäftigt ist. Und im Zuge der Renovierungsmaßnahmen in meiner neuen Wohnung bin ich augenblicklich mehr als nur ‘beschäftigt’. So war ich fast zu beschäftigt, um zu merken, das das Semester begonnen hat und ich jetzt wieder Vollzeit-Student bin, zumindest was mein Arbeitspensum angeht.
Der ein oder andere weiß ja vielleicht schon, das ich das Politik und Germanistik-Studium letztes Jahr habe sausen lassen. Eigentlich sollte es zugunsten des Studiengangs ‘Veranstaltungstechnik und -Management’ an der TFH Berlin gehen, die haben jedoch nicht so viele Studienplätze, als das es für mich hätte reichen können. Eine Ausbildung in diesem Bereich war auch schon angedacht, da ich aber gesehen habe, wie schnell ‘Veranstaltungstechniker’ in der Regel das Ende ihrer beruflichen Fahnenstange erreichen (bei manchen Produktionen laufen sogar Hands mit Meistertitel herum, das kann es ja auch nicht sein), schien mir ein Studium unumgänglich, um nicht allzu schnell in eine berufliche Warteschleife zu geraten, in der man dann festhängt und hofft, das mal wieder etwas Neues kommt. So bin ich bei meiner Suche nach etwas Passendem auf ein Fernstudium gestoßen und hier dann auf den Bachelor der Informatik. Der Gedanke, Informatik zu studieren ist eigentlich nicht so neu. Mit Rechnern habe ich schon seit der Grundschule Umgang und auch relativ früh angefangen einzelne Programmiersprachen zu lernen; ohne ein tieferes Verständnis von der Funktionsweise eines Rechners könnte ich mein kleines Projektstudio sicher auch nicht so gut warten. Was mich allerdings immer von einem Studium abgehalten hat, war der hohe Anspruch an die mathematischen Fähigkeiten der Studenten; komischerweise hätte ich diesen Anspruch im Zuge des Studiums an der TFH einfach in Kauf genommen. Da liegt der Verdacht nahe, das ich mich einfach nur vor der Pflicht habe drücken wollen, weil mich die Kür nicht so gereizt hätte. (Sprich: Informatik erschien mir als Studienfach nicht reizvoll genug, um Mathe zu pauken.)
Im Großen und Ganzen hält sich die Komplexität des Informatik-Studiums (zumindest im Augenblick) noch in Grenzen. Themen wie, ‘Einführung in die imperative Programmierung’ oder ‘Betriebssysteme und Rechnernetze’ stellen sich nicht so komplex dar, wie es klingt, zumal sie für jemanden, der viel mit Computern zu tun hat gerade am Anfang nicht viel Neues beinhalten. Dennoch stocke ich immer wieder an den Stellen, wo es um Mathematik geht. Meine Furcht vor dem Fach war also nicht unbegründet; immerhin weiß ich so, auf welchen Teilbereich ich den Fokus legen muss, damit ich einigermaßen durchs Studium komme.

Tja, und dann wäre da ja noch die Wohnung. Zum Glück ist das Schlafzimmer mittlerweile fertig. Die Einbauküche steht auch zum Großteil, da fehlen noch die Arbeitsplatte und ein Schrank für die Spüle. Flur muss noch Laminat verlegt werden, was wir wohl morgen in Angriff nehmen werden. Am Ende muss dann noch das Wohnzimmer tapeziert und gestrichen werden. Ich hoffe mal, das das allermeiste bis Mitte nächster Woche erledigt sein wird. Dann habe ich auch endlich wieder Zeit etwas mehr Musik zu machen. Ist doch ein Unding, das ich seit fast zwei Monaten keine Komposition mehr fertig bekommen habe! Wird schon, gestern habe ich mal wieder einen Tag lang an meinem Arbeitsrechner gesessen und ein paar Takte komponiert.

Aber sonst bleibt im Augenblick fast alles liegen, neben Studium und Renovierung muss ich ja auch noch Geld verdienen. Immerhin habe ich es heute geschafft mal wieder einen kleinen Beitrag für das Blog zu verfassen. Obwohl ich festgestellt habe, das ich eigentlich viel mehr Zeit dafür aufbringen sollte, schließlich hatte ich mir viel vorgenommen, was so musikalisches Rüstzeug angeht, was ich auf der Seite unterbringen wollte. Bei der Durchsicht meiner Textentwürfe fiel mir auf, das eine ganze Reihe von Beiträge nie veröffentlicht wurden. Einfach aus Zeitmangel, vielleicht komme ich in ein paar Monaten ja mal wieder dazu ein wenig Urlaub zu machen. Dann kann ich auch wieder mehr Beispiele und Infos zum Komponieren und Arrangieren am PC bringen. Im Augenblick ist das alles viel zu aufwändig.
Ach und a propos Blog: Zeit ein Update auf WordPress 2.3 zu machen habe ich im Augenblick nicht genauso wenig, wie ich es die nächsten Tage schaffen werde, mein anderes Blog in dieses zu integrieren, es dann still zulegen (also das andere Blog) und dann mit dem neuen Blog auf einen neuen Server umzuziehen.


Sep 12 2007

Neues vom Strommarkt

Da lese ich heute in der Zeitung von gestern, das der örtliche Stromversorger $OERTLICHE_STROMVERSORGER seine Preise um 15,5% erhöhen will und musste umgehend meine Vertragsbedingungen kontrollieren; habe ich doch gerade erst bei einem anderen Unternehmen einen Vertrag abgeschlossen. Eine der wichtigsten Bedingungen in dem Vertrag war, das dieser Anbieter seinen Strom immer einen Cent günstiger verkauft, als der örtliche Versorger und dabei den im Vertrag festgelegten Arbeitspreis des lokalen Stromversorgers nicht überschreitet. Glück gehabt, soll die $OERTLICHE_STROMVERSORGER doch machen, was sie will: Mein Strompreis bleibt die nächsten 2 Jahre günstig und stabil!

Nachtrag: Ich kann mir nicht helfen…irgendwie könnte dieser auch aus irgendeiner Werbeagentur stammen, die Werbung für einen bestimmten Stromanbieter machen möchte. Aber, nein, für diesen Beitrag wurde ich nicht bezahlt!


Jun 4 2007

Und, wer war schuld?!

Wer war schuld an den Krawallen in Rostock? Dieser Frage gingen die Journalisten der Tagesthemen gestern Abend nach und sind natürlich zu keiner befriedigenden Antwort gekommen. Es ist schon bemerkenswert, das mal wieder alle Beteiligten mit den Finger aufeinander zeigen und wirklich niemand bereit ist, auch nur eine Spur von Verantwortung zu übernehmen. Diese Spielchen kennen wir ja zur Genüge aus Politik, Arbeitswelt und Kindergarten. Die Organisatoren der Anti-G8 Demonstrationen werfen der Polizei vor, sie hätten sich nicht ausreichend um Deeskalation bemüht und die Polizei beklagt, die Organisatoren würden sie bei etwaigen Ermittlungen nicht ausreichend unterstützen. Da ist der Kommentar des Innenministers fasst schon salomonisch: Schuld seien die Demonstranten, die von einem friedlichen Protest abgesehen haben. Wohl war. Allerdings kommt seine Erkenntnis nicht ohne den Hinweis aus, das er, der Innenminister, diese Ausschreitungen vorhergesehen hat und eigentlich noch viel mehr für die Inneresicherheit tun wollte, ihm aber keine freie Hand gewährt wurde. Ich freue mich schon auf die Diskussionen während der kommenden Monate, in denen Schäuble immer wieder darauf hinweisen wird, das es nur zu diesen Ausschreitungen hat kommen können, weil sein und das Sicherheitskonzept der Länder immer wieder ausgehöhlt wurde, durch Gerichtsurteile zum Beispiel. Jedesmal, wenn es mal wieder um Vorratsdatenspeicherung oder Geruchsproben geht, wird jeder Kritiker mit den Worten abgebügelt:”Sie möchten also lieber Zustände wie in Rostock oder Heiligen Damm?” Wir sollten uns jetzt schon mal überlegen, wie man solche Totschlagargumente aushebelt und mir graust es auch schon vor den Intellektuellen Verrenkungen, die man dafür anstellen muss. (Sprich: Wechsel auf die Metaebene einer Kommunikation und erläutern der Sinnlosigkeit solcher Schein-Argumente. Das dauert in der Regel länger, als die 1:30 min, die Fernsehstationen für Statements reservieren und wird vom Otto-Normal-Zuschauer nur noch schwer nachzuvollziehen sein.)

Schuld waren in der Tat diejenigen, denen Demonstrationen eine willkommene Gelegenheit sind, sich in plumper Hooligan-Manier auszutoben. Wobei ich davon ausgehe, das wir bei jeder Demonstration auf derlei Individuen treffen dürften. Diese wild gewordene Minderheit von Leuten, die ihre Anliegen (so sie welche haben) nicht in adäquater Art und Weise artikulieren müssen wir erdulden. Das empfinde ich als das Risiko der Freiheit. Das sind Lebensrisiken, die man nie zur Gänze abstellen kann. Dasselbe gilt eigentlich auch für Spitzenpolitiker. Diese sollten sich eigentlich darüber im Klaren sein, das sich das private Risiko erhöht, Ziel von Anschlägen zu werden, sobald sie ein öffentliches Amt bekleiden. Risiken, die man bereit sein sollte zu tragen. Wir treiben allerdings auf unhaltbare Zustände zu, wenn der Eindruck entsteht, die Polizei sei in der Hauptsache für den Schutz von Spitzenpersönlichkeiten und nur nebenher für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verantwortlich. Bei dem Aufwand, der in heiligen Damm betrieben wird, drängt sich der Eindruck fast auf. Vielleicht ist ja weniger manchmal mehr.


Mai 26 2007

Gestern im Spiegel…

Als ich mich gestern kurz auf ein paar Pilz in eine meiner Lieblingskneipen zurückgezogen und mir den Spiegel vorgeknöpft habe, durfte ich mit erstaunen feststellen, das einer meiner Lieblingsblogger mittlerweile von einem meiner Lieblingsmagazine zitiert wird. Hier ist der Auszug:

Alles ganz harmlos. Gleichwohl gibt es Strafverteidiger wie den Düsseldorfer Udo Vetter, die ihren Mandanten raten würden, “die Geruchsabnahme nicht zu dulden”. Wenn die Obrigkeit im Schweiß ihrer Untertanen schnüffle, sei das “ein Eingriff in die Intimsphäre von erheblichem Gewicht”

Aus: Spiegel Nr. 21/2007 Seite 33

Ich finde es bruhigend zu wissen, das die (teils als narzistisch belächelte) Blogszene auch in etablierten Medien langsam zur Kenntniss genommen wird. Das hießt für mich: die Blogs werden gelesen. Damit tragen sie zur Meinungsbildung bei und es wird auch Menschen mit weniger weitreichenden Möglichkeiten eine Tür geöffnet, abseits des Mainstreams an der Willensbildung mitzuwirken (Sprich: Ihre Meinung zu sagen). Das kann durchaus positive Folgen haben (und, wenn nur die Hälfte dessen, was ich während meines Politikstudiums über Demokratietheorie gelernt habe stimmt, müsste es richtig heißen: Dann muss das positive Folgen haben. Aber lassen wir uns lieber überraschen.).

Da der Spiegel leider versäumt hat, auf Udo ihm sein Blog hinzuweisen, mache ich das jetzt. Das Lawblog von Vedder beschäftigt sich überwiegend mit juristischen Fragen und Anekdoten aus dem Leben eines Verteidigers. Erfreulicherweise verzettelt er sich dabei nicht in langatmigen, juristischen Erklärungen sondern schafft es, sich allgemein verständlich auszudrücken und lässt dabei auch den Spaß nicht zu kurz kommen.

Inhaltlich ging es in dem Spiegel Artikel übrigens um den Einsatz von Spürhunden zur Ermittlung von potenziell Gewalttätigen Demonstranten innerhalb einer Menschenmenge. Diese Maßnahme steht in einer ganzen Reihe von Erlassen und Verordnungen seitens des Innenministers Schäuble, die geeignet sind, die Grundfesten unserer Republik zu erschüttern. Pikanterweise gehörten spezielle Spürhunde und Geruchsproben von Bürgern auch zum Reportoire der Stasi, was wohl viele Ost-Deutsche etwas (gelinde gesagt) irritiert hat. Da Udo das ähnlich sieht und fast täglich neue Beiträge zum Thema “Bürgerrechte”, “Freiheit” und “Sicherheitspolitik” schreibt, muss ich abermals auf das Lawblog verweisen und empfehlen, täglich dort vorbeizuschauen. Viele seiner Beiträge sind sehr nah dran am Geschehen, da er, wie erwähnt, die Erfahrungen aus der täglichen Anwaltstätigkeit mit einfließen lässt.

Da fällt mir aber noch der gute Westerwelle ein. Verstörenderweise bezichtigt der Vorsitzende der Liberalen Partei all jene als unfähig Demokratie zu begreifen, die den (historisch übrigens belegten) Vergleich des heutigen Spürhunde Einsatzes mit Stasi-Methoden wagen. Wenn ausgerechnet der Vorsitzende einer Liberalen Partei Geschichtsbewußtsein und sensiblen Umgang mit selbiger als Unverständniss für demokratische Prozesse diffamiert, kann ich sehr gut nachvollziehen, warum Hildegard Hamm-Brüchner 2002 ihr Parteibuch zurückgegeben hat. Solche Äußerungen sind hanebüchen und bedürfen keines weiteren Kommentars.

So, jetzt ist der heutige Beitrag mal wieder so richtig chaotisch geworden, dafür aber mal wieder ein kleiner Rundumschlag. Das waren mit Sicherheit die Themen, die mich diese Woche am meisten beschäftigt haben.