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Das man bei der schwarzen Pest nicht von einer demokratischen Partei zu reden braucht, ist in diesem Wahlkampf ja schon häufiger zu Tage getreten, das der Rüdigers sich aber plötzlich als knallharter Rassist herausstellt war mir neu. Es geht offenbar um die Schließung der Nokia-Werke in Bochum und deren Verlagerung nach Rumänien. Da Rumänien im Augenblick mehr Staatsbeihilfen für Industriearbeitsplätze zahlt als Deutschland, ist für Jürgi Rütt klar:

“Die kriegen die Produktion in Rumänien nicht in den Griff. (…) In Rumänien kommen die Arbeiter nicht wie unsere Arbeitnehmer hier in Nordrhein-Westfalen morgens um sieben Uhr und bleiben solange wie der Betrieb ist. Und wenn’s sein muss, machen sie auch noch Überstunden. Die kommen, wann sie wollen und gehen, wann sie wollen und deshalb kriegen sie auch die Handys nicht mehr zusammengebaut.”

Die sind alle faul und unzuverlässig! Stellt sich nur die Frage, woher er das weiß. Der beschäftigt bestimmt ein paar Rumänen für die Gartenarbeit. Die Süddeutsche schreibt weiter dazu:

Er habe sich mit seinen Äußerungen vor die nordrhein-westfälischen Arbeitnehmer gestellt, deren Leistungen weltweit anerkannt seien. Sie hätten durch falsche Entscheidungen von Konzernzentralen ihren Arbeitsplatz verloren.

Salopp formuliert kann ich nur sage: “Das kann er also auch nicht!” Wenn es tatsächlich seine Absicht gewesen sein sollte, sich vor die Arbeiter in Bochum zu stellen, hätte er das tun können, indem er während der Rede das sagt, was er erst hinterher zu Protokoll gibt.  Oder ist das nicht griffig genug? Nicht Wahlkampf tauglich? Reicht die nüchterne Feststellung, die Leute in Bochum haben sich nichts vorzuwerfen nicht aus, um seine Solidarität zu erklären? Wohl nicht in Wahlkampfzeiten. Nächste Woche schlagen NPD und DVU in den Medien auf und hetzen gegen Rumänen mit dem Verweis, der Landesvater macht es ja auch.

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