Hagen Rether
Es kommt nicht oft vor, das man auf Veranstaltungen unterwegs ist und direkt Kontakt zu den Künstlern hat. In der Regel sind alle, von der Putze bis zum Künstler, mit ihren Aufgaben beschäftigt und man arbeitet mehr aneinander vorbei als miteinander. Vorgestern war es aber mal anders.
Wir haben Hagen Rether in Vechta gemacht und auch, wenn ich von der Veranstaltung selbst kaum etwas mitbekommen habe, hinterher hat sich der Gute die Zeit genommen, Kontakte zu pflegen und vielleicht Neue zu knüpfen. Mir ist schon häufiger aufgefallen, das viele Künstler scheinbar nur mit sehr viel Arbeit an den Menschen um sie herum, ihren Platz im Geschäft behaupten können. Deutschland ging noch nie gut mit seinen besten Köpfen um. Stefan Gwildis macht es ähnlich. Jeden bemerken, Namen merken, wenn er einen hört, sich auch mal auf ein Schwätzchen einlassen. Ich glaube nicht, das es Methode hat, bzw. es nur den Verkaufszahlen dient. Ich sehe Gwildis und wie er arbeitet seit fast drei Jahren regelmäßig in der Kulti. Vom ersten Konzert vor vielleicht 400 Leuten bis zur Veranstaltung in der Weser-Ems Halle Ende letzten Monat, hat er sich eigentlich nicht verändert. Ich glaube kaum, das man sich über einen solchen Zeitraum hinweg verstellen kann. Der hat wirklich Spaß an seiner Arbeit und wirkt immer etwas dankbar, das es Leute um ihn herum gibt, die ihm diese Arbeit ermöglichen. Das man selbst nach Hause geht und Positives über die Künstler zu berichten weiß, ist dann eigentlich mehr ein Kollateralschaden. Rether scheint da ähnlich zu ticken.
Eigentlich wollte er eine kleine Autogrammstunde abhalten, die allerdings nach fünf Minuten schon wieder vorbei war. Irgendwie konnten die (Wasser saufenden!) Vechteraner nicht so sonderlich viel mit einem plaudernden Blasphemiker anfangen, der fast zwanzig Minuten lang über das christliche Abendland herzieht. Zwei sind sogar nach circa 30 Minuten wieder gegangen, mit dem Hinweis, der Mann sei eine einzige Katastrophe. Verbohrte Katholiken. Das war allerdings gut für uns, denn Hagen hat kurz entschlossen ein paar seiner CD`s signiert und an das Personal verteilt.
Heute bin ich dazu gekommen diese mal durch zu hören. Wie gesagt, Hagen Rether war mir bist dato kein Begriff. Das hat sich aber nach den ersten zehn Minuten hören schlagartig geändert. Der Mann ist herlich Böse und kommt mit einer Beiläufigkeit daher, die die Aufgeregtheiten in der gegenwärtigen Medienlandschaft angemessen kontrastiert. Er ist zu Recht der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2008.
Der Plan, die eigene Bekanntheit durch etwas Smalltalk zu erhöhen, ist übrigens auch aufgegangen. Jetzt weiß ich, was ich zur Hochzeit nächsten Monat mit nach Berlin nehmen kann. Muß nur noch kurz den Thomas anhauen, das er mir noch ein Signiertes Exemplar besorgt. Einen Promotionsstudenten der Philosophie wird das nämlich auch gefallen. Keine Frage.
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Dezember 24th, 2011 at 12:15
At last! Something clear I can udernstnad. Thanks!
Dezember 24th, 2011 at 14:14
fVsU63 klhrxbcrvgwj