Wieder viel in Bewegung
Es war die letzten drei Monate entspannend ruhig, eigentlich zu ruhig. Jetzt kommt wieder alles auf einmal. Gestern haben wir die Firmenauflösung von Event-and-Stage begossen. Sascha wird den Laden an den Nagel hängen und wieder einem geregelten Beruf nachgehen. Er konnte eine sehr gute Stelle bei Haliburton ergattern, die in Wardenburg eine Dependance unterhalten. Er wäre dumm, würde er sie nicht annehmen. Gute Bezahlung, regelmäßiges Einkommen, geregelte Arbeitszeiten…allerdings auch viel Reisen. Dennoch, sicher ein viel entspannteres Leben als der Kulti-Schleudersitz. Die Jobofferte kam genau zum richtigen Zeitpunkt, schließlich wird die Etage ab dem 1. April für ein halbes Jahr geschlossen, das war ohnehin der Stichtag an dem was Neues her mußte. Die ehemaligen Kollegen nehmen es ihm natürlich nicht übel, ganz im Gegenteil. Prinzipiell hätte jeder den Laden weiter führen können, einen Teil der Jobs ist auch direkt an einen anderen Kollegen weiter gegangen, der sich damit jetzt ein zweites Standbein aufbauen möchte. Viel Glück dabei! Obwohl, “Gute Nerven!” ist der bessere Wunsch, in diesem Zusammenhang.
Ansonsten plagen mich gerade die Studiensorgen. Zwar ist die nächste Klausur erst Ende März, dafür kommen dann aber auch gleich drei im Wochentakt, die vom Anspruch her nicht gerad ohne sind. Die technische Informatik ist direkt nach der theoretischen Informatik der größte Klotz in diesem Studium. Sehr weitschweifig und intuitiv nicht gut nachvollziehbar. Ein echtes Fleißfach, das kommt als erstes und beansprucht gerade das meiste meiner Zeit.
Danach kommt dann direkt ein Kurs aus dem Bereich “Wirtschaftsinformatik”. Während des Präsenzstudiums habe ich mich generell über Wirtschaftswissenschaftler lustig gemacht, ich glaube ehedem einfach, weil das alle machten. Das ist die Hackordnung auf dem Campus. Getreu dem Motto: “Wer nichts wird, wird Wirt und wer gar nichts wird: Betriebs- oder Volkswirt.” Mittlerweile bin ich soweit zu sagen: Wirtschaftswissenschaften sind keine Wissenschaften und haben an der Uni nichts verloren. Ich habe noch nie so viel weitschweifige Moppelkotze in derart geballter Form wie in diesem Kurs gelesen. Auf jeder zweiten Seite nichtssagende und/oder überfrachtete Diagramme und Schaubilder, unbeholfen gestelzte Formulierungen, deren einziger Zweck es ist triviale Erkenntnisse durch massiven Einsatz von Fremdwörtern den Anschein von Bedeutsamkeit zu verleihen. Die meiste Zeit verbringt man damit, das Geschwafel zu ordnen, um dann festzustellen: Vertane Zeit. Gelernt habe ich nichts. Jedenfalls nichts was ich entweder schon wußte oder aber was ohnehin nicht von Belang ist. Das meiste ließe sich durch simples Nachdenken ad hoc ergründen. Es bedarf keiner Schriftform, es muß nicht gelehrt werden. Mal ehrlich, wenn das Wissenschaft sein soll, dann ist kacken eine Kunst. Aus meiner Sicht eine Verhöhnung der gesamten Empirie seit der Antike. Normalerweise würde ich höchstens schmuzeln und das Büchlein zurück ins Regal stellen. Dahin wo es hingehört, irgendwo zwischen Esoterik und Groschenromane. Dummerweise muß ich mich in diesem Kurs prüfen lassen. Ich muss den ganzen Mist also durchackern und vermutlich auch noch in genau dieser eigentümlichen Form wiedergeben können, sonst gibt es keinen Schein. Das Problem ist hier also weniger der Anspruch als vielmehr meine latente Weigerung diesen Sondermüll zu bearbeiten. Ich kotze jedesmal im Strahl, wenn ich nur das Deckblatt des Kurses sehe.
Außerdem schweift mir beim Lesen dieser Texte immer der Gedanke durch den Kopf, das es Menschen gibt, die genau dieses Fach viele Semester lang rauf und runter studieren und hinterher auf führende Positionen in Politik und Wirtschaft gelangen. Wenn man sich überlegt, das diese Wirrköpfe aus den Wirtschaftswissenschaften die ganz großen Räder drehen, ist es überhaupt nicht verwunderlich, das wir mal wieder in einer Wirtschaftskrise stecken. Ich könnte mich jedenfalls stundenlang über diese Kackeimer aufregen.
Wie dem auch sei. Der dritte Kurs behandelt die “Grundlagen des BGB”. Den Kurs find ich ausgesprochen praktisch. Vieles ist zwar auch hier bekannt, man geht schließlich tagtäglich mit der Materie um, aber die Juristen haben wenigstens eine stringente und konsequente Logik entworfen, von der sie nicht abweichen. Zwar wirkt dann auch hier vieles ungelenk aber immerhin ist nachvollziehbar wieso. Dadurch das die innere Logik des Ganzen erkennbar bleibt, ist auch einzusehen, weswegen es manchmal ein wenig holprig wird. Das macht das Thema nicht einfacher aber übersichtlicher.
Na und dann, auch wenn ich nicht zu viel schreiben will, steckt mein aktueller Arbeitgeber gerade in einer massiven Umstrukurierungsmaßnahme die für viel Unruhe sorgt, da damit auch Arbeitsplatzabbau einher geht. Es wird sich zeigen, wie sich die Dinge entwickeln. Ich für meinen Teil habe eigentlich keine Kapazitäten mehr frei mir auch noch darum Gedanken zu machen. Ich lasse es einfach auf mich zu kommen. Einflußnehmen kann ich da ohnehin nicht viel.
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Februar 8th, 2009 at 20:24
Muaha, lange nicht mehr so in mich rein gegrunzt… scheee! Hm, jetzt stell’ dir mal vor, dein Studium dreht sich darum, eben jener Bindestrich-Fraktion internationale Kommunikation zu ermöglichen und du kannst dir denken, wie die Fachliteratur dazu aussieht.
Wie man das so lange studieren kann? Wenn ich das nur wüsste… leider habe ich gerade ein bisschen Bammel, dass mir das sächsische Hochschulgesetz diesen Weg jäh abkürzen wird. :-/
Aber nun ja, da hilft wie immer nur, die Ohren anzulegen und Anlauf zu nehmen, nicht wahr?
Schönen Sonntag noch!