Die Holzklotzstory

Manchmal bin ich ja froh, wenn Leute, die fest im Berufsleben stehen, regelmässig von ihrer Arbeit berichten. Zum Beispiel in Blogs. Sonst wäre mir nie aufgefallen, wie fragil die gestrigen Meldungen sind, die von der Festnahme des Holzkoltzwerfers auf der A29 künden. Sicher, die Polizei hat einen Täter, der den Indizien nach aller Wahrscheinlichkeit der Täter ist. Die oldenburgische NZW rühmt sich schon, den Täter quasi im Alleingang gefasst zu haben. So haben sie heute auf fast zwei Seiten eine Berichterstattung über den Fall gebracht und in fast jedem Artikel sprechen die Redakteure von dem öffentlichen Druck, den die Berichterstattung der NWZ wohl auf den Täter erzeugt hat. Dieser soll dann dazu geführt haben, das der Täter sich erst als Zeuge gemeldet und anschließend in Widersprüche verwickelt hat. Eigenlob stinkt bekanntlich, scheint aber wahnsinnig verkaufsfördern zu sein. Alle sind sich sicher den Täter gefasst zu haben und nur einer fragt sich, ob es überhaupt was gebracht hat, sprich: Ob der vermeintliche Täter überhaupt eine Strafe zu befürchten hat, da sich der Tatverdacht unter Umständen komplett auf Indizien stützt. Es ist mal wieder der gute Udo Vetter, der in seinem Blog den Einwand macht, das das Geständnis vermutlich sofort zurückgezogen werden wird, wenn erstmal ein Anwalt auf den Plan tritt, da es quasi unter dem Druck von Entzugserscheinungen entstanden ist. Dieser kleine Hacken macht das Geständnis vielleicht wertlos, gut die übrigen Indizien sollten reichen, um den Täter zu überführen.

Grund zum Jubeln gibt es aber wohl noch keinen.

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