Morgenlektüre (XII)
Nach drei Tagen in verschiedenen Jobs, habe ich es endlich mal wieder geschafft die NWZ zu lesen und ich finde es immer wieder erstaunlich, in welcher Reihenfolge die ihre Artikel sortieren. Vielleicht habe ich einen völlig anderen Blick auf das Weltgeschehen aber, wenn ich sehe, das Meldungen über neue Schulformen und Krebsoperationen tatsächlich wichtiger sein sollen, als der Widerstand gegen einen Überwachungsstaat nach George Orwell, dann fallen mir tatsächlich die Toastkrümmel aus dem Spitzbart.
Aber so stellt es sich mir heute dar. Die Meldungen auf Seite eins legen den Verdacht nahe, das sich gestern nur eine wildgewordenen Minderheit im Irak daran gemacht hat, die Entwicklungen der letzten Jahre zu revidieren. Sonst scheint nichts passiert zu sein. Erst auf Seite 4 kommen die Berichte über die aktuellen Kommentare zu Schäubles Überwachungswahnsinngestetz. Die Politik scheint nämlich langsam aufzuwachen, und die Wunschliste des Innenministers nicht mehr einfach schlucken zu wollen. Eigentlich positiv, allerdings steht das Ganze unter einer Karikatur, die eher einen laxen Umgang mit dem Datenschutz fordert. Da komme ich nicht umhin, die NWZ als Befürworter des Überwachungsstaates wahrzunehmen.
Aber im Grunde interessiert es ja eh kein Schwein. Im Spiegel dieser Woche las ich, das auch die FDP nicht mehr viel von Bürgerrechten hält und der Ausweitung von Überwachung den Weg ebnet. Liegt wohl nicht zuletzt an der Anpassungsfähigkeit des Vorsitzenden Westerwelle, leider bekommt er aus seiner Partei keinen Gegenwind. Und so bläst alles zum Aufbruch in eine schöne, neue Welt.
Ich kotz im Strahl!
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