Morgenlektüre (IX)
“Tu Gutes und rede darüber!” Nach diesem Motto verfährt fast jeder Politiker in Deutschland, so auch der niedersächsische Ministerpräsident Wulf. Mittlerweile wird er vom Ministerpräsidenten zum Wirtschaftsführer. So mischt er fröhlich mit, wenn es bei Airbus um Arbeitsplätze geht und denkt darüber nach, die Anteile des Landes Niedersachsen am Autokonzern VW auf 25% zu erhöhen. Für einen CDU-Politiker schon erstaunlich weit links der Kerl. Aber das stört auch niemanden, solange er sich dem Erhalt von Arbeitsplätzen verschrieben hat. Deshalb findet sich in letzter Zeit wohl auch fast jeden Tag eine Meldung in der NWZ, in der der Ministerpräsident entweder über VW oder über Airbus redet. Der Gute kümmert sich ja, werden die Redakteure denken. Aber vielleicht kümmert er sich ums falsche Ende. Ich las neulich, das es in Deutschland knapp 1 Million Unternehmen, bzw. Selbstständige gibt, allerdings sind davon nur knapp 1000 an der Börse notiert (die Zahlen stammen aus dem Spiegel, fragt mich aber jetzt nicht, welche Ausgabe). Ich habe mir diese Zahlen ehedem gemerkt, weil sie so schön offenbaren, welche Stellung der Mittelstand in Deutschland hat. Nämlich eine Übergeordnete, dennoch liest und hört man laufend von ein paar DAX Unternehmen, wenn irgendwo die Hütte brennt. Insofern entlarven sich die Aktionen, die der niedersächsische Ministerpräsident da fährt, oft als reine Symbolpolitik. Die Politik mischt sich meist nur dort ein, wo gerade und vor allem kurzfristig ein paar Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Brauchbare Rahmenbedingungen für den Handwerk zu schaffen versäumt sie allerdings seit Jahren. So stöhnen alle Selbstständigen, die ich kenne, laufen über ausufernde, gesetzliche Bestimmungen, gewaltige Dokumentationspflichten und undurchsichtige Entscheidungen seitens der Behörden.
Aber gut, hier etwas zu bewegen scheint einen nicht für das Bundeskanzleramt zu empfehlen…
Ansonsten ist heute übrigens rein gar nichts passiert….
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