Morgenlektüre (VIII)
Manchmal haben die Redakteure der NWZ ja durchaus Sinn für Hintergründigen Witz. Die Meldungen auf der Titelseite beginnen damit, wie stark die Gehälter der Vorstände deutscher Unternehmen gestiegen sind und enden mit einem Bericht über Verbraucherinsolvenzen. Das nenne ich mal “gevorschlaghämmert”. Aber gut, der Grad, in dem die Gehälter der Spitzenverdiener in Deutschland gerade steigen, lässt sich auch mit sehr viel wohlwollen nicht mehr rational erklären. Gespannt erwarte ich die nächste Tarifrunde, in der genau diese Zahlen wieder auftauchen. Vermutlich sind die Profiteure der jetzigen Salärrunde dann schon nicht mehr in der Verantwortung, deshalb geht es ihnen wohl auch am Arsch vorbei, wie schwer es sein wird, die gerade aufkeimende Konjunkturerholung nicht durch zu rabiate Lohnpolitik seitens der Gewerkschaften wieder abzuwürgen. Es wird ein spannendes Jahr 2007, gerade für Arbeitnehmer.
Aber ohne ein wenig Lokalpatriotismus kommt die NWZ ja nicht aus. Da hat das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos ihren Zukunftsatlas veröffentlicht und Oldenburg landet nicht völlig abgeschlagen auf den hinteren Rängen, schon ist das der NWZ eine Meldung auf dem Titelblatt wert. Immerhin, niedersachsenweit Platz 5! Jawohl! Hoch die Tassen, wir sind wieder wer! Wo Oldenburg bundesweit steht erwähnt die NWZ lieber nicht.
Spannend ist auch die Meldung, wonach die Ausbildung von Mediziner sehr stark vom Staat subventioniert werden. Danach entsteht am Ende des Berufslebens eines Mediziners eine Differenz von 265 000, wenn man die gezahlten Steuern mit den Aufwendungen für die Ausbildung gegen rechnet. Was tut man da? Ich würde den Medizinern einfach mehr zahlen: Höheres Einkommen bedeutet mehr Steuern, bedeutet weniger Subvention. Nun gut, Studiengebühren sind auch eine Möglichkeit…
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