Kleinvieh macht auch Mist
Ich habe ja ein Faible. Nein, eigentlich zwei: einmal Musik, zum anderen bin ich ein Teilzeit-Öko (Öko bin ich immer genau dann, wenn mein Musik Equipment wieder aus ist und keinen Strom mehr braucht, dann kann ich es mir erlauben, über exorbitanten Energiehunger in der Welt zu lästern…). Deshalb missbrauche ich mein Musikblog heute mal für politische Nachrichten.
Die letzten Wochen stand das Thema Klimaschutz in den Nachrichten regelmäßig auf der Tagesordnung. Nicht zuletzt durch eine neue, internationale Untersuchung zu dem Thema. Jetzt fällt mir eine Meldung des Handelsblattes in die Hände: Australien will die Glühbirne verbieten. Das ist doch ein Witz oder?! Offenbar nicht. Australien (eines der wenigen Länder, das das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert hat) ist unter dem Druck der eigenen Bevölkerung eingeknickt und sucht nun doch nach Möglichkeiten, die Co2-Emissionen zu reduzieren. Damit soll die Menge der klimaschädlichen Emissionen um etwa 4 millionen Tonnen sinken. Gemessen an den 565 millionen Tonnen, die Australien in die Luft abgibt sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch, irgendwo fängt man an. Wenn ich mir daneben anschaue, wie schwer sich die deutsche Politik mit einer Umstellung der KFZ-Steuer von Hubraum- auf Verbrauchsbesteuerung tut, dann wirkt das schon fast hemdsärmlig. Sicher, die Besteuerung der Co2-Emission ist komplizierter, als die Besteuerung nach Hubraum (das Handelsblatt verweist dabei auf andere EU-Länder), doch zeigt die Erfahrung auch, das die technologische Entwicklung durch steuerliche Anreize gut befördert werden kann. Stichwort: Katalysator. Bei der Einführung des Katalysators für Motoren wurden auch zunächst steuerliche Anreize geschaffen und erst später gesetzliche Grundlagen für eine verpflichtende Verwendung. Verbote laufen einer liberalen Gesellschaft zuwider, da sie Allgemeingültigkeit beanspruchen; Regeln aber die dumme Eigenschaft haben Ausnahmen zu besitzen. In dem Fall der Glühbirnen: Energiesparlampen können nicht im Ofen benutzt werden. Die in dem Glaskörper verwendeten Gase kommen mit der Hitze nicht klar (steht so nicht im Text, wäre aber die einzige Erklärung, die ich auf die Schnelle finden kann). Also muß man Ausnahmenregelungen finden. Eine Steuerung des Konsumverhaltens über den Preis, beseitigt dieses Problem. In Ausnahmefällen muß dann zwar mehr bezahlt werden, man muß sich jedoch nicht durch umfangreiche Gesetzestexte arbeiten, wenn man seinen Ofen beleuchten will. Okay, so richtig ernst nehmen will mich hier keiner, davon bin ich überzeugt, dennoch: die Masse macht`s. Ein konsequenter Einsatz von energiesparenden Technologien und emissionsarmen Motoren macht, (selbst, wenn die Reduktion im Einzelnen nicht groß ausfällt) auf die Masse der Weltbevölkerung gesehen, wirksamen Klimaschutz. Vielleicht ist den Australiern da doch mal ein Lichtlein aufgegangen…;-) Obwohl, mit Birnen allein ist sicher nichts getan.
Unter diesen Gesichtspunkten finde ich, wir sollten die Luxussteuer auf Energiesparbirnen abschaffen…
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February 22nd, 2007 at 13:44
So wie ich das nebenbei, bei einem Gespräch im Radio mitbekommen habe, äußerte sich ein Sprecher von Greenpeace dazu, dass dieser Schritt zwar begrüßenswert wäre, aber im Vergleich zu all den in Australien produzierten Emissionen, doch wohl nur so etwas wie der Tropfen auf dem Heißen Stein wäre.