Das kostenlose Softwarestudio im Selbstversuch… (Teil I)

Bei www.kvraudio.com gibt es einen kleinen Wiki-Artikel in dem Programme (kostenlose Programme) vorgestellt werden, die für die Musikproduktion geeignet sein sollen. Wie sehr sie geeignet sind, will ich mal kurz darlegen.

Da ich für meine Bedürfnisse unbedingt eine funktionierende MIDI-Engine brauche (mit kompletter VSTi-Einbindung), um Schlagzeug und Perkussion zu programmieren, war dies eines meiner Hauptanliegen, beim Ausprobieren der Software. Insofern habe ich die reinen Audioeditoren (auch wenn sie mehrere Spuren unterstützen und vielleicht als virtuelles “Studio” taugen) ausgelassen. Ausprobiert habe ich folgende:

LUNA free

LUNA`s Entwickler bezeichnen das Programm als Lightweight-Software. Also ohne Schnick-Schnack und damit ultra klein. Das stimmt: der Download war unter 5 MB groß. LUNA free ist die kleine Schwester (die Light-Version des Lightweight-Programms) LUNA, welches einen größeren Funktionsumfang aufweist, bzw. die Freeware-Version ist eingeschränkt. Die Einschränkung besteht in der Anzahl der Spuren und Effekte, die man verwenden darf. 4 VST Effekte und 8 Spuren. Damit fällt LUNA als Kandidat für brauchbare Produktionen aus. Mit 8 Spuren bekomme ich gerade mal die Gitarren und den Bass auf die Beine. Mehr als ein Notizblock kann LUNA free also nicht sein.
Dennoch ist LUNA free das einzige der Programme, die nach dem ersten Test noch auf meinem Rechner installiert ist. Ich habe bei allen Programmen versucht, den Synthesizer “Surface” einzubinden und über mein MIDI-Keyboard zu steuern. Luna war das einzige Proramm (bisher) mit dem ich zu einem Ergebniss gekommen bin. Allerdings war es nicht sehr berauschend (vielleicht muß ich weiter tüfteln). Das Programm scheint immer mehr als nur ein Event aufzunehmen und die Events werden nicht sauber Quantisiert (Latenzen variabler Länge). Ich habe es auch nocht nicht geschafft, das aufgenommene Datenmaterial nachzubearbeiten (kann aber auch an mir liegen, abspielen tut er es).

Look und Feel bei LUNA sind eigentlich ganz angenehm. Und die nötigesten Tools zum Bearbeiten bringt es auch mit. Es läßt sich leicht installieren und erkannte auch alle VST-Effekte anstandslos (habe allerdings nicht getestet, ob man sie auch alle verwenden kann).

Sequitur

Sequitur befindet sich noch im Beta-Stadium. Vor der Installation wird darauf hingewiesen, daß das Programm bei einigen VST-Effekten noch abstürzt (bzw. bei deren Erkennung). Damit hatte ich keine Probleme, die Installation und Einbindung der Effekte (also der, die ich verwenden wollte) lief reibungslos. Danach bin ich nicht mehr weiter gekommen. Die Dokumentation ist eher mager, die Verwendung von Softwaresynthies scheint gar nicht vorgesehen zu sein. Nun gut. Beta. Ich habe es dabei bewenden lassen und mich dem nächsten Kandidaten zugewandt.

Kristal

Die Kristal-Audioengine bringt mit, was sie verspricht. Audio-Funktionalität, leider keine MIDI-Unterstützung. Das fiel mir erst nach dem Download auf, kein Problem, der war nicht sehr groß.

Nach den ersten drei Programmen und dem Vierten, welches ich nur kurz angetestet habe (Music Studio Producer) ist mir für´s erste die Lust vergangen. Es scheint so zu sein, als das es noch keinen, in irgendeiner Weise brauchbaren Ersatz für die kostenplichtigen Programme am Markt zu gibt (Sonar, Cubase, Logic). Schade eigentlich. Schließlich bezahlt man bei diesen Programmen immer auch für Features, die man vermutlich nie braucht. Wie Komponieren zum Video, Suround-Sound und ellenlange Listen von Effekten, die man unter Umständen erstmal mit kostenlosen Plug-Ins ersetzen kann, etc. Alles Features die erst für Profis interessant sind, Leute, die Musik für Film und Werbung schreiben.

Bleibt mir erstmal nur mein Sonar 5 und die Hoffnung bald genug Kohle für das 6er Update zu haben.

Ich werde mir die anderen beiden Programme auch noch anschauen, die Tage. Bin allerdings nicht unbedingt frohen Mutes.

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