Kjaerhus Audio: Classics Serie

Einleitung

Warum ich erst jetzt darauf komme ein kurzes Review über die Kjaerhus Audio Plug-Ins zu schreiben? Ich weiß es nicht genau, vielleicht liegt es daran, dass diese Effekte bei mir einfach mit auf jede Musikrechner-Installation gehören und sie dann so schön unkompliziert ihren Dienst verrichten, sodas mir gar nicht mehr auffällt, wie oft ich sie benutze. Vielleicht gehe ich deshalb davon aus, das sie jeder kennt. Kennen sollte sie auf alle Fälle jeder. Also, laßt uns pflichtbewußt selbiger nachkommen.

Die Kjaerhus Classic Serie ist eine Sammlung von mehreren VST-Effekten, die für verschiedene Einsatzgebiete taugen, dabei wird alles an klassischen (daher wohl auch der Name…) Outboard Effekten abgedeckt. Also Compressor (zusätzlich ein Master Limiter), Delay und Reverb Effekte, Chorus, Flanger, Phaser und natürlich EQs (7-Band Stereo EQ und ein Auto Filter). Der Hersteller scheint mit dieser Sammlung auf seine kostenpflichtigen Plug-Ins aufmerksam machen zu wollen, die sich ebenfalls auf der Seite von Kjaerhus finden. Diese Plug-Ins liegen als Demo-Version vor und sind sicher auch einen Blick wert (Allerdings auch ziemlich teuer, deshalb ist es bei mir bei einem oder zwei Blicken geblieben.). Das schöne ist: Alle Effekte kommen mit einem .pdf, in welchem die Effekte erklärt und Tips für deren Verwendung gegeben werden (allerdings in englisch). Also nicht bloß herunterladen und installieren, sondern auch mal kurz die beiligenden Informationen lesen!
Das besondere an dieser Sammlung (und der Grund weswegen sie sich über viele andere kostenfreie Effekte und Compilationen erhebt) ist neben der leichten Bedienbarkeit natürlich der Klang. Kjaerhus versieht alle Virtuellen Prozessoren mit algorythmen, die dem Ausgangssignal eine gewisse analoge Wärme verleihen sollen. Wobei mir persönlich nicht die Urteilskraft zusteht, zu bewerten, inwieweit dies geglückt ist. Dazu fehlt mir die Routine und Erfahrung in Sachen analoger Singnalverarbeitung. Dennoch ist ein gewisses Maß an klanglicher Gefälligkeit bei mir zu verzeichnen, wenn ich diese Effekte (meist sehr dezent) in meinen Produktionen einsetze.

Für Mac User habe ich noch einen kleinen (oder großen) Wermuttropfen. Die Effekte gibt es nur für die Windows-Plattform und dort wohl auch nur für die 32-Bit Umgebung (Wie es sich mit der 64-Bit Plattformen verhält kann ich nicht sagen, magels Testmöglichkeiten.).

Ich persönlich nutze nicht alle Effekte aus dieser Sammlung (habe aber alle Installiert, man weiß ja nie), deshalb beschreibe ich nur kurz die, die ich auch kenne. Wie ich schon sagte, die anderen sind auch gut zu gebrauchen und gehören auf jedes System (zumindest aus meiner Sicht), eine brauchbare Anleitung ist auch jedesmal dabei. Also probiert selbst aus!

Aber laßt mich die Effekte im Einzelnen durchgehen und beschreiben.

Classic Master Limiter

Interface des Master LimitersMein persönlicher Favorit aus der Classic Sammlung ist sicher der Master Limiter. Im wesentlichen ein kleiner Limiter für die Stereo-Summe (taugt auch für anderes, wie Bass und Base Drum, ich nutze ihn allerdings meistens für den Final Mix). Die Bedienung besteht im wesentlichen aus einem Thresholdregler. Das war`s auch schon. Hier stellt man ein, ab welchem Level der Limiter seine Arbeit aufnehmen soll, das Ausgangssignal wird dann automatisch auf 0 db angehoben (Automatic makeup Gain). Der geneigte Techniker wird hier schreien: “Wo stellt ich jetzt die Regelzeiten und Ratio ein?” Gar nicht, wie gesagt, konzipiert ist das Teil für den Endmix, dem entsprechend sind diese Werte bereits vorgegeben. Auf dem Display des Effekts findet sich ein VU-Meter, der helfen soll den richtigen Threshold für den Limiter zu finden. Im Grunde aber auch nicht schwer, da man auch sehr schnell hört, wann der Limiter beginnt zu pumpen. Dann wird es Zeit den Gang wieder ein wenig runter zu schalten.

Aus meiner Sicht eine nette “Fire and Forget” Lösung, wenn man den Limiter nicht allzu exzessziv benutzt. Einfach auf die Stereo-Summe, kurz hören, wieviel Kompression der Mix braucht, und schon wirkt das Ganze wie ein professionelle Produktion (Na gut, ganz so einfach ist das mit dem “Professionell” natürlich nicht…)

Hier noch kurz die Beschreibung des Herstellers und der Link für den Download (englisch und extern).

Classic Compressor

Interface des Classic CompressorsWie der Name schon sagt: ein Kompressor. Auf dem Interface finden sich alle gängigen Regler wieder, wie man sie auch von den “echten” Geräten her kennt (bis auf ein VU-Meter…). Threshold, Ratio, Knee, Attack, Release, Output Level. Ob der Kompressor arbeitet oder nicht läßt sich nur an einer (virtuellen) LED ablesen. Wie gesagt, die Entwickler haben auf Schnickschnack verzichtet (um Entwicklungskosten zu sparen?!).
Die Verwendung von Kompressoren beschreibe ich hier nicht. Wohl aber den Klang des Classics. Ich habe festgestellt, das dieser teilweise sehr hart und punchy klingt. Was mich zu der Überzeugung gebracht hat, das er für komplexe Signal, wie Gesang einfach nicht taugt. Was ihn aber nicht sofort nutzlos macht. Zum Einsatz kommt er bei mir meist als Kompressor für die Snare (selten für die Base, aber hauptsächlich für die Drums). Die Veränderung des Klanges durch den Effekt kann man (bei dezenter Verwendung) gut durch EQs ausgleichen (so man will), der Sound bleibt dabei aber einigermaßen durchsetzungsstark. Es bleibt geschackssache, ob einem der Klang zusagt, für eine durchsetzungsstarke Snare mag ich ihn aber recht gern.

Hier nochmal die Beschreibung des Herstellers und der Link zum Download (wiederum englisch und extern.)

Classic EQ

Das Interface des Classic EQ. Ich frage mich manchmal, was manche Leute so hören, wenn sie von guten und von schlechten EQs sprechen. Für mich war es immer wichtig, das er nur die von mir eingestellten Klangveränderungen umsetzt ohne den Klang anderweitig zu beeinflussen, also neutral bleibt. Das kann man bei dem Classic EQ natürlich getrost vergessen. Hier geht es mit Warming und Saturation zur Sache, zwei Funktionen, die sich auch ausschalten lassen. Aber selbst dann scheint der EQ nicht völlig neutral zu arbeiten (Gut, macht vermutlich keiner). Desweiteren läßt sich das Equilizing für jeden der beiden Stereo-Kanäle separat bewerkstelligen. Für`s Paning über die Höhen und hohen Mitten. Ansonsten ist es ein normaler 7-Kanal EQ, den ich persönlich für kleinere Korrekturen im Mix benutze. Im Mix empfinde ich die Sättigung und Warmth Spielereien als weniger störend, manchmal sogar hilfreich.

Wie gehabt: Hier die Beschreibung des Herstellers und der Download (abermals englisch und extern).

Wer auch die anderen Effekte einmal kennen lernen will sollte sich auf dieser Seite umsehen.

Ansonsten kann ich nur sagen: Probieren geht über studieren. Schließlich bleibt das Preis/Leistungsverhältnis bei Freeware stets unschlagbar (Ja, vieles ist auch einfach nutzlos, die Classic Serie gehört jedenfalls nicht dazu).

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