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Trojaner? Is nich! Punkt.

October 24, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Der Wirbel um den vom CCC entdeckten und analysierten Staatstrojaner ist etwas abgelauft, nachdem in der letzten Woche ein kurze Anhörung vor dem Bundestag stattfand. Bei der Dimension des Themas hatte ich eigentlich erwartet, das die ARD in ihren Talk-Shows nur noch zu diesem Thema plaudern würde, komischerweise ist das Thema Mainstream-Medien (bis auf ein paar löbliche Ausnahmen) völlig vorbeigerauscht.
Heute abe ich das dumpfe Gefühl, dass das Thema zu schnell wieder verschwindet. Und vorallem, dass die Nachlese und die politischen Konsquenzen aus dem Skandal in die völlig falsche Richtung gehen. Die Justizministerin denkt jetzt über schärfere Gesetze zum Schutze der Privatsphäre der Bürger nach und ich stehe daneben und denke mir: “Ach Schnarre, das Gesetz gibt es schon, nennt sich Grundgesetz und du solltest dem Schmöker mal wieder zur Geltung verhelfen.”

Das Bundesverfassungsgericht hat im Zuge der Verhandlungen um die songenannte Online-Durchsuchung 2008 festgestellt, dass die Quellen-TKÜ nur unter strengen Auflagen erfolgen darf. Dazu muss durch “technische Vorkehrungen und rechtliche Vorgaben” sichergestellt werden, dass lediglich Daten aus einer laufenden Telekommunikation ausgeleitet werden. Als Juristin interessiert sich die Justizministerin offenbar nur für die rechtlichen Vorgaben, nicht jedoch für die technischen Aspkete des Ganzen. Was schade ist, denn schaute man auf die technischen Fragen der Quellen-TKÜ und wie deren verfassungskonforme Umseztung technisch nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts aussehen könnte, dann wäre die Diskussion um diese Art der Überwachung sehr schnell wieder beendet. Denn faktisch hat das Gericht die Quellen-TKÜ, ohne es zu wissen oder gar zu wollen, verobten. Die Law-and-Order-Fraktion im Deutschen Bundestag könnte ihre Klamotten umgehend wieder einpacken und wie gewohnt in der zweiten oder dritten Reihe platznehmen. Aber alles der Reihe nach.

Ein “sicherstellen”, im Sinne von Beweisen, dass ein Programm das (und nur das) macht, was der Autor der Software beabsichtigt hat, ist im Rahmen der Softwareentwicklung nicht möglich. Turing hat der Informatik mit dem Halteproblem nämlich ein ziemliches Ei ins Nest gelegt. Eigentlich hat er nur gezeigt, das es kein Programm (keine Maschine) geben kann, die eine andere Maschine (ein anderes Programm) dahingehend analysieren kann, ob es terminiert oder nicht. Was hier in einen Satz passt, in Wirklichkeit aber etliches an Gerhinschmalz erfordert, um es nachzuvollziehen (von selbst erdenken ganz zu schweigen), hat gehörige Konsequenzen. Für Softwareentwickler heißt es, dass es keine Software geben kann, mit der ich überprüfen könnte, ob ein gegebenes Programm fehlerfrei ist (von dem Problem abgesehen, dass man noch beweisen müsste, dass die Verifikationssoftware fehlerfrei ist. Siehe auch: Henne-Ei-Problem). Ein automatisches Beweisen ist jedenfalls nicht möglich. Es lässt sich kein Algorithmus formulieren, der dies für ein beliebiges Programm leisten könnte.

Es wäre denkbar diesen Beweis dann händisch und eben nicht automatisch zu versuchen, doch was wäre damit gewonnen? Würde man versuchen die Richtigkeit eines Programms mit Hilfe von (sagen wir einfach) der Prädikatenlogik zu zeigen, stünde man vor dem Problem, dass man nach Vollendung des Beweises beweisen müsste, das der Beweis, den man soeben erbracht hat auch korrekt ist. An der Stelle hakt es sich natürlich aus, denn der Vorgang würde sich umgehend wiederholen, sobald man den Beweis für den Beweis erbracht hat (abermals: Henne-Ei-Problem). Bei einem Beweis mit beispielsweise der Aussagenlogik würde man im Grunde nur die Programmiersprache wechseln. Man wechselt von einer formalen Sprache in die nächste. Und derjenige der in ihr formuliert macht Fehler.

Zugegeben, dass sind erstmal “nur” theoretische Probleme, dennoch hat dieser Umstand immense Tragweite: Ließe sich das Problem der Programmverifikation abschließend und zufriedenstellen lösen, dann wären schlagartig alle Programme auf dem Weltmarkt fehlerfei. In der Realität sieht es aber so aus, dass jedes neu installierte Programm als allererstes nach einer Internetverbindung schreit, um Aktualisierungen vom Hersteller herunter zu laden.
In der Anhörung vor dem Bundestag letzte Woche hat ein findiger SPD-Abgeordneter (dessen Name ich leider wieder vergessen habe) süffisant angemerkt, dass das BKA scheinbar über Mittel zur Programmverifikation verfüge, die die Inforamtik noch nicht kennen würde. Er frage sich, ob die Bundesregierung plane dieses Wissen mit der Welt zu teilen. Sie könnte es gebrauchen, denn faktisch ist alle Software ein Bannanenprodukt: Reift beim Kunden. Mit der Einschränkung: Wird selten wirklich genießbar.

Es bleibt also festzuhalten: Es ist nicht möglich sicherzustellen, das Software genau das und nur das macht, was sie machen soll. Selbst wenn man Zugriff auf die Quelltexte hätte, die in aller Regel wesentlich leichter zu überblicken und zu bewerten sind, als die Assembler-Quellen, die der CCC vorgelegt hat, bliebe noch immer das Problem der Komplexität. Zum einen die Komplexität des Quellcodes selbst. Schon die Masse von Quelltexten kann überfordern und auch relativ “funktionsarme” Programm können schnell den Umfang einer “Mittelerde Saga” oder eines George R. R. Martin-Romans annehmen kann. Solche Werke soweit zu “lektorieren”, dass sie komplett fehlerfrei sind, ist ein erheblicher Aufwand und will dennoch so gut wie nie gelingen.
Zum anderen wäre das das Problem der Umgebung, in die das Programm eingebettet wird. Software, also auch ein etwaiger Trojaner, arbeitet nicht in einem luftleeren Raum. Sie interagieren laufend und häufig mit dem Betriebssystem und anderer Software auf einem Rechner. Selbst, wenn man einen Trojaner unter Laborbedingungen zur Ausführung bringt und dann durch probieren ein gewisses Maß an Sicherheit gewinnt, das das Programm korrekt arbeitet (arbeiten müsste), verfliegt diese Gewissheit sehr schnell, wenn man ihn in die “freie Wildbahn” entlässt. Niemand kann vorhersehen, welche Software auf einem System installiert ist oder noch installiert werden wird. Niemand weiß, welches Update das Betriebssystem selbst morgen bekommen wird und wie sich das auf bereits installierte Programme auswirkt. Was ist mit neu verbauter Hardware, oder neuen Geräten die nur gelegentlich angeschlossen werden? Es ist nicht möglich alle diese Variabeln auszulösen und “sicherzustellen” das eine Software korrekt arbeitet und keine Fehler enthält. Softwaresysteme sind hoch dynamisch. Schon das Hochfahren eines Rechners ist mit vielen Veränderungen auf den Datenbeständen verbunden, von neuen Programmen oder veränderten Programmversionen ganz zu schweigen. Alle diese Eventualitäten im Blick zu behalten ist schlicht nicht möglich.

Insofern ist es zutreffend die Idee einer Prüfinstanz für Überwachungssoftware, die letzte Woche aufkam und wohl insbesondere von der SPD favorisiert wird, als Feigenblatt zu bezeichnen. Salopp gesagt ist das einzige, was ein Analytiker mit Sicherheit über ein vorgelegtes Programm sagen kann: Ja, du bist ein Softwaresystem. Genau wie der Richtervorbehalt wäre das nur Diazepam für die irritierte Öffentlichkeit; löst aber exakt kein Problem. Da es nicht möglich ist, sich Gewissheit über die Funktion eines Programms zu verschaffen, was soll dann eine Prüfinstanz? Uns nochmal bestätigen, das es nicht geht?

Die Lösung muss lauten, auf den Einsatz von Überwachungssoftware generell zu verzichten und stattdessen auf die Anbieter von VoiP-Diensten zu zu gehen und diese dazu zu bringen, eine Kommunikationsüberwachung zu ermöglichen (bei herkömmlichen Telekommunikationsdienstleistern geht es ja auch). Zumindest bei Skype heißt es, dass diese Firma sich nicht verweigern würde. Das hätte den Vorteil, das man “nur” in ein Grundrecht eingreifen muss und nicht auch noch die Integrität von IT-Systemen verletzt und ggf. sogar die Unverletzlichkeit der Wohnung beschneidet (wenn Beamte in anderer Leute Wohnungen eindringen, um dort einen Trojaner zu installieren). Obwohl ich generell skeptisch bleibe, was Überwachungsmaßnahmen angeht. Wenn man gelegentlich solche Artikel liest, kann man kaum der Meinung sein, dass Richter und Staatsanwälte mit den Möglichkeiten der Überwachung (selbst solche, die es schon gibt), tatsächlich verantwortungsvoll umgehen.

In diesem Sinne: Trojaner? Is nich. Geht woanders spielen.

Kauderwelsch

October 24, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Der Volker Kauder ist je mittlerweile ein beliebtes Ziel, wenn man jemanden sucht, auf den man seinen Zorn über die schlechte Netzpolitik der Konservativen projezieren kann. Mit seinem Interview in der Süddeutschen hat er neulich aber mehr als nur einen Vogel abgeschossen. Er beweißt einmal mehr, wie wenig er tatsächlich von den Themen versteht, für die er sich so leidschaftlich einsetzt. Er hat ja schon gezeigt, dass er es mit dem Urheberrecht selbst nicht so genau nimmt, wenn es die eigene Webpräsenz betrifft. Vermutlich ist dieser Umstand in Unwissenheit begründet. Ich hoffe es zumindest, sonst müsste ich annehmen der Mann sei zu dumm für das Urheberrecht.
So fällt zum Beispiel der Satz: “Bislang wird das [Begehen von Urheberrechtsverletzungen. Anm. d. V.] als Straftat behandelt und beschäftigt Staatsanwälte.” Es stimmt, Urheberrechtsverletzungen beschäftigen Staatsanwälte. Jedoch nur dann, wenn ein Rechteinhaber bei Internetprovidern Verbindungsdaten abfragen möchte, um eine Urheberrechtsverletzung aufzuklären. Wobei sich jedoch alle Juristen einig sind, dass Urheberrechtsverletzungen Vergehen sind und keine Straftaten. Bei Vergehen werden Staatsanwälte in der Regel nicht von sich aus aktiv. Bei Vergehen gilt der Satz: Wo kein Kläger da kein Richter. Es muss normalerweise erst jemand die Urheberrechtsverletzung geltend machen. Aber wem erzähle ich das, der Kauder sitzt ja im Rechtsausschuß des Deutschen Bundestages.

Spannend finde ich auch die tollen Analogien, die Herr Kauder da entwirft. Zum Thema “Internet kappen” entwirft er eine aus dem Straßenverkehr. Wer sich im Autoverkehr nicht benehme, dem werde der Führerschein abgenommen, so Kauder. Deshalb ist es legitim, dem Anschlußinhaber das Internet zu kappen, wenn über einen Anschluß Vergehen begangen werden. Irgendwie wirft er da die Erlaubnis ein Fahrzeug zu führen mit dem Eigentum an einem Fahrzeug durcheinander.
Es stimmt sicher, dass die Fahrerlaubnis einem renitenten Fahrer abgenommen werden kann. Jedoch habe ich noch nie gehört, dass man sich an den Halter hält und diesem das Auto wegnimmt, wenn jemand anderes mit dem eigenen Auto Unfug getrieben hat. Die Analogie hinkt auch noch an anderer Stelle: Welches Internet wird denn gekappt? Das normale DSL (über das Telefonnetz). Was ist mit UMTS oder LTE? Was ist mit Internetzugängen in Cafes und Bibliotheken? Selbst wenn man also dem Familienvater das Internet kappt, weil der Sohnemann Unfug verzappft hat, kann das Söhnchen also weiterhin einfach in ein anderes Vehikel benutzer, um weiterhin Blödsinn zu machen.

Toll finde ich auch den Satz: “Mir geht es darum, junge freischaffende Künstler zu unterstützen.” Oh schön! Also ich als “freischaffender Künstler” kann ihnen versichern: Mir bringt dieses Anliegen rein gar nichts. Meiner einer verdient kein Geld durch den Vertrieb von Musik. Wenn her Kauder mich dennoch unterstützen möchte: Ich nehme Spenden per Jamendo entgegen. Vielen Dank!

Oh und natürlich solche Klopfer: “Was mich auch sehr stört ist, dass es möglich ist, im Internet anonym zu publizieren. Das muss aufhören. Das geht nicht.” Ja, das geht nun wirklich nicht. Einfach anonym irgendwo was veröffentlichen. Das ist ja fast so wie, einen Leserbrief unter Pseudonym abschicken oder diese Interviews im Fernsehen mit unkenntlich gemachten Gesprächspartnern. Kann ja wohl nicht angehen, dass sich Überbringer unbequemer Nachrichten einfach mal in Sicherheit wiegen können. Das grenzt ja schon fast an Demokratie!

Normalerweise würde ich mich ja über Journalisten aufregen, die ein Interview führen, ohne den Interviewten mal so richtig auf den Zahn fühlen und ihn einfach seine Talking Points abarbeiten lassen. In diesem Fall bin ich der Süddeutschen aber dankbar, dass die dem Mann einfach mal nicht zu sehr widersprochen haben. Das Geblubber eines Kauder entlarvt sich so viel schneller. Also: Vielen Dank an die Süddeutsche, habe selten so gelacht.

Update

October 13, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Nur vier mal gespielt die Nummer. Jetzt ist erstmal ein neuer Satz Saiten fällig.

Played it till my fingers bled...

So, nachdem ich mir heute sprichwörtlich die Finger blutig gespielt habe und den kreativen Tagesteil dadurch vorzeigt beenden musste, habe ich mich endlich dazu durch gerungen, das WordPresssystem auf den neuesten Stand zu bringen.
Das Problem war weniger, die aktuelle Version zu installieren, sondern die PHP- und MySQL-Version auf den neuesten Stand zu bringen. War letztendlich weniger kompliziert, als ich dachte, hat aber dennoch seine Zeit beansprucht.
Wie dem auch sei: Dieses Blog und alles Plug-Ins sind jetzt wieder aktuell.

Drumprogramming V: Betonung

October 11, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Entsetzt musst eich gestern feststellen, dass der letzte Teil des Tutorials nun schon seit fast zwei Jahren online ist und seit dem auch nicht mehr viel in dieser Richtung passiert ist. Nun gut, in der Zwischenzeit war da noch ein wenig Studium (was sich zum Glück so langsam den Ende neigt) und sowieso, zwischendurch will man ja auch selbst etwas Musik machen. Wie dem auch sei: Heute geht es weiter.

Heute schauen wir uns mal an, ein wenig an, wie man auf neue Pattern kommen kann. Wie man einfache Fills erzeugt und wie Bass und Schlagzeug zusammenspielen. Es wird erstmal nur ein erster Abriss werden und kann bestenfalls eine erste Idee geben, was alles möglich ist, bzw. gut klingt.

Gezielt betonen

Für den Geroove eines Songs ist es wichtig, wo im Takt ein jeweiliges Gewicht liegt. Wie sich Melodie und Rhythmus auf den Takt verteilen. Etwas haben wir dazu schon kennengelernt. Wenn man an den Beispielsong aus der vorigen Einheit denkt, dann sieht man relativ schnell, dass das “Gewicht” des Grooves hauptsächlich auf den ersten beiden Zählzeiten liegt. Hauptsächlich auf der eins, hier legt die Basedrum. Es sind aber natürlich noch andere Figuren denkbar, die jeweils einen eigenen Groove erzeugen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel alle vier Zählzeiten gleichermaßen hervor zu heben. Das schauen wir uns jetzt mal an und vorallem, wie daraus ein Groove entstehen kann.

Eine Betonung auf allen vier Zählzeiten.

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Eine Betonung auf allen vier Zählzeiten.

Links sehen wir eine Snare-Figur, bei der jeweils die vier Zählzeiten betont werden. Diese “v”´s über den jeweiligen Noten geben hier die Betonten Zählzeiten an (ein Klick auf das Bild vergrößert die Abbildung übrigens). Diese Figur macht noch keinen Groove (obwohl, in manchen Country-Stücken hört man solche Snare-Figuren tatsächlich manchmal); entscheidend ist hier, die Betonungen geschickt auf die verschiedenen Instrumente des Schlagzeugs zu verteilen. Wir könnten zum Beispiel die zwei und die vier auf der Snare belassen, die leisen Noten auf der HiHat spielen und die eins und drei mit der Base. Wie das klingt, kann man rechts

Einfaches Pattern aus der Betonung.

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Einfaches Pattern aus der Betonung.


bestaunen und dürfte dem ein oder anderen vielleicht vertraut vorkommen. In diesem Fall würde der Drummer den Automatismus auf der HiHat mit beiden Händen spielen und nur für die zwei und die vier eine Hand zur Snare bewegen. Deshalb fehlt hier der Schlag auf die HiHat an zwei und vier, bei der Base-Drum ist es egal. Der Vorteil ist, der Drummer hat eine durchgängige Figur, die er spielen kann, das erleichtert das Üben. Darüber kann man jetzt noch einen einfachen

Ein einfacher Basslauf dazu und schon könnte es ein Strophe werden.
Walking Bass 2

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Ein einfacher Basslauf dazu und schon könnte es ein Strophe werden.

Walking-Bass setzen und man hat fast schon eine Strophenbegleitung. (In diesem Fall ist es ein Synth-Bass, da mein letztes Bass-Modell irgendwie nicht mehr betriebsbreit ist und noch nicht genug Kleingeld da ist, diesen auszutauschen).

…und drei

Nun muss man es natürlich nicht dabei belassen, lediglich die vollen Zählzeiten zu betonen. Denkbar wäre es natürlich auch einfach nur jede dritte Sechzehntel hervor zu heben, anstatt jeder vierten (was dem vorigen Pattern entspräche). Dabei ergeben sich völlig neue Grooves; viele ganz neue Klangfarben für das Arrangement. Das hervorheben jeder dritten Sechzehntel ist sogar ein ziemlich beliebtes Muster, welches man gerade in Funk oder Funk-Rock Stücken oft hört.

Betonung nur auf jeder dritten sechnzehntel.

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Betonung nur auf jeder dritten sechnzehntel.

Auch hier schauen wir uns erstmal eine Snare-Figur an, bei der diesmal jede dritte sechzehntel betont wird. Diese “Betonungsmuster” wird dann jeden Takt wiederholt. Diese Snare-Figuren sind übrigens auch ganz beliebte Übungen gerade für Schlagzeuganfänger, wer also zwischendurch nichts zu tun hat, kann diese Betonungsübungen auch einfach mit den Händen auf der Tischplatte

Zwei vorziehen und den Rest auf die Base-Drum.

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Zwei vorziehen und den Rest auf die Base-Drum.

probieren (dabei kommt man dann gelengtlich auch wieder mit seinen Mitbewohnern oder Nachbarn in Kontakt…). Auch hier gilt es wieder zu entscheiden, wie man die Betonungen auf die verschiedenen Instrumente verteilen möchte. Im Hörbeispiel habe ich mich für zwei verschiedenen Lösungen entschlossen. Die erste besteht darin, einen Automatismus für HiHat und Snare zu nehmen, bei der auf der HiHat durchgehend die Achtel gepsielt werden und nur die zweite und die fünfte betonte Zählzeit auf der Snare. Damit ist man schon wieder relativ nah an dem Typischen Pop-Rock-Muster mit Snare auf der Zwei und der Vier, jedoch wird dann der Schlag auf die Zwei vorgezogen, welches auch einen netten Effekt hat. Die übrigen Schläge wandern auf die Base-Drum und formen so eine ziemlich funkigen Groove. Bei diesem Pattern habe ich die letzte Betonung im Takt mit etwas weniger Druck programmiert, dass gibt dem Ganzen dann etwas mehr “Farbe”.

Bekannter Automatismus mit neuer Base-Drum-Figur

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Bekannter Automatismus mit neuer Base-Drum-Figur

Die zweite herangehensweise wäre, alle Betonungen mit der Base abzudecken und als Automatismus für die Hände wieder das alte Muster aus Schlägen auf die Zwei und Vier, sowie durchgängige Sechzehntel auf der HiHat zu verwenden. Damit hat man im Grunde gleich zwei Betonungsmuster übereinander gelegt; ein Spiel was man noch viel weiter treiben kann (aber das nur am Rande). Auch hier waren einige Base-Drum-Schläge gesondert nach zu bearbeiten, damit die Dynamik passte.

Um jetzt beide Figuren besser vergleichen und ihre Wirkung innerhalb eines “Arrangements” (unsere Mini-Arrangements sind ja sicher noch nicht der Weisheit letzter Schluß) besser abschätzen zu können, rechts beide Grooves mit einem Basslauf. In diesem Fall zweimal der Gleiche. Anhören und vergleichen bringt hier sicherlich einen Erkenntnisgewinn.

Basslauf für die dreier Figur.
Pattern_2_Bass_b

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Basslauf für die Dreier-Figur.

Bei der Verteilung der Betonungen auf die Instrumente kann man sich übrigens prima austoben. Ich habe mich hier an den üblichen Pop-Rock gefrickelt orientiert. Hört man sich dageben aber Schlagzeuger in der freien Wildbahn an, dann landet zum Beispiel die Snare mittnichten immer auf der zwei und der vier (bzw. in deren Nähe). Auf Dub-Alben ist teilweise normal, die Snare auf die Eins und die Drei zu packen und dann die Base die Off-Beats übernehmen zu lassen. Man ist auch nicht gezwungen, die HiHat zu nehmen, um die weniger Betonte Zählzeiten zu spielen. Das kann auch mal das Ride-Becken übernehmen oder gleich die Glocke auf dem Ride (zum Beispiel im Refrain zur Abgrenzung von der Strophe). Im Hard-Rock wandert die Ozinato-Figur (also die durchgehende Figur auf der HiHat) auch mal auf das Stand-Tom, was dann einen sehr wuchtigen Eindruck macht. Oder die Snare wird gespielt, indem der Stick auf den Rand gelegt und mit dem Schaft gespielt wird (der sogenannte “Rim-Click”). Hier ist ausprobieren gefragt. Geschickt eingesetzt können solche Spieltechniken die Dynamik des Arrangements selbst schon sehr gut unterstützen und selbst bei ansonsten eher zurückhaltender Harmoniesierung eine Menge bewirken (Man höre sich mal Runaround von Blues Traveller an. Der gesamte Song besteht aus einer I IV II V-Verbindung. G C Am D – bis zum Erbrechen. Der Song lebt nur vom Sänger und der Dynamik, die zu einem Großteil vom Schlagzeug kommt).

Betonungen auf zwei Takte verteilt.

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Betonungen auf zwei Takte verteilt.

Das “Betonungsmuster” muß dabei nicht zwangsläufig an der Taktgrenze wiederholt werden. Gerade bei ungeraden Mustern kann man es auch mal im zweiten Takt fortsetzen und dann erst wiederholen. Wenn der Basser noch mitmacht, gibt das vielen Arrangements plötzlich eine ganz andere Wendung.

...auf zwei Takte verteilt. Als Groove.
Pattern_4_b

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...auf zwei Takte verteilt. Als Groove.

...und zusammen mit einem modifizierten Basslauf.
Pattern_3_Bass_b

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...und zusammen mit einem modifizierten Basslauf.

Nur jede fünfte Zählzeit. Gleich auf zwei Takte.
Pattern_5_b

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Nur jede fünfte Zählzeit. Gleich auf zwei Takte.

Allerdings vorsicht: Bei solchen Figuren merkt man dann sehr schnell, wie kurz eigentlich vier Takte sein können. Oder man probiert mal nur jede fünfte Sechzehntel zu betonen. Dabei empfiehlt es sich aber, eine durchgängige Figur auf der Snare zu haben, sonst brechen einem die Zuhören mit Schwindelgefühl davon. Beispiele siehe links. Das “Mini-Arrangement” enthält dann wieder den Basslauf in leicht abgewandelter Form.
Will man  also gezielt Bassläufe mit einer Schlagzeugbegleitung versehen, dann kann man prinzipiell immer damit anfangen zu ergründen, wo welcher Teil des Taktes betont wird. Meistens ergibt sich ein Muster, das man aufs Schlagzeug übertragen kann. Hinterher muss man sich überlegen, wie die Drums die Betonungen unterstützen. Das ist kein Grundsatz aber meistens kommt man damit schon recht weit.

Fill-In

...alle Betonungen auf die Toms. Verschiedene bitte, dann rockts auch!

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...alle Betonungen auf die Toms. Verschiedene bitte, dann rockts auch!

Ausgangspunkt für das eigentlich Fill. Snare und Becken betonen die Zählzeiten. Hinterher wird mit der Base "umspielt".
Fill 3

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Oben: Ausgangspunkt für das eigentlich Fill. Snare und Becken betonen die Zählzeiten. Unten: Hinterher wird mit der Base "umspielt".

Damit erschöpft sich dieser Artikel jedoch noch nicht. Wenn man schon so beigeht und die Betonungen eines Taktes auf verschiedene Instrumente des Schlagzeugs verteilt, kann man natürlich noch einen Schritt weiter gehen und darauf auch Fills und Breaks zaubern. Dazu gilt wieder zu entscheiden, welche Betonungen von welchem Instrument betont werden soll. Ein paar Beispiele finden sich rechts, dabei bin ich wieder davon ausgegangen, jede dritte Sechzehntel zu betonen. Diesmal werden nur die betonten Zeiten gespielt und (fast) nichts neben her. Als Ausgangspunkt für kreative Breaks taugt der Ansatz alle mal.
Bei dem ersten Beispiel verteilen wir die Betonungen auf verschiedene Toms von hoch zu tief. Hier sind noch ein paar zweiunddreißigstel als “Wirbel” vor dem ersten und dem vierten Schlag. Die sind nur zufällig so genau gespielt und bewußt nur sehr leise. Normalerweise hört man sie nicht im Arrangement. Eine lebender Drummer würde diesen Effekt erzeugen, indem er den Stick auf das Fell fallen lässt und den zurückfedernden Stick gleich wieder auf die Trommel presst (“Double-Stroke” heißt die Technik, wenn ich mich nicht irre). Diese Technik erzeugt einfach ein lebendiges Schlagzeugarrangement. Aber vorsicht: Nicht inflationär verwenden, der Effekt nutzt sich auch schnell wieder ab.
Das zweite Beispiel zeigt kurz, wie man Betonungen als Ausgangspunkt für ein Break nehmen kann um es dann zu erweitern. Diese Art von Break hat sich schon jeder zur Genüge gehört. Snare und Becken betonen wieder jeweils die dritte Sechzehntel, um dies besser zu verdeutlichen habe ich mal das obere Beispiel angehängt. Unten sieht und hört man dann, wie man dann wie man diese Figur ergänzen und ein kraftvolles Break für einen Einstieg in den Refrain hinbaut.

Übrigens: Die Soundqualität bitte ich heute mal zu entschuldigen. Mir war es wichtiger das Tutorial voranzubringen, als mich stundenlang mit Mixing zu vergnügen.

Uhlenspiegel

October 10, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Das halbe deutsche-sprachige Internet verfällt in hämisches Gelächter (mir geht´s genauso), nachdem der CCC am Samstag die Ergebnisse seiner Analyse eines Stücks Software bekannt gibt, die aller Wahrscheinlichkeit nach für die sogenannte Quellen-TKÜ eingesetzt wurde und dermaßen delitantisch Programmiert wurde, dass sich sogar bei einem halb-fertigen Informatiker wie mir die Fußnägel hochstellen. Bisher ist nicht gesichert, dass es sich um Software von öffentlicher Seite handelt. Der CCC gibt sich jedoch sicher und bisher hatten wir kaum Anlass an deren Integrität und Gewissenhaftigkeit zu zweifeln.
Die technischen und rechtlichen Aspekte will ich hier gar nicht groß beleuchten. Die Ergebnisse des CCC können in Reinform (Achtung, PDF) nachgeleseen werden, die rechtliche und gesamtgesellschaftliche Relevanz sind an anderer Stelle von weitaus fähigerem Personal als mir beleuchtet worden.
Spannend finde ich jedoch die Reaktionen in den etablierten Parteien. So keilt der Abgeordnete Hans-Peter Uhl plötzlich gegen die liberale Justizministerin, da diese sich verweigert hatte eine “spezialgesetzliche Rechtsgrundlage für die Quellen-TKÜ” zu schaffen und damit die Ermittlungsbehörden zu dieser “Verzweiflungstat” quase getrieben hat. Man fragt sich jetzt: Hat der Mann gar nicht begriffen, wovon wir hier reden? Doch, doch, er weiß es ganz genau. Nach der Katastrophe ist er jedoch schon damit beschäftigt, selbige für sich zu nutzen. Jetzt, wo die Online-Durchsuchung wieder auf die Tagesordnung kommt, möchte er jetzt darüber reden, diese auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Sprich: Die Umtriebe einiger Behörden jetzt im Nachhinein legalisieren, damit sie in Zukunft nicht mehr zur “Notwehr” greifen müssen, wenn sie in schwierige Ermittlungen verstrickt werden. Ich bin gespannt, welche Schweineherde dieses Woche quickend durchs Dorf getrieben wird. Die Talkshowthemen dürften klar sein: “Brauchen wir mehr Überwachung?” Ich sauf ein Weizen, wenn die PR-Profis aus dem konservativen Lager diesen Spin nicht hinbekämen. Der CCC kritisiert das Grundgesetz widrige Vorgehen einiger Bundes- oder Landesbehörden und am Ende des Tages reden wir darüber, warum gerade das legitim war. Die implizite Forderung ist stärkere Kontrolle und ein engeres Korsett für Ermittlungsbehörden, die Diskussion wird sich aber um mehr Rechte für selbige drehen.

Dabei finde ich jetzt schon völlig absurd, dass man nach der Aktion mit dieser Spionagesoftware heute mit Fug und Recht die Forderung aufstellen kann: Die Krimialämter müssen jetzt vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Die Agieren da offenkundig gegen die Entscheidungen aus Karlsruhe; andere Organisationen werden für wesentlich weniger auf´s Korn genommen.

Qualitätsjournalismus und so

October 04, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Wer in der letzten Woche politisch aufgewacht ist und versuchte, sich über die aktuelle Europapolitik in Berlin zu informieren, der bekam zwar eine Menge zu lesen, schlauer geworden sein dürfte er aber nicht. Wir erinnern uns: Der Bundestag hat über die Ausweitung des Rettungsschrims für krieselnde Euro-Staaten beraten, dabei soll es wohl in Berlin zu Auseinandersetzungen zwischen Bundestagsabgeordneten gekommen sein. Einigen Abgeordneten aus der Regierngskoalition sind die garantierten Summen wohl zu groß geworden und haben aus “Gewissensgründen” der Kanzlerin die Gefolgschaft verweigert. Das ist grob gesprochen alles, was in der letzten Woche an Informationen über die Euro-Krise bekannt wurde. In deutschen Medien wirkte die gesamte Euro-Krise lediglich wie eine Regierungskrise; und all die wichtigen Fragen und Probleme für die Zukunft Europas und des Euroraumes reduziert auf ein paar Auseinandersetzungen einer handvoll Akteuere in Berlin, die verschiedener Meinung sind. Mal ehrlich: Streit im Parlament? Abgeordnete, die über die Zunkunft des Landes und Europas streiten? Das ist eine Neuigkeit? Eine Woche lang? Ich bin bestimmt ein hoffnungsloser Romantiker, wenn ich die These vertrete: Ist das nicht deren Job?

Während wir dieser Tage eindringlich über das Für und Wider einer europäischen Wirtschaftsregierung sprechen sollten, die Auswirkungen von Staatspleiten besprechen und den Sinn und Unsinn von Euro-Bonds diskutieren müssten, wir darüber streiten sollten, wie sinnvoll Austeritätspolitik ist und ob Griechenland nicht vielleicht anders aus der Krise kommen könnte, reden wir über das Gerülpse eines Kanzleramtsministers, der der Meinung zu sein scheint, niemand außer ihm dürfte eine Meinung haben. Besonders dann nicht, wenn jener auch noch so unverschämt ist, von seinem Recht gebrauch zu machen, diese öffentlich und offensiv zu vertreten. Das soll eine Nachricht sein? Von der demokratischen Gesinnung dieses Herrn einmal abgesehen.

Wir werden von Problemen erschlagen, die an Bedeutung und Folgenschwere kaum zu bemessen sind, doch am Ende des Tages diskutieren wir, ob Herr Ströbele auch ein Sonderrederecht im Parlament bekommen sollte, da er schon seit zehn Jahren versucht seinen Standpunkt zum Afghanistankrieg darzulegen und von seiner Partei ausgebremst wird. Die anderen Abweichler durften ja auch. Man könnte das Kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen und als spinnerte Auswüches des Politikbetriebes abtun; nur irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die anstehenden Probleme zu massiv sind, als dass man sich an den Stammtisch verkriechen könnte, um mal wieder über “die da oben” zu lästern.

Es ist doch bezeichnend: Als normalsterblicher Bürger stellte man sich letzte Woche die Frage: Quo vadis, Europa? Und bekam “Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages” als Antwort. Wer die Redebeiträge nicht Live verfolgen konnte und auf die Mithilfe von Journalisten angewiesen war, hatte einen riesen Haufen von Fragezeichen auf der Stirn und keinen der zumindest eine Andeutung von Antworten parat hätte. Was macht dieser EFSF überhaupt? Welchen Umfang hat er? Jetzt 211 Milliarden? Oder jetzt 211 Milliarden mehr? Wer bekommt Bürgschaften und zu welchen Konditionen? Und wo wir gerade bei Griechenland sind: Wie stark ist das Land eigentlich verschuldet? Ich las mal 300 Milliarden, stimmt das? Wie wirkt sich die Sparpolitik auf den Staatshaushalt aus?  Wo kommt das Staatseinkommen her und wo geht es hin? Und bei allem: Was ist eigentlich die Ursache der Krise? Wie wollen wir verhindern, dass sich solcherlei in Zukunft wiederholt? Was treiben Finanzmarkakteure in dem Ganzen und die Banken selbst? Alle inhaltlichen Fragen scheinen vor der (durchaus verlockenden) Aussicht eines Zusammenbruchs der konservativen Koaltion zu verblassen. Ich stelle mal die gewagte These auf, dass in einem demokratisch verfassten Staat das Ende einer Regierungskoalition mitnichten ein Problem ist. Das Gegenteil ist der Fall (Stichwort: Triviale Erkenntnisse der Demokratietheorie).

Alles schaut auf die Akteure und deren Ränkespiele, niemand auf die Probleme. Sicher: Streit lässt sich den Menschen besser vermitteln als komplexe volkswirtsschaftliche und politische Zusammenhänge. Einfaches Weltbild: Hier jene dafür, dort jene dagegen. Und immer feste druff. Hahnenkämpfe sind anschaulicher als Vorlesungen; aber sind sie auch “lehrreich”? Der politische Diskurs verkommt zu einem albernen “Brot und Spiele” für jene, die noch irgendwie an Politik interessiert sind, von der Flut an nutzlosen Informationen aber (vermutlich) völlig erschlagen werden. Um die Menschen bei der Stange zu halten flüchten sich Medienleute in Streit. Streit erzeugt Aufmerksamkeit. Dennoch taugen Arenakämpfe nicht das Verständnis für komplexe Zusammenhänge zu stärken. Das erfordert nachdenken, kritische Berichterstattung und trockene Zahlenspiele. Das macht keinen Spass und ist gewiss keine Abendunterhaltung. Aber da wird der Bürger wohl durch müssen. Er wird es ertragen, es geht hier um sein Geld.

Den Vogel hat diese Woche sicherlich das ZDF abgeschossen. Titel: Europa – einfach unbezahlbar. Suggeriert bei mir eine Sendung zum Thema Europa, dennoch Inhalt: parteienpolitisches Gezänk.
Schon die Besetzung: Nichts gegen den Herrn Spreng, ich lese sein Blog ja regelmäßig, aber mir wird er als Politikberater vorgestellt, jemand also der anderen hilft ihre Inhalte dem Bürger zu vermitteln. Bei der Diskussion über ein so wichtiges Thema hätte ich jedoch gern jemanden gehört, der sich vorwiegend mit den Inhalten selbst beschäftigt und nicht bloß damit, anderer Leute Inhalte darzustellen.
Aber auch inhaltlich keine Freude: Auf dem anderen Ende des Tisches sitzt ein Grüner, der zwar sichtlich bemüht scheint mal über Europa zu reden, einen neuen Rahmen und vielleicht sogar eine Transaktionssteuer. Wie ein Insolvenzrecht für Staaten aussehen könnte. Das Thema der Redaktion war aber offenbar Koalitionskrach wegen des Euros, nicht Wege aus der Euro-Krise. Insofern waren die zarten Versuche auch schnell wieder abgewürgt.
Dazwischen sitzt eine junge Unternehmerin, deren einziges inhaltliches Argument die Bedeutung von Verantwortung und Haftung ist, die schlechte Haushaltsführung sanktionieren und damit die Haushaltsdiziplin verbessern soll. Jetzt mal ungeachtet des Umstandes, dass den Griechen ein wenig mehr Solidität in Sachen Steuern (vielmehr Steuern zahlen) durchaus gut tun könnte und die Gefahr von Totalverlusten vielleicht sogar gar zu riskante Finanzspekulationen eindämmen könnte. Wenn mittelständische Unterhnehmer plötzlich betriebswirtschaftliche Erkenntnisse auf Volkswirtschaften übertragen, dann warte ich nur noch darauf, dass gleich die sprichwörtliche schwäbische Hausfrau um die Ecke kommt und mir erklärt, wie die Staatskunst eigentlich funktioniert. Wenn es zuträfe, dass die Annahme der Unternehmerin allgemeingültigkeit besäße, wie hat es der spanische König Philip II. geschafft in vier Jahrzehnten drei Staatspleiten hinzulegen? Mindestens ab der zweiten Pleite hätte er doch etwas disziplinierter sein müssen und hätte vorallem niemanden mehr finden dürfen, der ihm noch Geld leiht. Oder macht auch hier nur Übung den Meister? Zugegeben lange her aber so ehern wirkt das Prinzip auf mich nicht.
Ich hätte an der Stelle vor allem mal ein paar gute Journalisten gebrauchen können, die kurz Recherchieren, wieviele von den griechischen Anleihen mit welchem Abschlag seit Beginn der Krise bereits den Besitzer gewechselt haben. Es wäre mal interessant zu erfahren, wieviel Anleger bereits haben abschreiben müssen, und ob die Summe denn ausreicht die gute Frau in Sachen “Gläubigerbeteilung” etwas milder zu stimmen. Und wo man den Anleihen gerade hinterher Recherchiert: Wo ist die Mehrzahl dieser Dinger am Ende noch gelandet? Wie hieß das Institut noch? Und wer zahlt für dessen Verluste?
Statt ein paar Fakten präsentiert man dem Zuschauer einen kleinen Film über den netten Herrn Rösler. Ich habe bis jetzt noch nicht ganz verstanden, wo der plötzlich herkam, in jedem Fall hat dieser Einspieler eine aufkeimende Diskussion über neue europäische Finanzpolitik umgehend wieder abgewürgt.
Daneben noch ein bayrischer Steuerberater, der plötzlich beschlossen hat, keine Steuern mehr zu zahlen, bis die Bundesregierung auf seine Meinung zur Euro-Krise einschwenkt. Inhaltlich völlig irrelevant aber es passte wohl gerade in die grasierende Erzählung vom garstigen Wutbürger, der der Politik mal jetzt aus Prinzip auf die Füße tritt. Nein, verstehen muss er die Probleme niemand, er soll nur wüten, der Wutbürger. Läßt sich medial besser verwerten.

Ach, was rege ich mich auf.

Free! Music! Contest! 2011

July 10, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Wie die Monate hier durch rasseln ist ja echt nicht mehr feierlich. Bisweilen plagt mich aber mitunter das Studium, was aber hoffentlich auch Ende des Jahres gegessen sein sollte. Alldieweil sollte ich hier mal wieder ein paar Zeilen hinterlassen und was eignet sich dafür besser, als auf den diesjährigen Free Musik Contest des Musikpiraten e.V. hinzuweisen.
Die Musikpiraten veranstalten jedes Jahr einen kleinen Wettbewerb, um CC-Lizenzierte Musik ins öffentliche Bewußtsein zu bringen und deren Bekanntheit zu erhöhen. Dieses Jahr wurden die Regeln etwas angepaßt und die Forderung erhoben, das von jedem eingereichten Stück mindestens ein Track auch auf ccmixter hochgeladen und für Remixes verfügbar gemacht wird. Dies soll dem Creative Commons Gedanken als Lizenz für (nennen wir es einfach mal) kulturellen Austausch befördern. So hat jeder die Möglichkeit aus bestehendem Audiomaterial Neues zu entwickeln und wiederum andere damit auf neue Gedanken zu bringen, die wiederum ihre Werke anderen zur Verfügung stellen können, um dann ihrerseits wieder ihr Schaffen anderen (Ah, Teufelskreis!)…

Als Schirmherrin konnte die Kanadierin Allison Crowe gewonnen werden, die ihrereseits eine A Capella-Version ihres Songs “Spiral” zum Remixen zur Verfügung gestellt hat.

Ich habe gerade mal die Bewerbung abgeschickt. Die Nummer ist vielleicht sogar schon bekannt.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Wer sich die Instrumental-Spuren antun möchte und vielleicht selbst (ein hoffentlich gesalzene Antwort) auf das Machwerk auf die Beine stellen möchte, der kann sich hier umtun.

Unsere Kultur, my ass!

January 24, 2011 Von: admin Kategorie: Allgemein

Ich weiß mehr nicht genau, auf welchen Wegen ich zu diesem Verein Deutscher Sprache gekommen bin (irgendwie von hier nach hier, glaube ich), doch als mich schon auf der ersten Seite halb Prominente (lat.: prominentia, “das Hervorragende; aus pro minere“) Kreuzzügler zum Erahlt der deutschen Sprache aufriefen, juckten die Finger. Eine wunderschöne Replik (v. lat.: replicare, “wiederholen, kopieren” (lat.: copia ‚Menge, Vorrat‘))  auf diesen Blödsinn in aller feinstem Deutsch. Meine Fresse ist das schwer. Fängt man einmal an, alle Wörter aus dem Vokabular (lat.: vocabulum “Benennung, Bezeichnung“) zu streichen, die ihren Ursprung nicht im Deutschen haben, fällt einem erst auf, wie dämlich das Geschwurbel vom Erhalt der Deutschen Sprache ist. Schon die Frage, was Deutsch sei und was nicht, lässt sich ja kaum beantworten. Dennoch: ausgehend von der Prämisse (lat. praemissum „das Vorausgeschickte“), dass wer hier und da ein paar Anglizismen verwendet, schon den Untergang der deutschen Kultur (lat.: cultura, „Bearbeitung“, „Pflege“, „Ackerbau“, von colere, „wohnen“, „pflegen“, „den Acker bestellen“) betreibe, fordern eine ganze Reihe von mehr oder weniger Prominenten, die deutsche Sprache in das Grundgesetz aufzunehmen (zumindest ist das die Forderung einer Petition (lat. petitio „Angriff“, „Ersuchen“), die der Verein zusammen mit der Bildzeitung unterstützt). Beim Nachdenken über diesen Unfug sammeln sich soviele Gedanken an, ich weiß kaum, wo ich beginnen soll.

Wir können ja mal der Behauptung nachspüren, dass wer Lehnwört nutzt eine “Schimpansensprache” (“Schimpanse”:  Tschiluba, kivili-chimpenze: “Scheinmensch”) spreche:
Schauen Sie aus dem Fenster (lat.: fenestra.) und versuchen Sie ein Automobil (griech.: “selbst” und lat.: “bewegliches“) ganz ohne Lehnwörter zu beschreiben. Hat der Wagen ein Anti (griech.: “gegen”)-Blockier-System (griech.: “das Gebilde”)? Vielleicht einen Katalysator (griech.: “Auflösung” mit lateinischer Endung)? Benziner, Diesel oder Hybrid (lat.: “Gebündeltes”)-Antrieb? Wie zuverlässig ist die Elektronik (griech.:)? Schon ein Navigation(lat.: navigare “führen, leiten”)sgerät an Bord, fahren sie vielleicht mit Spurassistent (lat.: assistere “beistehen”)?
Wenn Sie von Berlin (vermutlich aus dem ‘Altpolabischen’, also slawischen Ursprungs. brl: “Sumpf” und Suffix “-in”. “Ort im Sumpf”) nach Köln (von lat.: colonia, “Kolonie” bzw. colere, “bebauen”) fahren, wieviele Sprachgrenzen passieren Sie da? Fahren sie in Moabit los, dann ist es noch eine mehr (Wobei sich die Gelehrten uneins sind, ob der Name aus dem Hebräischen, Slawischen oder Französischen stammt). Man mag mich ja einen üblen Polemiker (griech.: “feindselig”) schimpfen aber dieser willfährige Bastard (lat.: bastardus?), der schon seit Jahrtausenden mit jeder Hure ins Bett steigt, die nicht bei drei auf dem Baum ist, gilt also als besonders schützenswert? Interesting! Wer dieser Tage sein ordinäres (franz.: ordinaire, “gewöhnlich”) Deutsch mit allerlei Latein und Altgriechisch anreichert gilt als gebildet, wer der gleichen Sprache Anglizismen beimengt ist ein Affe. Ein Prosit, ist das Einzige was mir da noch einfällt.
Schauen wir doch mal genauer, was es mit diesen Lehnwörtern auf sich hat. Augenscheinlich gelangen die meisten Lehnwörter zusammen mit dem gedanklichen Konzept (lat.: concipere “erfassen”), welches sie benennen in eine Sprache. Als ehedem die Germanen anfingen Technologie (altgr. téchne, “Fähigkeit” und lógos, “Lehre”) von den Römern zu übernehmen, taten sie dies samt und sonders, also zusammen mit dem Namen, den die Römer dafür hatten. Es ist weniger der Begriff der einsickert, sondern vielmehr das Konzept, die Technik (siehe Technologie) die ein bestimmter Kulturkreis übernimmt. Gleiche Mechanismen (griech.: mechané “Maschine”, “Werkzeug”) sind noch heute am Werk, nur sitzt der Ideengeber jetzt in Übersee und nicht mehr in Italien. Vermutlich werden in ein paar Jahren die ersten chinesischen Bruchstücke ins Deutsche einsickern, wundern würde es mich nicht. Bisher hat es wohl auch nicht geschadet: im Gegensatz zum Römischen Reich und der lateinischen Sprache ist das Deutsche noch ziemlich lebendig. Ich kann es kurz machen: Die Weigerung, hier und da ein paar Lehnwörter zu akzeptieren, ist mehr als nur “sprachliche Kleingärtnerei”. Das ist schlicht ein Desinteresse (lat.: inter „zwischen, inmitten“ und esse „sein“) an Neuerungen und Entwicklungen. Das Festschreiben einer bestimmten Ausdrucksform als allgemein- und vorallem endgültig ist, als ob man sagen würde: “Das war´s jetzt. Feierabend. Geschichte ist aus, ab heute verändert sich nichts mehr”. Vielleicht sollte man den Herrschaften mal den Gedanken nahe legen, dass die Konzepte und Probleme, die bestimmte Begriffe bezeichnen, nicht verschwinden nur weil wir das zugehörige Substantiv (lat.) ausmerzen. Die Sprache transportiert (lat. trans-portare ‚(hin)überbringen, -tragen‘) nur die Lebenswirklichkeit ihrer Sprecher, verändert sich die Welt, verändert sich die Sprache.
Bemerkenswert auch die These, dass nur Sprachen wie das Deutsche taugen würden z.B. physikalische Abhandlungen zu verfassen. Degenerierte Sprachen mit einem Wortschatz von weniger als 500 Wörtern und nur ein paar Regeln können wohl keine vollwertige Sprachen sein (Sie nennen sie “Bananensprache”). Darüber lässt sich streiten oder ein bis zwei Beispiele aus der Informatik (Kofferwort vermutlich aus Information und Automatik oder Information und Mathematik, einmal dürfen sie raten welchen Ursprungs diese Wörter sind) anbringen.
Die Turingmaschine ist eines der wichtigsten Konzepte der Informatik. Es gilt die These (Hossa!), dass jede von Menschen berechnenbare Funktion (Oh!) auch von einer Turingmaschine berechnet werden kann. Das Bemerkenswerte an der Turingmaschine ist sein Sprachumfang: er lässt sich auf drei Operationen (Lalala!) reduzieren (Lesen, schreiben, Schreib/Lesekopf bewegen. Ach und…). Die Turingmaschine ist nur theoretischer (Hui!) Natur, jedoch sieht der Sprachumfang tatsächlicher Mikroprozessoren nicht unbedingt besser aus. Ihr Zeichenvorrat besteht aus exakt zwei Zeichen (0 und 1) und als Befehlssatz (Wortschatz) reichen Lesen, Schreiben, kopieren, inkrementieren und Speicherzellen vergleichen (gängie Assemblersprachen kommen in der Regel mit 30 bis 50 Befehlen aus). Mit etwas Geschick und Know How lassen sich damit alle weiteren Rechenoperationen (Division und Multiplikation etc.) ableiten. Dass diese Automaten in der Lage sind physikalische und mathematische Zusammenhänge nicht bloß zu beschreiben sondern auch gleich zu berechnen, beweist die Flimmerkiste  auf der Sie gerade diesen Text lesen (denken Sie an die Geomtrie (Nope, kein Deutsch), die ihr Rechner allein für die Darstellung von Fenstersystemen unter Windows, Linux oder MacOS braucht).
Natürlich ist das Beispiel wenig intuitiv (wollen sie mal schauen, wo das Wort her kommt?), jedoch zeigt es eins: Die Mächtigkeit einer Sprache hängt nicht maßgeblich von ihrem Wortschatz oder dem Umfang ihrer Grammatik (raten Sie mal…) ab, sondern vielmehr vom Geschick des Sprechers. Die Annahme, dass das Deutsche besonders schützenwert sei, weil z. B. Goethe seine Texte auf Deutsch abgefasst hat, ist vor diesem Hintergrund schlicht Blödsinn. Er spielte gut auf der Klaviatur (na, können Sie noch?), die ihm das Deutsche bot und hat es sprichwörtlich zum Klingen gebracht. Die von ihm verwendete Sprache ist dabei aber austauschbar. Und unter uns: Wenn es uns tatsächlich um eine möglichst präzise (find gerade keinen Link) und eindeutige Sprache ginge, die uns quasi (hmm…) mathemathisch genaue und besonders vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten an die Hand gibt, sollten wir dann nicht vielleicht eher Latein oder Russisch ins Grundgesetz aufnehmen?

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr manifestiert (einen noch) sich ein Gedanke: Wenn das Deutsche tatsächlich so überlegen sein sollte, dass sie den Schutz des Grundgesetzes verdient, dann braucht sie ihn nicht. Sie wird sich schon durchsetzen. Ist sie es nicht, lasst sie verrecken.

OneClick Router Reconnect per Telnet

November 22, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

Bisweilen hat man im Internet ja das Bedürfnis seine öffentliche IP-Adresse zu verändern. Dies ist weniger kompliziert als es klingt, im Grunde muß man nur die Verbindung zum Provider abbauen und eine neue herstellen. Bei jeder Neuanmeldung vergeben die Provider eine neue Adresse aus ihrem Pool. Man kann also einfach seinen Router neu starten, das erfüllt diesen Zweck. Allerdings ist es etwas umständlich jedes mal den Router aus und wieder anzumachen. In aller Regel kann man jedoch per Browser auf seinen Router zugreifen und einen Neustart veranlassen. Dummerweise habe ich bei mir die Firmware der 7113 irgendwann mal durch diverse Experimente zerschossen, so dass das Webinterace nicht mehr erreichbar ist, obgleich die Box alle seine Aufgabe völlig normal verrichtet. Es mußte also eine andere Alternative her, um gelegentlich eine neue IP-Adresse zu bekommen. Passenderweise bieten mittlerweile alle FritzBoxen die Möglichkeit per Telnet auf das Gerät zuzugreifen und einige Kommandos auszuführen.

Erster Bildschirm von Kitty nach dem Start.

Erster Bildschirm von Kitty nach dem Start.

Bevor man irgendwas per Telnet an der Box verändern kann, muß der Telnet-Server der FritzBox aktiviert werden. Standarmäßig ist dieser Deaktiviert und kann (meines Wissens) auch nicht per Webinterface angeschaltet werden. Scheinbar will AVM für dieses Feature keinen Support machen, prinzipiell braucht man es ja auch nicht. Eigentlich. Es seie denn man braucht es doch.
Um den Server zu aktivieren kann man bei den FritzFon-Geräten jedoch einen Anruf tätigen und die Box bitten, den entsprechenden Dienst zu starten. Dazu gibt es folgende Kurzwahlen:

#96*7* Telnet ein
#96*8* Telnet aus

Jetzt kann man mit jedem beliebigen Client (z.B. Putty oder Kitty) auf die Box zugreifen und mal nachschauen, ob jemand zu Haus ist. Für dieses kleine Experiment habe ich Kitty verwendet. Kitty ist ein Fork von Putty und implemtiert ein paar Funktionen mehr als dieser Client. Funktionen, die wir später brauchen werden, wenn es darum geht den Neustart zu automatisieren.
Wir öffenen das Program und werden gleich mit einer passenden Meldung begrüßt. Hier können wir jetzt einfach mal die Adresse der FritzBox eintragen und festlegen, dass wir eine Telnetverbindung wünschen. Nachdem wir “Open” gedrückt haben, wechselt der Bildschirm und wir können uns an der Box anmelden. Hier müssen wir uns mit dem Benutzer “root” anmelden (Linux-Spezies klappen sich schon die Fußnägel hoch, das tatsächlich alles über den root-Nutzer läuft. Zum Glück ist der Telnet-Server nur aus dem lokalen Netz erreichbar.). Das Kennwort entspricht dem Kennwort mit welchem man sich normalerweise auch am Webinterface der Box anmeldet. Bei der Eingabe des Kennwortes nicht wundern: Hier nichts angezeigt, wenn man das Kennwort einträgt. (Typisch für Unix-Systeme bei der Eingabe von Passwörtern.).

Nach der Anmeldung und Ausführen des Reconnects.

Nach der Anmeldung und Ausführen des Reconnects.

War die Anmeldung erfolgreich, sieht man eine Eingabeaufforderung, wie man sie von Konsolen gewohnt ist. Hier kann man nun einige reguläre Linux-Konsolenkomandos an die Box senden, diese führt sie dann aus. Im Bild ist zu sehen, das bei mir eine Freetz-Firmware läuft, also just die Software, die mir das reguläre Webinterface zerschossen hat. Bei anderen Boxen wird die Ansicht anders sein.
Um nun einen Reconnect auszuführen, muss man die Verbindung zum Provider unterbrechen und erneut aufbauen. Dazu kann man den sogenannten dsl-deamon der Box beenden. Dieses Programm ist wohl maßgeblich für die Verbindung verantworlich. Beendet wird der Dienst mit :

dsld -s

Gestartet wird der Deamon mit dem gleichen Kommando,  jedoch ohne Parameter. Das Beenden des Dienstes dauert einen kleinen Moment, der Neustart geht jedoch recht fix. Mit “exit” kann man die Telnet-Verbindung wieder beenden. Kitty schließt sich dann von selbst.

Das Eingeben dieser ganzen Kommandos ist natürlich einigermaßen umständlich. Kitty bietet jedoch die Möglichkeit, solche Aufgaben automatisiert ablaufen zu lassen. Starten wir Kitty also erstmal neu und schauen, wie wir das hinbekommen. Kitty bietet die Möglichkeit des Auto-Login am Telnet-Server. Ein “Login Script File” kann in der “Data”-Sektion unter “Connection” eingebunden werden. Dieses Feature ist eigentlich dazu gedacht (wie der Name schon sagt), den Anmeldeprozess zu automatisieren, im Grunde lassen sich damit aber aller Hand Aufgaben automatisieren. Das “Login”-Skript ist ein einfaches Text-File, in welches die Kommandos eingetragen werden die ausgeführt werden sollen. Und zwar gerade so, als ob man sie direkt in die Konsole tipperte (es lebe die Umgangssprache und der Konjunktiv…). Vor jedes Kommando kommt eine Zeile in der die Ausgaben der Box geschrieben werden. Kitty vergleicht hier also einfach der Reihe nach, ob die Box eine bekannte Ausgabe macht und reagiert darauf mit der Zeile direkt darunter. Für das automatisieren des Reconnect kommt bei mir folgendes Skript zusammen:

fritz.fonwlan.box login:
root
Password:
****
/var/mod/root #
dsld -s
/var/mod/root #
dsld
/var/mod/root #
exit

Wichtig: Log-File immer überschreiben oder Option deaktivieren.

Wichtig: Log-File immer überschreiben oder Option deaktivieren.

Ziemlich überschaubar (Ja und auch hier klappen sich wieder ein paar Fußnägel hoch: Das Password wird Plain-Text in die Datei geschrieben und genauso unverschlüsselt an die Box übertragen. Der Nachteil von Telnet. Wer also zu Paranoia neig, möge bitte nicht weiterlesen.) Wenn man die Abbildung der Kitty-Konsole oben mit dem Skript vergleicht, sollte das Prinzip klar werden. Für unseren automatisierten Reconnect ist ein solches Text-File von Nöten, das wir unter “Data” im “Connection”-Bereich einbinden. Dieses File ist jetzt Teil des Profils. Kitty speichert für jede Adresse und jeden Verbindungstyp ein eigenes Profil, wenn wir sie lieb darum bitten. Wir sollten das tun, denn wir werden dieses Profil später brauchen. Nachdem also das Skript eingetragen wurde, gehen wir nochmal in den Session-Bereich und geben die Adresse der FritzBox neu ein, wählen “Telnet” als Verbindung aus und (wichtig) wählen im Bereich “Logging” (direkt unter “Session”) die Option “Always overwrite it”. Der Hintergrund ist: Kitty (wie Putty auch) legt bei jedem Neustart ein Log-File an. Wählen wir diese Option nicht, würde Kitty bei jedem Neustart nachfragen, ob das Log-File überschrieben werden darf oder nicht. Uns ist das Log-File egal, zumindest für diese Aufgabe. Zumindest, so lang alles glatt läuft. Deshalb deaktivieren wir diese Option auch nicht, das Log-File könnte ja irgendwann mal ein paar nützliche Infos enthalten.

Haben wir alles beisammen können wir im Session-Bereich diesem Profil einen Namen geben (zum Beispiel fritz.box) und speichern.

Für einen “One-Click” Reconnect fehlt jetzt eigentlich nur noch, dass wir Kitty aufrufen und gleich anweisen können, das vorbereitete Profil durchlaufen zu lassen. Das geht. Wenn wir unter Windows eine Verknüpfung von Kitty erstellen, haben wir die Möglichkeit, dem Programm beim Aufruf Parameter mitzugeben. Diese lassen sich in den Eigenschaften der Verknüpfung in der Zeile “Ziel” festlegen. In dieser Zeile wird leglich der Pfad angezeigt, unter dem Windows das Programm findet. Also: zunächst eine Verknüpfung für Kitty erstellen und anschließend die Eigenschaften selbiger aufrufen. Nun kann man in der Zeile Zeil den Programmnamen um Parameter erweitern. In diesem Fall:

Einstellen des Parameter in der Verknüpfung

Einstellen des Parameter in der Verknüpfung

-load “fritz.box”

erweitern. Damit weist man Kitty an, gleich das erstellte Profil “fritz.box” zu laden. Teil des Profils ist die automatische Anmeldung und damit gleich der Reconnect. Das war´s.

Will man den Reconnect aus einem anderen Programm heraus ausführen, klappt der Weg über die Verknüpfung leider nicht. Bei den meisten Programmen erfolgt der Aufruf dann ohne den “-load”-Parameter. In aller Regel kann man aber auch einfach auf eine .bat-Datei verweisen, die das Programm dann ausführt und damit wieder den Neustart auslöst. Zu diesem Zweck muss man abermals ein einfaches Text-File erstellen, welches die Dateiendung .bat erhält. Für unseren Zweck zum Beispiel “neustart.bat”. In diese Datei kommt wieder der auf Aufruf von Kitty mit Parameter. Hier wird jedoch ein “Call” ergänzt, um die Übergabe des Parameters sicher zustellen. Wenn die .bat Datei im gleichen Verzeichnis wie Kitty liegt also folgendermaßen:

call kitty.exe -load “fritz.box”

Ansonsten sollte man den absoluten Pfad zum Programm angeben. Mit einem Doppelklick auf diese Datei kann man dann den Neustart auslösen. In aller Regel können das dann auch andere Programme.

Lexicon Omega Studio und Midi

September 27, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

Was mein neues Lexicon Soundinterface an Hardware mitbringt, das läßt sie an Software-Architektur vermissen. Zwar ist das Aufnehmen von Audio nicht so das Problem, da das Teil einen Ausgang mitbringt, über den man direkt das aufgenommene Signal hört bevor es zum Rechner geschickt wird, das Timing bei Midi-Aufnahmen ist allerdings unter aller Kanone. Mag sein, das dies ein wenig mit der verwendeten Aufnahmeumgebung zu tun hat, da ich mich aber an mein gutes, altes Sonar gewöhnt habe, suche ich den Fehler natürlich als erstes bei der neuen Hardware. Und es war nicht zu machen. Auch bei extrem geringer Latenz (was bei diesem Teil als Größe der Aufnahmebuffer ausgedrückt wird) schwimmt das Timing, wie Nieselregen auf der Straße nach langer Trockenzeit.

Das Timing meiner alten E-MU-Karte war dagegen um einiges besser. Also lag der Gedanke nahe, für Midi-Aufnahmen weiterhin das Teil zu benutzen. Prinzipiel erlauben moderne Sequencer das Umschalten der verwendeten Treiber, wenn mehr als eine Soundkarte auf dem Rechner installiert ist. Was Softwaremäßig noch ganz einfach geregelt werden kann, wird im Hinblick auf die Abhöre aber ein echtes Problem. Man kann die Treiber nämlich nicht mischen. Also ein Karte für Midi und ein für Audio zu verwenden. Es ist zwar möglich einfach den Midi-Eingang der alten Karte zu nutzen, die Stärke dieser ist aber nur die Timing-Kontrolle, der Audio-Klang der neuen Karte ist um einiges besser. Dafür braucht man jedoch die Audio-Treiber. Schaltet man jetzt alles auf die alte Karte zurück, so wird auch das Audio-Signal über diese Karte wieder gegeben und man muß auch umgehend die Abhöre an die Ausgänge der alten Karte anschließen. Das ist natürlich immer ein ziemlich nervtötender Akt, da muß es andere Lösungen geben.

Versuche einfache die Ausgänge der alten Karte in zwei der Eingänge vom Lexicon zu schicken, gelangen zwar, jedoch ging das mit einem impertinentem Brummen einher, was auf Dauer doch genervt hätte. Lösung war schließlich, den Digital-Ausgang (SPDIF) mit dem Digital-Eingang der neuen zu verbinden. Das klappt zwar, aber mal ehrlich…das muß doch einfacher gehen. Die Karte hat 180 € gekostet und die Sequencer-Software nochmal das dreifache…

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